GegenRechts: Jugendliche mit früher Hilfe vor dem Rechtsextremismus schützen…

…titelt die Lokalpresse und berichtet [1], dass es in Stolberg – Ausweitung auf Kreis Aachen angestrebt – nun Beratung gibt für Angehörige, die vermuten, dass ihr Kind in die rechtsextreme Szene reinrutschen könnte oder schon in derselben aktiv geworden ist. Das Angebot in Zusammenarbeit mit dem Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismus in Nordrhein-Westfalen (IDA), Düsseldorf, richtet sich an Eltern, Freunde, Pädagogen oder andere Bezugspersonen der Jugendlichen.

„Es geht nicht darum, junge Menschen aus dem rechten Milieu herauszuholen. Dafür gibt es spezielle Aussteigerprogramme,“ betonte demnach Jugendamtsleiter Willi Seyffarth. Im Sinne der Prävention solle das Beratungsangebot vielmehr greifen, bevor gefährdete Personen in den Sog der braunen Ideologie geraten könnten, so die Lokalpresse. Seyffarth weiter: „Erste Anzeichen für eine rechtsextreme Orientierung sollten ernst genommen und Hinweise aus dem Freundes- und Bekanntenkreis oder aus der Schule nicht ignoriert werden.“

In Stadt und Kreis Aachen gab es seit mindestens drei Jahren die Forderung aus Experten-, Polizei- und Jugendarbeiter-Kreisen, ein Elternberatungsnetzwerk zu gründen. Zeitweise versuchten dabei auch Beamte des polizeilichen Kommissariats Vorbeugung Hilfe zu bieten. Eine Selbsthilfe-Gruppe [2] kam indes nie zustande, allerdings gab es seit zwei Jahren ebenso das Gerücht aus Behördenkreisen, in Sachen Elternberatungsnetzwerk „tue sich etwas“. Seit rund zwei Jahren bot denn auch „Klarmanns Welt“ eine umfangreiche Linkliste mit „Tipps für Eltern von Neonazis“ an [3].

Die nun konkret gewordenen Pläne zur Gründung des Beratungsnetzwerkes reiften ab Ende 2008 wieder heran, nachdem IDA eine NRW-weite Vernetzung angeregt hatte. In Kooperation mit dem Jugendamt Stolberg gab es letztlich ab Frühjahr 2009 Pläne, auch auf lokaler respektive regionaler Ebene eine Netzwerk-Struktur zu schaffen. Die Fortbildung der Beraterinnen und Berater begann im Sommer 2009.

Soweit bekannt berät IDA Hilfesuchende zuerst telefonisch [4]. Sollte sich im Gesprächsverlauf herausstellen, dass Ratsuchende persönliche oder behördliche Beratung sowie konkrete Hilfsangebote vor Ort benötigen, werden sie an die entsprechenden Beraterinnen und Berater vermittelt. [© Klarmann]

[1] Direktlink
[2] SELBSTHILFEGRUPPE FÜR ELTERN VON NEONAZIS
[3] TIPPS FÜR ELTERN VON NEONAZIS
[4] Direktlink