Aachen. Unter dem Motto „Aus der Geschichte lernen: Für eine Zukunft frei von Nationalismus, Rassismus, Faschismus und Krieg –Gegen das Vergessen!“ rufen verschiedene Initiativen zu einer Mahnwache am 9. November auf. Nachfolgend dokumentiert „Klarmanns Welt“ den leicht redigierten Aufruf des Veranstalterbündnisses:
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ließ die nationalsozialistische Führung der Stadt Aachen die Synagoge von ihren Helferinnen und Helfern in Brand setzen. Jüdische Bürgerinnen und Bürger wurden misshandelt, ihre Wohnungen und Geschäfte demoliert. 268 Menschen wurden [im Landkreis Aachen; mik] verhaftet und in die Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen deportiert. All dies geschah unter den Augen, mit der Duldung und teilweisen Zustimmung der Aachener Bevölkerung.
Dem Novemberpogrom waren jahrelange Ausgrenzung, behördliche Erfassung und Kriminalisierung von Menschen aus rassistischer und politischer Feindschaft vorausgegangen. Der 9. November war für sie nicht der Schlusspunkt einer vom rassistischen Wahn getriebenen Staatspolitik, sondern der Beginn der Massenvernichtung von Millionen Menschen. Das darf sich nie wiederholen!
Heute terrorisieren Neonazis in unserer Region wieder Andersdenkende und Menschen anderer Hautfarbe, Nationalität oder Religion. In Stolberg durften Neonazis mehrfach durch die Stadt marschieren und Pogromstimmung gegen AusländerInnen verbreiten. Antifaschistische Veranstaltungen wurden von Neonazis überfallen, friedliche Demonstrationen von Neonazis angegriffen. Die Täter sind nach 18 Monaten immer noch nicht bestraft. Wir wollen keine Gesellschaft, in der die Nazis ungestraft hetzen und brandstiften. Wir fordern die Auflösung und das Verbot aller neofaschistischen Organisationen und Parteien. Auch nach den Wahlen zu Kommunalparlamenten und dem Bundestag darf es keine Entwarnung geben.
Wenn einige der Ideen der Nazis schon von einem Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank vertreten werden, zeigt das die Gefahr: rassistische Ideen werden immer wieder aus der Mitte der Gesellschaft produziert. Sie dienen den Neonazis als angeblicher Beweis der Akzeptanz ihrer Propaganda. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Mahnwache am 9. November, 17.30 Uhr, Aachen, Synagogenplatz.
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