Rechts: Division Germania manifestiert zwölf neue Songs für die NS-2.0-Bewegung

Mönchengladbach/Chemnitz. Das Mönchengladbacher Neonazi-Rock-Projekt „Division Germania“ hat eine neue CD auf „PC Records“ veröffentlicht. Bisherige CD-Veröffentlichungen des Musikprojektes von Andreas K. wurden wegen der radikalen und den Nationalsozialismus verherrlichenden Texten meist ein Fall für die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Dessen ungeachtet wirbt das Chemnitzer Rechtsrock-Label, das neue Album schließe „nahtlos an die letzte CD an, die ja mittlerweile leider ebenfalls der Zensur zum Opfer gefallen ist…“

Die CD mit dem Titel „Manifest“ enthält zwölf neue Songs und ist in zwei Versionen erschienen: als normale CD nebst Beiheft und als ein auf 1.500 Stück limitierter Digi-Pack. Hörproben der CD sowie die Band generell werden in Szeneforen unterdessen überschwänglich gelobt, laut Label soll überdies die Erstauflage der limitierten Fassung innerhalb eines Tages ausverkauft gewesen sein.

„Division Germania“ (DG) ist ein Soloprojekt von K., teilweise werden Songs auch mit Gastmusikern eingespielt. Auf der neuen Ausgabe der NPD-Schulhof-CD ist DG ebenso mit einem Song vertreten [1]. K., Jahrgang 1983, ist gelernter Krankenpfleger, war Direktkandidat für die NPD bei der Bundestagswahl 2005 und nahm zudem an verschiedenen Neonazi- und NPD-Aufmärschen teil. Vor wenigen Jahren bezeichnete sich der Musiker manchmal noch als Mitglied der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL).

K. selbst spielt ebenso bei der Band „Rotte Charlotte“ [2], die in den letzten Monaten mehrfach auf größeren Neonazi-Treffen auftraten. Auch bei der Musikgruppe „Gigi und die braunen Stadtmusikanten“ – ein Bandprojekt des Sängers der Rechtsrock-Kultband „Stahlgewitter“ – war K. als Gitarrist aktiv. „Gigi“ spielen bekannte Stimmungshits, Schlagersongs und Volksmusikstücke mit neu verfassten rechtsextremen und fremdenfeindlichen Texten nach.

K. alias „Division Germania“ liefern auch auf „Manifest“ wieder Texte ab, die ein Fall für die BPjM werden dürften. In einem Song wird etwa, angelehnt an das Zelebrieren von Fackelmärschen durch die Nationalsozialisten und deren Parole „Deutschland erwache“, gesungen, die „Fackeln sind entfacht“, die „Heimat ist erwacht […,] empor mein Volk, empor, wir haben noch vieles vor […,] das Feuer es soll lodern […] das Vaterland muss leben, Heil Dir, mein Deutsches Land.“

In einem weiteren Song wird die Bundesrepublik als „60 Jahre [altes] Protektorat“ besungen, in dem „[politische] Schreibtischtäter […] voller Hass […] ihr eigenes Volk [verkaufen]“ und bereit dazu seien, „alles Gute [meint eigentlich: alles Nationalistische; mik] zu vernichten.“ Demokraten seien „antideutsch bis ins Mark […,] mein armes Vaterland, erdolcht von eigner Hand“…

Die Dolchstoßlegende […] war eine von führenden Vertretern der deutschen Obersten Heeresleitung (OHL) initiierte Verschwörungstheorie, die die Schuld an der militärischen Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg vor allem auf die Sozialdemokratie abwälzen sollte. Sie besagte, das deutsche Heer sei im Weltkrieg „im Felde unbesiegt“ geblieben und habe erst durch oppositionelle „vaterlandslose“ Zivilisten aus der Heimat einen „Dolchstoß von hinten“ erhalten. Antisemiten verknüpften „innere“ und „äußere Reichsfeinde“ dabei zusätzlich mit der Chimäre vom „internationalen Judentum“. [3] [© Klarmann]

[1] Siehe entsprechende Passage unter Emmerich wieder Contra Köln, Mönchengladbachs Beitrag zum NPD-Schulunwesen, Karlspreis sucks, Haller im Medienrausch
[2] Suchergebnisse im Blog zu Rotte Charlotte
[3] Quelle: Wikipedia


2 Antworten auf “Rechts: Division Germania manifestiert zwölf neue Songs für die NS-2.0-Bewegung”


  1. 1 Stefan 17. Oktober 2009 um 15:45 Uhr

    Besonders interessant ist das Cover: Die modernen Neonazis sind sich nicht so ganz so sicher, welcher deutschen Traditionslinie sie folgen möchten. Schaut man sich mal die Type des CD-Titels an, so ist zu bemerken, dass es sich um die 1941 verbotene Sütterlin-Schrift handelt.
    Die Soldaten im Hintergrund (untere rechte Ecke) sind augenscheinlich Infanteristen des Ersten Weltkriegs. Dabei wundert es mich, dass sie nach Westen feuern und nicht wie in der üblichen Ikonographie Germania gen Osten verteidigen.
    Und woran denkt man beim Wort „Manifest“? also mein Brainstorming erstellt sofort eine Verbindung zu Marx. Stellt sich also die Frage, wie Deutschland (dem Cover zufolge) definiert wird bzw. was das Ziel der „Division Germania“ sein soll…

  2. 2 DK 17. Oktober 2009 um 17:25 Uhr

    Wann genau ist die Disk eigentlich erschienen ?

    gestern oder vorgestern… mik

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