Rechts: Zwei bis drei Skatrunden der JN-Krefeld spielen Spontandemo

Krefeld. Mit zwei JN- und einer Deutschlandfahne sowie NPD-Trageschildern wollen sechs bis zehn „Kameraden“ des „Stützpunktes Niederrhein“ der „Jungen Nationaldemokraten“ eine „Spontandemo“ in Krefeld abgehalten haben. Laut eigenem Bericht der NPD-Jugend soll diese infolge eines JN-Treffens und -Verteilaktionen am letzten Sonntag stattgefunden haben. Der Miniaufmarsch unter Führung des „Stützpunktleiters“ sei – eigentlich! – eine Reaktion darauf gewesen, dass sie Polizei zuvor in Leipzig eine JN-Demo mit über tausend Teilnehmern verhindert und aufgelöst habe.

„Da wir alle der Meinung waren, dass man auch hier am Niederrhein ein Zeichen gegen die Unterdrückung durch die antideutschen Politiker setzen müsse, entschlossen wir uns dazu, eine Spontandemo durchzuführen!“ schreibt die JN. Die überschaubare Demonstration habe dann im Umfeld des Hauptbahnhofes in Polizeibegleitung stattgefunden und ebenso „durch die TBZ (‚Türkenviertel’)“ geführt – wobei TBZ für „türkisch besetzte Zone“ steht. Dort habe dann die Polizei ein Verfahren eingeleitet wegen Volksverhetzung, unter anderem, weil man skandiert habe: „Ali, Mehmet, Mustafa – geht zurück nach Ankara!“ Den Bericht selbst beendet der JN-Stützpunktführer mit den an alte SA- und NSDAP-Losungen erinnernden Sätzen: „Alles für unsere Heimat! Heil Deutschland!“

Anonyme Autoren schrieben über die „Nazisponti“ in einem unterdessen nicht mehr einsehbaren Bericht im linken Internetportal „Indymedia“, dass „etwa 20-30 Nazis teilnahmen“. Weiter heißt es: „Die [im Viertel] lebenden Migranten wurden von den Drohgebärden der Jung-Nazis massiv eingeschüchtert, als endlich die Polizei erschien beendeten sie den Aufmarsch nicht etwa, sondern schützten ihn durch eine ‚Eskorte’ aus mehreren Einsatzwagen!“ Schon im März hatte die JN einen „Spontanaufmarsch“ im Kempen mit Transparenten und Fahnen abgehalten [1].

In einem später im Web veröffentlichten Video eines Teilnehmers war seinerzeit zu hören, wie die Neonazis fremdenfeindliche und nationalistische Parolen krakeelend durch den Ort liefen. Skandiert wurde dabei auch „Ausländer raus“ und „Nationaler Sozialismus jetzt!“ Einer der Teilnehmer merkte dabei an: „Müssen wir mal öfters machen…“ Bei einer kurzen Diskussion über die Wegstrecke nennt einer der „Kameraden“ indes die anderen auch „Pfeifen“. Und einer der Teilnehmer brüstet sich damit, „gerade“ bei der Polizei angerufen zu haben, um sie darauf hinzuweisen: „Wir laufen geraden durch die Stadt“… [© Klarmann]

[1] JUNGE MENSCHENSCHÄNDER SOZIALISTEN JETZT…


3 Antworten auf “Rechts: Zwei bis drei Skatrunden der JN-Krefeld spielen Spontandemo”


  1. 1 Nameless 23. Oktober 2009 um 12:29 Uhr

    Wo ist das Video denn gepostet oder ist das nicht mehr online?

    ich glaube, dass war schnell wieder weg. gerippt als 30 MB-fassung hab ichs noch. mik

  2. 2 Sarkastiker 23. Oktober 2009 um 13:05 Uhr

    Herzlichen Glückwunsch. Damit dürften die Politiker nachhaltig diskreditiert worden sein. Aber vielleicht wäre es als Zeichen noch wirkungsvoller gewesen, wenn Ihr noch einige Omas zusammengeschlagen hättet und dann in guter deutscher Tradition die Synagoge angezündet hättet. Dann wären die Politiker international garnicht mehr aus dem Rechtfertigen herausgekommen. Wurde die Fahne wenigstens von vorbestraften Kinderschändern getragen?

  3. 3 Antifaschist 23. Oktober 2009 um 22:55 Uhr

    Man höre und staune, wegen „Ali, Mehmet, Mustafa, geht zurück nach Ankara“ hat die Polizei also ein Verfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Beim Fackelmarsch der Nazis am 03. April 2009 in Stolberg habe ich diese nette freundliche Meinungsäußerung auch wiederholt gehört. Von Ermittlungen wegen Voksverhetzung oder gar von einem Eingreifen der Polizei gegen die Nazis war aber weit und breit nichts zu merken.

    Im Zweifelsfall gilt eben:

    „Die Meinungsfreiheit der Nazis ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen, ist der Aufgabe aller staatlichen Gewalt.“

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