Sie gelten als moderner, aktionistischer und quasi-popkultureller Arm der Neonaziszene: „Autonome Nationalisten“ (vgl. Ox # 74), die in Sachen Aussehen, Aktionsformen und „Subkultur“ bei Linksautonomen, Antifa und der Hardcore-Szene wildern. Zwar gab es in Medien und Büchern schon Beiträge, die sich des Phänomens annahmen, doch mit dem dünnen Bändchen hat der Unrast-Verlag nun eine sowohl kurze, als auch umfassende Abhandlung über die Neonazi-„Autonomen“ veröffentlicht.
Verschiedene Autoren beleuchten dabei Facetten der Szene. Etwa, dass Vertreter der „Autonome Nationalisten“ (AN) teilweise Kinder aus Familien des gutbürgerlichen Mittelstandes sind, die vorgeben, für einen „Nationalen Sozialismus“ kämpfen zu wollen, obschon sie sich in einer „Erlebniswelt“ zwischen Gewaltgeilheit und Hedonismus bewegen. Beleuchtet wird überdies, wie die Neonazi-Szene den Hardcore für sich entdeckte und in die AN-„Erlebniswelt“ integrierte. Zugleich aber wird deutlich, dass die Übernahme von Styles und Aktionsformen des politischen Gegners auch „nur“ eine modernisierte Variante der SA-Aktionen in den 1920er Jahren sind.
Das Buch ist gerade lang genug, um das Phänomen AN verstehen zu können. Genau deswegen aber bietet das schmale Bändchen in seiner Kürze allen Interessierten, indes ebenso den gestressten Menschen in Medien, Schulwesen, Jugend- und Sozialarbeit einen fundierten Einstieg ins Thema. Dank einiger Vertiefungen bietet es indes auch Kennern der Szene noch neue Erkenntnisse. [© Michael Klarmann; für Ox-Fanzine]
Jürgen Peters, Christoph Schulze (Hrsg.): „Autonome Nationalisten“ – Die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur. Unrast Verlag, Münster 2009. 64 Seiten, 7,80 Euro
Wie z.B. die angebliche Hochburg der „Autonomen Nationalisten“ Dortmund: Wo nebst Hakenkreuzfahnen auch SS-Dolche etc. vorhanden sind. Alles für den „Nationalen Sozialismus“, der ja kaum auf den Nationalsozialimus der früheren Zeit zurückzuführen sei…
Maskerade, Maskerade…
@ EnjoyLiberty
Das ist doch Schwachsinn, niemand sagt dass der „neue“ ‚Nationale Sozialismus‘ nichts mit dem Nationalsozialismus zutun hätte. Ganz im Gegenteil, es wird sogar drauf bestanden in der Tradition der früheren Bewegung zu stehen. (Da gab es im übrigen auch einen entsprechenden Text zu, den Link spare ich mir da Werbung für solche Seiten sicher unerwünscht ist, MiK wird sicher wissen welchen Text ich meine)
Es ist schon erstaunlich wie uns immer wieder Lügen unterstellt werden, genauso wie wir angeblich „der Antifa den Stil klauen“. Schonmal überlegt dass es die Hardcore-Szene auch schon vor euch gab? Dass sie eigentlich unpolitisch ist und mit Kommunisten nichts am Hut hat? Ihr habt deren Symbolik genauso für euch vereinnahmt und mit euren „Anti-Alles“-Parolen bestückt wie wir sie für uns entdeckt haben, so einfach ist das. Wir sind nicht im Kindergarten, wo es heißt:“Wer zuerst kommt malt zuerst“.
Das einzige was wirklich geklaut ist, ist dieses Logo mit den beiden Fahnen, welche wie Lego-Fähnchen aussehen, und das finde ich auch affig.
aha, den libertären und emanzipatorischen sowie stark antifaschistischen hatecore, den SFA vor vielen, vielen jahren prägten, hat also die antifa geklaut? DISCHARGE – anfang der 1980er schon polternd unterwegs – mit ihrem crustcore und CONFLICT – mitte der 1980er unterwegs – haben die antifa als eigenen soundtrack vereinnahmt…?
die ersten HC-bands gab es anfang der 1980er als fortentwicklung der punkszene, und immer schon war HC links, emanzipatorisch und antifaschistisch geprägt. es kam dabei zu personellen überscheidungen mit autonomen (linken!) und punks und antifaschisten, weswegen alles gemeinsam zu einer szene wuchs oder sich später (zwecks „qualifizierung“) quasi-abspaltete.
sie haben vielleicht den teils anti-kommunistischen oder unpolitischen hardcore von einigen US-bands im auge. aber auch wenn AGNOSTIC FRONT zeitweise umtsritten waren, roger miret, (ex-)gatte einer squaterin und anarchistin und antifaschistin, würde ihnen sicher eine sehr solide zahnbehandlung verabreichen, einfach so aus antifaschistischer überzeugung.
ansonsten ist der aber sehr nett. war mal stagehand bei ihm… mik
Also ich stand mal mit „blue eyed devils“-Shirt ungefähr eine Stunde lang vor seiner Bühne, ich durfte sogar ein paar mal in sein Micro zu „Crucified“ reinbrüllen und hab immer noch alle Zähne^^
Das soll man jetzt aber auch nicht überbewerten, bevor hier jemand meint, ich wolle AF zu einer White-Power-Band machen
könnten sie auch bei FLER machen, fiele auch nicht auf… mik
Der Unterschied ist, daß man die Blue Eyed Devils in der Hardcore-Szene kennt (wenn auch nicht unbedingt liebt) und in der HipHop-Szene eben nicht.
Abgesehen davon war ich noch nie auf einem Fler-Gig und denke, da würde unsereins eher riskieren aufs Maul kriegen, der Typ ist nämlich ziemlich unbeherrscht.
@Hempels: Na, ob sich da nicht mal jemand übernimmt? Nicht jeder interessiert sich für so eine musikalisch auch langweilige Band wie „Blue Eyed Devil“ von daher heisst das wohl nicht viel.
Btw. waren das nicht AF die sich nach 9/11 für ihre muslimischen Freunde eingesetzt haben und gegen die übertriebene Hysterie gegenüber allen „andersartigen“? Kann aber auch sein, dass das SOIA waren.
Der Kommentar von Enjoy Germany hat mich dann doch sehr lachen lassen, keine Ahnung aber große Fresse. Man kann sich halt die Welt immer so zurecht biegen wie man will.
Auch wenn ihr Bands wie „Moshpit“ habt, die übrigens auch den Hardcore nicht neu erfunden haben, aber wenigstens ihre Instrumente spielen können. Ihr klaut wie die Raben und das ist euch nicht mal peinlich. Eben weil ihr kein „Geschichtsbewusstsein“ habt. Eigentlich auch nichts anderes wie die lächerlichen Boneheads, die es ohne jamaikanische Einwanderer in England nicht geben würde und ohne Reggae schonmal garnicht.
Nix gelernt, nix kapiert. Wie üblich
@ Alessi
so ist es, danke!
die antifa muss auch dead kennedys missbraucht haben; die waren eigentlich unpolitisch, würde EG sicher meinen.
und mal schauen, ob er auch ironie versteht…SLAYER hatten die ja nüscht.
mik
Na wenn mir tagein tagaus vorgelabert werden würde dass Faschismus nur für Unterdrückung und Völkermord steht, na dann würde ich mich aber auch Antifaschist nennen. Sich so zu bezeichnen oder aber in roten Kreisen wirklich aktiv zu sein, ist dann schon ein Unterschied.
Und wie genau ist das eigentlich mit der Emanzipation? Wenn ich als „böser Nazi“ sage, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, muss ich mich dann gleich einen emanzipatorischen Nazi nennen, oder kann ich es auch einfach lassen und als Grundeinstellung ansehen?
Was euch einfach abfuckt ist, dass es Menschen in „eurer“ Hardcore-Szene gibt, die ihr Land mögen, und die für das fortbestehen ihres Landes sorgen möchten. Ist Heimatliebe also schon faschistisch und antiemanzipatorisch? (Das Wort „faschistisch“ benutze ich übrigens nur ungern, da es etwas anders als einfach nur Mord und Unterdrückung bedeutet, nutze es jedoch zur besseren Verständigung miteinander. Wenn ich also „faschistisch“ sage, dann meine ich das was ihr meint, nur sicher keinen Faschismus
) Seht es halt ein, ihr seid nicht die einzigen die sich modernen Jugendkulturen annähern, wobei man sich natürlich eingestehen muss dass „ihr“ einen leichten Vorsprung habt bzw. hattet. Es würde euch besser zu Gesicht stehen den eigenen Traditionen weiter zu folgen und MIT den Leuten zu reden als einfach nur ÜBER sie.
In ewiger Liebe
EG
PS: Die meisten hier genannten Bands sagen mir – das muss ich ehrlich sagen – nichts. Ich hör Hip-Hop (KEIN Fler), und da kommen sicher auch gleich die Vorwürfe…
Agnostic Front hingegen habe ich auch schon live gesehen, genauso wie Slapshot (und hoffentlich auch bald Terror, Madball und Blood4Blood), und da gab es trotz eindeutigen Oberteilen keine Probleme.
nutzen sie nur die musik und ihre eigenen faschismus-definitionen. genau das scheint ja bei einigen schon dazu geführt zu haben, dass sie derlei mit und mit als wurzelbehandlung begreifen. eines tages werden sie dann auch von den „kameraden“ angerufen und gefragt, ob sie kontakte zur antifa haben…und das nicht unbedingt, weil man sie auf solchen gigs gesehen hat, sondern der AN-kinderzirkus wieder vorstellung hat… „wir haben eine liste, diese liste die wird länger“, sangen DG ja mal (oder irre ich?), und nach klarmännchen haben sie dann vielleicht am ende auch einen rang und namen darauf, ebenso wie dortmunder, öcher, hessen, berliner, hanseaten usw.usf… mik
Ihre Anspielung verstehe ich nicht so ganz. Weder nutze ich eine eigene Faschismus-Definition, noch stört es meine Kameraden welche Musik ich höre. Ich habe den Begriff Faschismus lediglich so gebraucht wie sie ihn gebrauchen (mit extra Hinweis darauf) um eine bessere Kommunikation zu gewährleisten.
Desweiteren sagte ich ja auch nicht dass ich mich einen Antifaschisten nenne, sondern es nur tun würde wenn man mir tagein tagaus erzählt daß es nichts anderes als Mord und Unterdrückung bedeuten würde (so wie damals in der Schule), soll heißen: Da ich es jetzt besser weiß nenne ich mich so nicht (mehr).
Die Anspielung mit den Stadtnamen am Ende habe ich hingegen sehr wohl verstanden, und kann ihnen getrost sagen, dass ich keiner dieser Querfront-Spinner bin die irgendwann aussteigen, nur weil ihre vollkommen utopische Idee nicht akzeptiert wird. Mit solchen Leuten habe ich nichts am Hut, und werde es auch weiterhin vermeiden.
Das Kernanliegen bleibt, auch bei Nazis von heute, die Volksgemeinschaft. Nicht mehr/weniger. Natürlich gestehe ich dieses Recht auch jedem anderen Volk zu, und dafür wird mich sicherlich keiner meiner Kameraden steinigen oder auf eine Liste setzen wollen.
In ewiger Liebe
EG
PS: Ob DG das jetzt so gesungen hat weiß ich nicht, kenne nicht alle Lieder, wäre aber nicht auszuschließen.
eben: AN und kinderzirkus… mik
Meine Heimat lässt sich nicht in Nationalgrenzen pressen!