Düren. Bürgermeister Paul Larue (CDU) hat den Stadtrat aufgerufen, weiter für Toleranz und Gastfreundlichkeit in der Stadt einzutreten. Larue reagierte damit bei der konstituierenden Ratssitzung am Mittwochabend auf einen Ratsmann der NPD, der erstmals in dem Gremium vertreten ist. Mit Blick auf den NPD-Ratsmann machte der Bürgermeister auch deutlich, dass die „Demokraten im Rat weiter in großer Gemeinsamkeit gegen jegliche Form von Extremismus kämpfen und dafür Sorge tragen werden, dass Düren weiter eine gastfreundliche und offene Stadt bleibt“.

Vereidigung durch Handschlag: Links eine Spur von Freundlichkeit, rechts etwas Demut?
Für die NPD wird im Stadtrat nun René Rothhanns sitzen. Die NPD konnte in Düren bei der Kommunalwahl 2,61 Prozent der Wählerinnen und Wähler überzeugen, sie zu wählen. Für den Einzug in den Rat genügten dem ehemaligen Sozialdemokraten Rothhanns auf Platz 1 der NPD-Reserveliste 832 Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von gerade einmal 47,79 Prozent [1]. Rothhanns wurde von rund acht „Kameraden“, darunter Teile des NPD-Kreisvorstandes und NPD-Kreischef Ingo Haller, begleitet.
Antifaschisten hatten im Vorfeld der Sitzung an Besucher und Ratsleute Flugblätter verteilt, auf denen sie darauf hinwiesen, dass der sich bürgerlich und bieder gerierende Rothhanns erst kürzlich an einem Neonazi-Aufmarsch in Venlo [2] teilnahm. An dem Aufmarsch nahmen auch Neonazis in T-Shirts des NS-Netzwerkes „Blood & Honour“ (B&H) sowie „Combat 18“ (C18) teil. C18 ist der militante Arm des weltweit aktiven Neonazi-Netzwerks B&H. Die deutsche B&H-„Sektion“ respektive –„Division“ wurde 2000 durch das Bundesinnenministerium verboten.
Rothhanns wurde zu Beginn der Ratssitzung auf seinem Weg zur Vereidigung als Lokalpolitiker von einem „Nazis Raus!“-Ruf eines Antifaschisten begleitet. Als erste Entscheidung des neuen Stadtrates stand später die Abstimmung über eine Resolution auf der Tagesordnung, die sich für ein humaneres Bleiberecht für langjährig in Düren lebenden Flüchtlingen und Asylsuchenden ausspricht. Rothhanns stimmte als einziges Mitglied des Rates dagegen. [© Klarmann]
[1] RECHTS VON DER MITTE VERZAUBERT UND ENTZAUBERT SICH SELBST
[2] VERLÄNGERTES WOCHENENDE FÜR RUND 120 ANTISEMITEN IN VENLO
Ich habe Magenschmerzen bei dem gedanken, das nun die NPD im Rat der Stadt Düren vertreten ist. Rothhanns zeigte allerdings mehr Rückgrat hinsichtlich der Resolution, indem er dagegen stimmte und nicht wie viele andere Räte in kommunalen Vertretungen sich bei Beschlüssen enthalten oder einen Deal vor einer Entscheidung versuchen.
da wird der herr rothhanns sich aber freuen können, über so viel lob.
aber ob es wirklich der „peter“ ist, der letztens noch human war?
http://klarmann.blogsport.de/2009/09/14/asyl-klartext-zum-bleiberecht-und-den-geduldeten/#comment-28510
ja, er ist es…
mik
Aus Sicht der NPD:
„Was für ein Bild! Die Besucherterrasse des Sitzungssaals im Rathaus war überfüllt. Zahlreiche Bürger aus der Stadt und dem Dürener Kreis wollten sich die Vereidigung unserer neuen Würdenträger der Stadt nicht entgehen lassen. […]“
die haben immer noch nicht begriffen, dass sich teile des BgR abgesprochen hatten, um alle plätze ab 16.30 uhr zu besetzten, damit die nönazis entweder stehen müssen oder gar nicht erst platz finden…tja, hallers gute kontakte… mik
„Rothhanns zeigte allerdings mehr Rückgrat hinsichtlich der Resolution, indem er dagegen stimmte und nicht wie viele andere Räte in kommunalen Vertretungen sich bei Beschlüssen enthalten oder einen Deal vor einer Entscheidung versuchen.“
Meiner Erinnerung nach ist er aber auch einfach zu blöd, um was anderes zu tun, als seine Chefs im befehlen.
Beim besten Willen: Er ist einer der Menschen, die mich in meinem Leben am meisten enttäuscht haben.