Aachen. Wenn am Samstag Neonazis in Aachen aufmarschieren, sollen die Bürger diesen mit friedlichen Mitteln des Protestes ihre „tiefe Abscheu und strikte Ablehnung“ verdeutlichen. Dies fordert eine Erklärung, die Parteien und Initiativen gemeinsam mit Oberbürgermeister Marcel Philipp unterzeichnet haben. Die Stadt geht mit gutem Vorbild voran. Plakate und Transparente mit der Losung „Wir sind Aachen. Nazis sind es nicht!“ schmücken Behördengebäude und Teile der Aufmarsch-Strecke. Philipp und die Unterzeichner hingen am Freitag vor dem Bahnhof Plakate auf. Der OB rief die Bürger dazu auf, wie schon Heiligabend jene Plakate in ihren Fenstern zu hängen.

Wie berichtet [1], planen Neonazis am 31. Oktober den dritten Aufmarsch seit November 2008 in Aachen. Sie wollen sich um 12 Uhr am Hauptbahnhof versammeln. Antifaschisten rufen schon für 11 Uhr an gleicher Stelle zu einer Gegenkundgebung auf. Die Polizei richtet sich auf einen Großeinsatz ein. Verkehrsbehinderungen in dem Bereich zwischen Bahnhof, Theaterplatz und Franzstraße werden erwartet. Philipp sagte, es ärgere ihn „maßlos“, dass der braune Aufmarsch die Innenstadt für einige Stunden lahm legen könnte. Es sei „unsäglich“, dass Bürger, Gäste und Geschäftswelt das hinnehmen müssten.
Schon am Donnerstag hatten der OB, die Vorsitzenden der Ratsfraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und Die Linke, Vertreter beider Kirchen und der jüdischen wie muslimischen Gemeinden, aber auch der Aachener Friedenspreis und der DGB eine Erklärung veröffentlicht. „Wir bekräftigen abermals,“ heißt es darin, „dass Aachen kein Platz für solche hat, die rassistischen Hass und fremdenfeindliches, neonazistisches Gedankengut verbreiten.“ Man werde zusammenstehen gegen jenen, die Demokratie, Pluralität, Offenheit und Toleranz zerstören wollen.
Offensichtlich sei die am Tag des Aufmarsches in Eschweiler stattfindende Regionalkonferenz „Aktiv gegen Rechts“ Anlass für die Neonazi-Aktion in Aachen. „Diese, unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters der Stadt Eschweiler stattfindende Veranstaltung, wird von uns,“ heißt es in der Erklärung, „als eine gute Gelegenheit begrüßt, Aktivitäten gegen rechtsextremistische Bestrebungen noch besser zu koordinieren.“ Als Zeichen der Solidarität wird OB Philipp diese Konferenz kurz besuchen. Unterdessen haben die Neonazis im Anschluss an den Aufmarsch zudem eine Kundgebung in Eschweiler angemeldet, um direkt gegen das antifaschistische Treffen zu protestieren.
Die Aachener Stadtverwaltung hat mehr als 10.000 Plakate mit der Aufschrift „Wir sind Aachen. Nazis sind es nicht!“ drucken lassen und verteilt. Das Motiv kann auch im Internet unter www.aachen.de abgerufen und ausgedruckt werden. Philipp sagte, die Menschen sollten „gemeinsam deutlich ein Zeichen setzen.“ Er hoffe, dass die Neonazis dieses dann auch verstehen und ähnliche Zeichen „in Zukunft nicht mehr nötig“ seien. Philipp und die Unterzeichner der Erklärung riefen überdies dazu auf, sich am 9. November um 17.30 Uhr vor der Synagoge an einer Gedenkfeier für die Opfer der Pogromnacht 1938 zu beteiligen. Man könne so der Opfer gedenken, aber ebenso ein Zeichen für die Demokratie und „eine menschlichere Zukunft“ setzen. [© Michael Klarmann; für AN]
[1] Hintergründe und Artikel im Blog zu den Aufmarschplänen und der Konferenz siehe aktuell unter folgender SUCHANFRAGE (Ggf. scrollen/blättern.)
Aus Sicht der Stadt Aachen, Pressemitteilung:
Oberbürgermeister Marcel Philipp: „Wir wissen uns zu wehren gegen
rechtsradikales Gedankengut“
Plakataktion angelaufen im Vorfeld der Neonazi-Demonstration
„Wir sind Aachen, Nazis sind es nicht“. Leuchtend gelbe Plakate mit
diesem Slogan hängen bereits an fast allen Fenstern des
Verwaltungsgebäudes am Hauptbahnhof. Die Stadt Aachen hat 10.000
Stück drucken lassen, um Position zu beziehen gegen die für morgen
geplante Demonstration von Neonazis. „Wir wollen damit verdeutlichen,
dass wir bereit sind, Gesicht zu zeigen gegen den Rechtsradikalismus“,
erklärte Oberbürgermeister Marcel Philipp heute Nachmittag auf dem
Bahnhofvorplatz. Mit ihm bekräftigten unter anderem Vertreter der
Ratsfraktionen, Kirchen und Gewerkschaften ihre Haltung gegen die
Neonazi-Demonstration. „Leider haben wir schon im vergangenen Jahr
zweimal die gleiche Situation wie jetzt erlebt. Es besteht gar kein
Zweifel, dass die Stadt Aachen sich gegen die Verbreitung
rechtsradikalen Gedankenguts zu wehren weiß“, sagte Philipp. Er kündigte
an, auf einer morgen in Eschweiler geplanten Veranstaltung „Aktiv gegen
Rechts“ aufzutreten (ab 10 Uhr, Waldschule, Friedrichstraße 12-16,
Eschweiler). Außerdem werde am 9. November, der sogenannten
„Reichspogromnacht“, an der jüdischen Synagoge eine Mahnwache
organisiert, um den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken.
„Das sind deutliche Zeichen – ich hoffe, dass sie verstanden werden. Wir
haben die gemeinsame Aufgabe, für Toleranz einzutreten und für die
Vielfalt zu werben, die wir in Aachen leben“, so der Oberbürgermeister
weiter. Er bedauerte, dass es nicht gelungen sei, die Demonstration der
Neonazis zu verhindern. „Es ist unsäglich, das hinzunehmen.“
Am Donnerstag haben die im Rat der Stadt Aachen vertretenen Fraktionen
gemeinsam mit Kirchen und Gewerkschaften ihre Haltung gegen den
Rechtsradikalismus bekräftigt. In einer Resolution heißt es unter
anderem, „dass Aachen kein Platz für solche ist, die rassistischen Hass
und fremdenfeindliches, neonazistisches Gedankengut verbreiten.“
Lokalpresse (blau) dazu:
http://www.az-web.de/lokales/aachen-detail-az/1099927?_link=&skip=&_g=Schulterschluss-gegen-den-Aufmarsch-der-Neonazis.html
WDR-Lokalzeit im weitesten Sinne dazu:
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2009/10/30/lokalzeit_aachen.xml?offset=250&autoPlay=true
Na das war wohl nichts, mit den Plakaten. Keine sau hatsb ans Fenster gehangen,ausser die Öffentlichen Gebäude 10.000 Plakate ich hau mich weg ha ha ha!
müssen sie anders sehen: na, das war wohl nix mit dem aufmarsch bei 80 leuten und manöver-kritik vor versammelter „kameradschaft“ durch skoda an reitzensteins motto…ansonsten noch viel spaß dabei, die muttersprache ihres vaterlandes zu erlernen. ich hau mich weg, ha ha ha, anti-antifa… mik