Aachen/Eschweiler. Rund 80 Neonazis sind am Samstag, 31. Oktober 2009, in Aachen „gegen linke Gewalt“ aufmarschiert. Im Anschluss daran demonstrierten rund 70 der „Kameraden“ in Eschweiler – und griffen Antifaschisten an.
Zu dem Aufmarsch in Aachen und der Standkundgebung vor dem Bahnhof in Eschweiler (Kreis Aachen) hatte Axel Reitz (Pulheim) aufgerufen. Richtete sich der Aufmarsch in Aachen unter dem Motto „Gegen linke Gewalt – für das Verbot der Antifa“ vorwiegend gegen Überfälle von Antifaschisten auf Neonazis – darunter zwei Angriffe auf den Sohn des Alt-Neonazis Christian Malcoci aus Grevenbroich bei Neuss –, stand die Kundgebung in Eschweiler im Zusammenhang mit einer Regionalkonferenz von Nazigegnern aus dem Großraum Aachen. Schirmherr der Konferenz war Bürgermeister Rudi Bertram (SPD), unter den Teilnehmern waren auch der Oberbürgermeister von Aachen, Marcel Philipp (CDU), und der Bürgermeister von Stolberg, Ferdi Gatzweiler (SPD). Als Redner fungierten bei dem rechten Doppelaufmarsch der schon u.a. wegen Volksverhetzung inhaftiert gewesene Reitz, ein „Kamerad“ der „Nieuw-Solidaristisch Alternatief“ (N-SA) aus Flandern, der „Pro NRW“-Aussteiger und Neonazi-Einsteiger René Emmerich (Köln), der Neonazi-Kader Sven Skoda (Düsseldorf) sowie der einschlägig vorbestrafte „Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Schlägerbande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René Laube (Vettweiß). Laube ist zudem zweiter stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Düren. Teilnehmer der beiden Aufmärsche waren u.a. der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Aachen und Stolberger Ratsmann, Willibert Kunkel, der Neonazi Sascha Krolzig (Hamm) und die NPD-Chefin aus Düsseldorf, Nicole Schonhofen. Unter den Teilnehmern waren auch Personen, die selbst schon seit Mitte 2007 wegen Gewalt gegen Antifaschisten oder alternativ aussehende Menschen im Großraum Aachen aufgefallen sind oder vor Gericht verurteilt wurden. Örtlichen Antifaschisten zufolge griffen Teile jener „Kameraden“, teils bewaffnet und mit Flaschen werfend, in der Nacht auf Sonntag erneut Antifaschisten an, diesmal Besucher des linken Konzertortes „Autonomes Zentrum“. [© Michael Klarmann; für BnR(siehe dazu auch den ausführlichen Bericht mit Fotos im Blog HIER]
Es sei noch einmal daran erinnert, dass es möglicherweise zudem einen Angriff auf Privatwohnung eines VVN-BdA Mitglieds als Nachspiel zum Aufmarsch in Aachen gab:
http://siegen.blogsport.de/2009/11/02/angriff-auf-privatwohnung-eines-vvn-bda-mitglieds/