Mitte/Rechts: Prozess gegen früheren SS-Mann geht weiter – mit weiteren Provokationen eines NPDlers

Aachen. Das Aachener Landgericht hat am Montag einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens gegen den ehemaligen SS-Mann Heinrich Boere laut Lokalpresse [1] zurückgewiesen. Die Verteidigung hatte die Einstellung des Falls gefordert. Sie hatte argumentiert, Heinrich Boere sei schon 1949 wegen der ihm vorgeworfenen Morde in den Niederlanden verurteilt worden. Deshalb könne er jetzt nicht wieder vor Gericht gestellt werden.

Der Kammervorsitzende Gerd Nohl sah das demnach jedoch anders: Die damals verhängte Strafe sei nie vollstreckt worden, begründete er die Entscheidung der Kammer. Boere war nämlich vor der Vollstreckung des Urteils nach Deutschland geflohen. 1944 soll er als Mitglied eines SS-Sonderkommandos in den Niederlanden drei Zivilisten heimtückisch erschossen haben.

Nachdem kürzlich eine starke Schwerhörigkeit des ehemaligen SS-Mannes bekannt geworden war, hatte sich das Verfahren verzögert [2]. Unterdessen verfügt der Angeklagte über Hörhilfen. Der Vorsitzende Nohl äußerte, er gehe davon aus, dass Boere nun in der Lage sei, dem Verfahren auch akustisch folgen zu können.

Der Prozess wurde wieder von Personen aus der Neonazi-Szene beobachtet. Der Beisitzer im Vorstand des NPD-Kreisverbandes Düren, Frank […], der bislang mit einem T-Shirt seiner „Kameradschaft Westwall“ und Aussagen gegenüber Medienvertretern für Aufsehen sorgte [3], provozierte heute mit einem T-Shirt der „Freien Nationalisten Euskirchen“ (FNE) – und glorifizierte mit dem Rückenaufdruck die Soldaten Nazideutschlands. [© Klarmann]

[1] Direktlink
[2] VERZÖGERUNGEN VERZÖGERN DAS VERFAHREN GEGEN FRÜHEREN SS-MANN WEITER
[3] VORGETÄUSCHTE KAMERADSCHAFT – DIE KAMERADSCHAFT WESTWALL


3 Antworten auf “Mitte/Rechts: Prozess gegen früheren SS-Mann geht weiter – mit weiteren Provokationen eines NPDlers”


  1. 1 Jens 23. November 2009 um 18:58 Uhr

    Ach, deswegen liefst du da rum ^^

    ja, aber weswegen fuhren sie aufzug? hatte sie ja noch gegen 11 uhr begrüßen wollen, aber da waren sie schon „abgetaucht“… mik

  2. 2 Wehrhafte Demokratie 23. November 2009 um 20:45 Uhr

    Wenn der Anwalt beantragt das Verfahren einzustellen, weil Boere wegen der Tat schonmal vor Gericht stand, dann erkennt er damit doch auch zwangsläufig an, dass Boere dort zu lebenslang verknackt wurde. Somit steht einem Antritt der Haftstrafe doch nichts im Wege, oder gibt es da irgendwelche komische Juristenlogik?

  3. 3 EnjoyLiberty 24. November 2009 um 15:51 Uhr

    @Wahrhafte Demokratie

    Nunja. Deutschland kann Boere nicht an die Niederlande ausliefern, der Prozess muss in Deutschland anscheinend komplett wiederholt werden, damit er gegebenenfalls hier ins Gefängnis kommt.

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