Wirtschaft: Hunger kosten? Alle Armut ist bezahlt…

Berlin. „Ein Kind, das heute am Hunger stirbt, wird ermordet. Der Hunger ist menschengemacht. […] Es ist die Politik des Weltwährungsfonds, die [hoch verschuldeten] Länder [in der ‚Dritten Welt’] zu zwingen, die Gläubigerbanken zu bezahlen. Dafür benötigt man Kolonialgüter, also zum Beispiel Erdnüsse aus dem Senegal für die Speiseölindustrie oder Baumwolle für die Textilbranche[, die in den oder die für die reichen Länder produziert]. Überall wo der Weltwährungsfonds Strukturmaßnahmen durchführt, steigen die Agrarflächen für den Export. Wo aber Baumwolle wächst, da wächst keine Hirse mehr. […] Aber die Exportsubventionen [für reiche Staaten, die in arme Länder exportieren, weil so Produkte billiger werden als die der einheimischen Produzenten und Bauern,] müssen weg, oder wir müssen zumindest Hungerflüchtlingen Asyl gewähren in Europa. Man stirbt ja nicht nur an einer Polizeikugel, man stirbt viel mehr am Hunger. Das muss ein Grund für Asyl sein.“ Jean Ziegler gegenüber dem Fluter (Interview-Seiten als .PDF-Datei)