Altpapier: Warum Rourke mal Bukowski spielen durfte

1987 erschien der Film „Barfly“ – Drehbuchautor war Charles Bukowski, der für den Film einen Teil seiner jungen Jahre als Säufer, Schläger und unbekannter Dichter skizziert hatte. Mickey Rourke spielte in dem Film den alter ego Bukowskis, Henry „Hank“ Chinaski; Faye Dunaway dessen äußerst solide-verrückte Säuferfreundin. In dem Buch „Hollywood“ (1989, dt. Erstausgabe 1990) beschrieb Bukowski damals das Chaos rund um die Produktion des Films. Er konnte zwar schon von seiner Schreiberei leben und war längst nicht mehr der verrückte Hund wie zuvor, verachtete aber die Filmbranche – und ließ sich dennoch auf das Drehbuch ein. Erste Gespräche, Verhandlungen, ein abenteuerlicher Rechtehandel, Starallüren, Pleiten der Produktionsfirmen, Pannen und dann die Premiere – viele Jahre dauerte alles letztlich. Aber Hank wäre nicht Hank, hätte er nicht später den Entschluss gefasst, die dabei erlebten Absurditäten und den Wahnsinn der Filmindustrie in seiner Mischung aus Großkotzigkeit und Humoresken extremst unterhaltsam niederzutippen. Und auf Seite 294 (dt. Erstausgabe) fragt seine Freundin ihn nach der Filmpremiere, was er denn jetzt machen werde, wo alles vorbei sei. Einen Roman schreiben, laut Hanks Antwort, und zwar mit dem Titel „Hollywood.“ Der letzte Satz lautet überraschend wie folgerichtig: „Und das ist er.“ [© Klarmann]


1 Antwort auf “Altpapier: Warum Rourke mal Bukowski spielen durfte”


  1. 1 phenocorp 27. Dezember 2009 um 2:02 Uhr

    Das ist ja alles schön, gut und längst bekannt..aber warum Rourke nun den Chinaski geben DURFTE, genau das verrätst du uns nicht…du landest damit zwar immerhin in den google alerts für Mickey, und ich damit auf deiner Seite, aber mehr auch nich…

    Übrigens war Buk damals in den letzten Jahren seines Lebens ein ziemlich gut betuchter Exot im Business, der meines Erachtens arrogant gegenüber der Industrie-Maschine, als die er Hollywood zweifelsfrei betrachtete, in Erscheinung trat, zumindest was den Film betraf zu Unrecht, denn der ist einfach gelungen schmutzig(vielleicht bis auf die Binnenepisode mit der Verlagsfrau), mit einigen großen Szenen. Was die großartigen Leistungen des Duos Rourke/Dunaway bertifft, sieht man das ganz deutlich währrend des Cameo-Auftritts von Buk; da wirkt, wenn man genau hinschaut eigentlich eher der wie der deplazierte, etwas ältere, spießige Herr, der einem völlig verrotzten und humpelnden Chinaski/Rourke nicht gerade wohlwollend hinter her blickt, als der sich in seiner Stammkneiupe zum ersten Mal der kreuzunglücklichen versoffenen Wanda/Dunaway nähert…

    Diese Haltung kommt übrigens auch in einigen Aussagen der unbedingt sehenswerten „Bukowski-Tapes“ zum Ausdruck, von denen es viel mehr gibt als auf der Sonder-Editon der Neu-Herausgabe von „Barfly“ zu fnden sind… was sehr Schade ist, sind diese langen Interviews mit Buk doch absolut sehenswert…wenngleich eben auch in ihnen überdeutlich wird, wie sehr er sich in den Mittelpunkt stellt, positiv ausgedrückt, wie froh er ist, dass er es endlich geschafft hat!

    falls es ihnen noch nicht aufgefallen ist: (fast) jeder neu geschriebene text im web landet unter den google treffern ziemlich weit oben, wenn er neu ist (eben weil google ihn neu gefunden hat). er wird dann später von wiederum neu geschriebenen texten oder den „klassikern“ wieder verdrängt (was außerhalb der feiertage und bei bekannten namen/news im halbtagestakt geschieht). wer sich also dem vorwurf entziehen will, nicht die google-treffer „manipulieren“ zu wollen, der publiziere ausschließlich im print… mik

    ps. ansonsten sind sie auch nur jemand, der durch google auf einen beitrag des blogs trifft, hier unaufgefordert den nörgler gibt, aber sich weder damit auseinandersetzt, was im blog vor sich geht, noch, was die „altpapier“-sparte ist…

    [nachtrag] und wo ich soeben die blog-statistik-tools durchgeblättert habe: bei täglich rund 700 bis 800 besucher, über die feiertage aber nur rund 500 täglich, machen die zwei bis drei besucher, die via google über die rourke-anfrage aufs blog stießen, auch nicht eben viel aus…

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.