In seinem letzten Roman „Ausgeträumt“ („Pulp“) widmete sich Charles Bukowski den Detektiv-Stories nach Art eines Philip Marlowe (Chandler). Hanks Privatdetektiv Nick Belane muss indes nicht nur ein Bukowski’sches Alkohol- und Barhocker-Problem lösen, sondern sehr sonderbare Fälle. Lady Death etwa will endlich Celine haben, ein Bestatter eine umwerfend aussehende Außerirdische – die sich später in Belane verlieben wird – loswerden und ein eifersüchtiger Fettwanst glaubt, seine hinreißend junge und gut aussehende Gattin gehe ihm fremd – vielleicht auch mit Celine? Solche Mandanten buchen Belane, der letztlich selbst irgendwie gar keinen der Fälle so richtig löst, sondern mehr durch die Hilfe von Kommissar Zufall und Aktionen jeweils anderer Auftraggeber.
Das Buch (USA, 1994) wurde in Deutschland erst 1995 nach dem Tod Bukowskis veröffentlich. Hank schreibt hier erstmals in einem Roman fiktional, wobei Belanes Suff sicherlich Ausmaße annimmt, die an Bukowskis Jahre bei der Post erinnern. Marlowe-mäßige Coolness des Schnüfflers reichert Hank dabei mit seinem ihm eigenen Sarkasmus und autobiografischen Anleihen an (Pferdewetten). Auch liest man zwischen den Zeilen immer wieder heraus, dass Bukowski todkrank war und wohl auf das Sterben „hinschrieb“ – indes extremst unterhaltsam. Und wenn Belane zwischen Suff und Resignation eine Sex-Hotline anruft, dann geht der Dialog so:
„Nick, Nick, mein lieber Junge, ich bin viel zu heiß, um ne Erkältung zu kriegen!“
„Was?“
„Ich hab gesagt, ich bin viel zu heiß für ne Erkältung.“
„Na, du klingst aber erkältet. Oder rauchst du zuviel?“
„Ich rauche nur eins, Nick!“
„Und was ist das, Kitty?“
„Kannst du’s nicht raten?“
„Nee.“
„Schau mal an dir runter, Nick.“
„Na gut.“
„Was siehst du?“
„Ein Glas Scotch. Das Telefon…“
„Was noch, Nicky?“
„Meine Schuhe…“
„Nick, und was ist das für ein großes Ding, das da vorne von dir absteht?“
„Ach, das. Das ist mein Bauch.“ [© Klarmann]
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