Geschichte: Propaganda schärfstens auf Vogelsang besprochen

Schleiden. „Sprechchor und Lied – schärfste Waffen der Propaganda“ ist der Titel eines Vortrages, in dem Rainer Hülsheger über die Funktion des Liedes in der NS-Propaganda berichtet: Den NS-Propagandisten galten Sprechchor und Lied als geformte Glaubensbekenntnisse. Durch einstimmiges Singen und gemeinsames Marschieren sollte ein Gefühl universeller Macht und Unbesiegbarkeit entstehen.

Feindselige Affekte gegenüber Außenstehenden, die Aufgabe des eigenen freien Willens und der Glaube an die Wahrheit der Liedaussage waren erwünschte Folgen. Mancher Zeitgenosse berichtete nach 1945, in seiner Jugend durch die Lieder mitgerissen und verführt worden zu sein.

Hülsheger deckt anhand des NS-Liederbuchs „Sonnenlauf in Lied und Spruch, um die Gezeiten und Feste des Jahres (II)“ in einem bebilderten Vortrag unter Einspielung von Liedteilen die Verführungskraft dieser Melodien und Texte auf.

Der etwa 60-minütige Vortrag im Forum Vogelsang, Großer Saal Westflügel, kostet 4 Euro Eintritt. Der Vortrag findet statt im Rahmen der „Vogelsang-Sonntagsreihe“ am 10. Januar, 11.30 Uhr. [Textquelle: redigierte Pressemitteilung]