Rechts: NPD-Verteilaktionen im Raum Heinsberg wegen Sexualstraftäter

Heinsberg. Die NPD will am gestrigen Mittwoch (20.1.) eine „Massenverteilung [von Flugblättern] in Heinsberg-Randerath und Umgebung“ begonnen haben. Anlass dafür ist ein in dem Ort lebender Sexualstraftäter. Angeblich will die NPD „den Bürgerinnen und Bürgern […] zeigen, daß die Partei an ihrer Seite steht und [nur sie] die Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nimmt,“ heißt es in einem Bericht dazu. Das Flugblatt und der entsprechende Bericht zeigen indes ebenso auf, dass die Aktion eigentlich im Rahmen des NRW-Landtagswahlkampfes stattfindet. An der aktuellen Situation könne man nicht alleine dem Täter „die Schuld geben, sondern einem System, das solch ein Unrecht zuläßt“ (Flugblatt-Text).

Dass sich die, von der NPD üblicherweise als „Systemparteien“ und „Systemschergen“ (Polizei) benannten Vertreter aus Lokal- und Landespolitik seit rund einem Jahr mit dem Thema beschäftigt, der Heinsberger Landrat Stephan Pusch (CDU) die Bevölkerung aufklärte sowie der seine Haftstrafe verbüßt habene Täter von der Polizei überwacht wird, scheint der NPD egal zu sein. Sie schreibt in dem Flugblatt: „Dieser Fall macht deutlich, daß die sicherheitspolitischen Ansichten der Systemparteien und der NPD konträr zueinander verlaufen. Während die Altparteien den Tätern immer wieder Gnade vor Recht ergehen lassen, fordern wir endlich effektiven Operschutz. Nicht irgendwelche gestörten Gestalten bedürfen des Schutzes der Gemeinschaft, sondern unsere Kinder.“

Nicht fehlen darf dabei natürlich der Wahlkampf und ein Wahlaufruf ausgerechnet der Partei, die in NRW eng mit militanten Neonazis kooperiert: „Um NRW wieder sicher zu machen, wird sich die NPD im Düsseldorfer Landtag für folgende Forderungen stark machen: […] Todesstrafe für Serienvergewaltiger und Kindermörder.“ Die rechtextreme Partei mit einer Vorliebe für den Nationalsozialismus – von der Antifa Düren wegen der durch Hitler-Deutschland begangenen Menschenrechtsverletzungen und Massenmorde auch „Nachwuchs-Menschenschänder“ genannt, die kein Recht dazu hätten, sich als Kinderschützer darzustellen – hatte unlängst angekündigt, dass man wieder in Randerath „protestieren“ wolle [1]. [© Klarmann]

[1] NPD will abermals in Randerath aufmarschieren


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