…titelt die Lokalpresse und berichtet [1], dass ein 20-jähriger Neonazi aus Windeck (Rhein-Sieg-Kreis) vom Amtsgericht Waldbröl zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden ist. Der Neonazi gilt als Führungskader der „autonom“-national(sozial)istischen „Aktionsgruppe Windeck“ (AG Windeck) und war nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ mehrfach Teilnehmer von Aufmärschen in der Region, etwa in Aachen, in Stolberg und in Heinsberg-Randerath.
In Randerath marschierte der nun Verurteilte im März 2009 gemeinsam mit Neonazis wie Axel Reitz (Pulheim), Christian Malcoci (Grevenbroich bei Neuss) und Sven Skoda (Düsseldorf) unter dem Motto „Todesstrafe für Kinderschänder“ auf, filmte teilweise die Reden von Skoda sowie Reitz und veröffentlichte die Videoclips später als Neonazi-Propaganda im Internet – die jetzt verhängte Gesamtstrafe bezieht laut Lokalpresse übrigens auch eine Haftstrafe ein, die 2009 gegen den Neonazi wegen einer Vergewaltigung verhängt worden war.
Das Verfahren am Mittwoch in Waldbröl fand statt wegen eines Körperverletzungsdeliktes und das hat sich demnach auf der Fahrt zu einem Neonazi-„Trauermarsch“ für die Opfer des „Bomben-Holocausts“ in Dresden in einem Zug ereignet: „In der Bahn nach Köln fragte er mitten in der Nacht einen ausländisch aussehenden jungen Mann, ob er etwas gegen Nazis habe. Für ein ehrliches ‚Ja’ hagelte es Ohrfeigen. Auf ein Zeichen von [dem nun Verurteilten] stürzten sich neun dunkle Gestalten prügelnd und tretend auf das Opfer. Als der Zug in Köln hielt, verschwanden sie,“ schreibt die Lokalpresse dazu.
Das Gericht stufte den 20-Jährigen demnach „als gefährlichen Gewaltverbrecher“ ein, „zwei weitere Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung in Mönchengladbach und Siegen“ stünden noch an. Dies alles hinderte den Neonazi offenbar aber nicht daran, in Stolberg bei rechten „Trauermärschen“ für das Opfer einer Gewalttat mitzumarschieren – allerdings richteten sich diese von dem Dürener NPD-Kreischef Ingo Haller organisierten Aufmärsche ja auch nur „gegen Ausländerkriminalität“…
In Aachen war der nun verurteilte 20-Jährige Teilnehmer eines Aufmarsches der Neonazis Axel Reitz und Christian Worch (Hamburg), der am Vortag zum 70. Jahrestages der Pogromnacht 1938 unter dem Motto „Gegen einseitige Vergangenheitsbewältigung! Gedenkt der deutschen Opfer!“ stand. In Randerath hatte im März 2009 ein Vertreter der „Aktionsgruppe Windeck“ in seiner Rede übrigens die Todesstrafe nicht nur für „Kinderschänder“, sondern ebenso „für Richter [und Ärzte], die solche Leute frei lassen“ gefordert. Was er für einen wegen Vergewaltigung verurteilten „Kameraden“ fordern würde, ist leider nicht überliefert… [© Klarmann]
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