Rechts: Neonazis marschierten in Randerath auf

Heinsberg. Im Anschluss an ihre Teilnahme an eine Demonstration gegen „Kinderschänder“ in Marl [1] haben sich Neonazis aus der Region am Samstag einer in Heinsberg-Randerath stattfindenden Kundgebung einzelner Bürger angeschlossen. Dies berichten Lokalpresse [2], Veranstalter [3], Neonazis und Polizei. Besagte tägliche „Mahnwache“ aus bürgerlichen Kreisen wird seit rund einem Jahr abgehalten und richtet sich gegen einen in Randerath lebenden, aus der Haft entlassenen Sexualstraftäter. NPD und Neonazis hatten deswegen unlängst weitere Proteste [4] und Flugblatt-Aktionen [5] angekündigt, Neonazis selbst hatten dazu aufgefordert, sich den abendlichen Bürgerprotesten „ordentlich angezogen“ anzuschließen [6].

Unter der völlig vermurksten Überschrift „Skinheads demonstrieren bei Karl D.“ [7] berichtet die Lokalpresse, zahlreiche Streifenwagen der Polizei seien am Sonnabend nach Randerath beordert worden. „Der Grund war eine außergewöhnlich hohe Anzahl von Demonstranten, die am Bahnübergang unweit der Wohnung von Karl D. lautstark ihren Unmut gegen die Anwesenheit des […] Sexualstraftäters kund taten.“ Anlass für die Polizeipräsenz sei gewesen, dass „sechs Fahrzeuge mit ‚Skinheads’ am Ortsrand“ aufgetaucht seien. „18 Personen [Skinheads; sic!] seien anschließend nach Randerath gekommen, um die Proteste an diesem Tag zu unterstützen. Deshalb skandierten über 40 Protestler ihre Parolen gegen Karl D. […].“

Laut Lokalpresse sollen an jenem Abend also bürgerliche Protestler und Neonazis einen Schulterschluss vollzogen haben. Neonazi-Kreise selbst behaupten derweil in einem Szeneforum, „knapp 30 Kameraden der Kameradschaft Aachener Land“ hätten sich der bürgerlichen „Mahnwache“ angeschlossen. Der Veranstalter besagter Bürgeraktion berichtet selbst von rund 30 bis 40 zusätzlichen Personen vor Ort, die er offenbar nicht zu den täglichen Besuchern seiner Aktion zählte. Die Polizei will bei der täglichen „Mahnwache“ am Samstagabend indes genau 33 Demonstranten gezählt haben, darunter zirka zwanzig Personen, die sie der rechtsextremen Szene zurechnete. Demnach wären die Neonazis in der Überzahl gewesen.

Thomas Brauckmann, Mitorganisator der täglichen „Mahnwache“ gegen den Sexualstraftäter in Randerath, will den Neonazis dennoch erklärt haben, man werde „keine Randale, keine politischen Aussagen und keine Übergriffe gegen den Kinderschänder“ zulassen. „Mitgebrachte Transparente w[u]rden von uns abgelehnt. Und es funktioniert, keine Randale!“ Zudem schreibt Brauckmann in dem Posting in einem Forum [3]: „Unser Beitrag zur Deeskalation [war] die friedliche Durchführung der Demo, die Polizei zeigt[e] Präsenz und die Medien werden uns zerreißen.“ Vor rund einem Jahr hatte Brauckmann Neonazis noch abgewiesen, die sich dem Protest anschließen wollten – obschon sich zuvor auch wiederholt einzelne Neonazis unter die Bürgerproteste gemischt hatten.

Laut Polizei lag der Behörde bis heute morgen keine Anmeldung für einen von NPD und Neonazis angekündigten Aufmarsch [4] in Randerath vor. [© Klarmann]

[1] Haller und Reitz werden einiges zu Schreien haben
[2] Weil Realsatire einfach alles darf, erlaubt sich „Klarmanns Welt“ auch auf diesen M*** hinzuweisen: Direktlink
[3] Foren-Posting
[4] Neonazi-Aufmarsch in Heinsberg-Randerath offenbar am 20. Februar; NPD will abermals in Randerath aufmarschieren
[5] NPD-Verteilaktionen im Raum Heinsberg wegen Sexualstraftäter
[6] NPD will abermals in Randerath aufmarschieren
[7] Korrekt müsste es lauten: „Neonazis demonstrieren gegen Karl D.“


7 Antworten auf “Rechts: Neonazis marschierten in Randerath auf”


  1. 1 DEMOkrat 08. Februar 2010 um 17:17 Uhr

    Auch wenn die Verantwortlichen es dementieren, so zeigen sie durch ihr Verhalten deutlich wes Geistes Kind sie sind. Hat man zu beginn, unter der massiven Medienpräsenz, noch dankend abgelehnt als die Rechtsaussenfraktion nach Profilierungsmöglichkeiten ersuchte, so ist man jetzt gar nicht mehr abgeneigt und verkündet stolz sich „nicht Vorführen“ zu lassen und im Gegenzug so gar „deeskalierend gewirkt“ zu haben.
    Das ist natürlich Unfug, denn: Wenn die täglichen Demonstranten es nicht schaffen die Nazis entweder von der Versammlung auszuschliessen (genug Polizei um das durch zu setzten war ja wohl da) oder ihre Kundgebung aus Protest gegen die ungebeten Kammerratten einfach vorzeitig zu beenden, dann zeigt das ganz deutlich, dass die entweder maximal fixiert sind auf ihren inhaltlich wie methodisch fragwürdigen Protest oder aber dass sie die Anwesenheit von vorbestraften politischen Gewalttätern nicht als sehr störend empfinden; wahrscheinlich beides.
    Mich jedenfalls nimmt es Wunder, dass man mit Verbrechern die Null Einsicht zeigen und ihrer Verbrechen auch noch glorifizieren gegen einen demonstriert, der bezüglich seiner Erkrankung therapiebereit ist.

  2. 2 Klar, Mann? 09. Februar 2010 um 20:02 Uhr

    Aus Sicht der KAL:

    „[…] Am Abend des 6. Februar trafen sich knapp 30 Nationale Aktivisten, um an der täglichen Mahnwache der Randerather Bürger teilzunehmen. […] Im demokratischen und linken Spektrum wird dieser Kinderficker (wie auch andere) in Schutz genommen oder gar für ihre politischen Zwecke missbraucht. Unter Anderem hat eine Abgeordnete der Grünen aus dem Raum Heinsberg dafür Sorge tragen wollen, dass der Protest gegen den Kinderschänder ausbleibt. […] Der regionale, linke Publizist Klarmann versuchte den Kinderschänder über Kommentare auf seiner Publikationseite in Schutz zu nehmen, als Nationalisten im Weltnetz ihren Unmut gegen Karl D. aussprachen. Immer wieder versuchen Antifaschisten und linke Demokraten Demonstrationen mit gegen Kinderschänder zu stören. […]“

  3. 3 DEMOkrat 09. Februar 2010 um 20:43 Uhr

    „Immer wieder versuchen Antifaschisten und linke Demokraten Demonstrationen mit gegen Kinderschänder zu stören.“

    Das sollte wohl heißen: Immer wieder versuchen Antifaschisten und linke Demokraten Demonstrationen mit Kinderschändern zu stören, nicht zu letzt so gesehen vor gut zwei Jahren in Aachen.
    http://klarmann.blogsport.de/2008/12/24/rechts-peinlich-peinlich/

    Abgesehen davon sind es natürlich auch keine Randerather Bürger; unterbinden grüne Abgeordnete bestimmt keinen Protest, sondern treten, zusammen mit anerkannten Staatsrechtlern, für verfasste Rechte ein; und der Publizist (eigentlich aber ein vom jüdisch-bolschewistisch infiltrierten BND eingesetzter Agent, der unter dem Deckmantel eines Politbürooffiziers der kommunistischen Plattform in der Limkspartei Aachen die Weltrevolution voran zu treiben versucht indem er dem stolzen doitschen Volk hinterrücks den Dolsch ins Fleisch zu treiben versucht ;) ) Klarmann nimmt auch nirgendwo „Kinderschänder“ in Schutz, sondern beschreibt die Bemühungen der Neofaschisten um das Thema als das was sie sind …

    bah, BND, kinderzirkus, schlimmer als die „autonomen nationalisten“ – und zahlen tut der auch schlecht. ich setz da voll auf CIA und mossad… mik ps. jaja, ich glaube schon, dass das gros der nönazis weiß, wie die antwort zu bewerten ist, aber für die dümmsten darunter erlaube ich mir, ein ;-) hinterherzukegeln…

  4. 4 Kameradschaft Idiotenfront 10. Februar 2010 um 9:06 Uhr

    „Im demokratischen und linken Spektrum wird dieser Kinderficker (wie auch andere) in Schutz genommen oder gar für ihre politischen Zwecke missbraucht.“

    Wo bitte missbrauchen Linke das Thema Kinderschänder?!
    Ääähh, wer versucht denn vergeblich alles mögliche mit diesem Thema zu reißen? Linke oder ihr Faschisten?
    Ohh man… :D Lächerlich seid ihr – wie eh und jeh.

    Achja D.U.: „Gedenken? – Geht denken!“ ?? Solltest Du Dir vielleicht mal an DEINE Hauswand sprühen..

  5. 5 Heinsberger 10. Februar 2010 um 9:10 Uhr

    Sollen die Randerather doch mit dem Karl D. fertig werden. Wenn die wiedermals offensichtliche Nazis in ihre Reihen lassen, dann sollte man auch nicht mehr großes Mitleid mit den Menschen haben meines Erachtens nach… scheiss CDU-Käffer.

  6. 6 Klar, Mann? 11. Februar 2010 um 12:27 Uhr

    Aus Sicht der NPD-Düren (Bericht zum Aufmarsch am 6.2.2010):

    „[…] Das Erscheinen der Rund 30 Nationalisten aus den Reihen von KAL und NPD […] Die Versammlung selbst verlief sehr diszipliniert, geordnet und friedlich. Die Veranstalter selbst waren über die nicht unerhebliche Teilnehmerzahl aus den Reihen nationaler Kreise sehr erfreut und stellten explizit klar, daß auch bei künftigen Demos keinerlei Einwände gegen eine Teilnahme von Nationalisten bestehen würden.

    […] Nehmen Sie sich im Falle eines Falles die Bürger von Randerat zum Vorbild und melden tägliche Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen an, um auf Vergewaltiger, Kinderschänder und Sexualverbrecher aufmerksam zu machen! Dies ist Ihr gutes Recht und unser aller Pflicht! Machen Sie Fälle von Mißbrauch öffentlich, denn nur so können wir anfangen uns zu schützen.


    NPD Düren

    Ingo Haller“

  7. 7 Klar, Mann? 11. Februar 2010 um 13:00 Uhr
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