Aachen. Die Polizei ermittelt gegen Neonazis wegen des Verdachts einer Bedrohung, nachdem sie Aktionen zur Eröffnung des Büros der Partei „Die Linke“ in Aachen durchgeführt haben. Hierbei verteilten die Rechten im Umfeld des Büros Flugblätter der Neonazi-Schlägerbande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL). Gegen 22 Uhr soll dann einer der mutmaßlichen Verteiler einen Gast des Linken-Treffens auf der Straße in bedrohlicher Art angesprochen haben: „Auf dem Heimweg soll man gut aufpassen, dass einem nichts passiert.“
Das Büro der Partei liegt seit mehreren Monaten in der Augustastraße. Nach Renovierungsarbeiten wurde es gestern im Rahmen eines „Politischen Aschermittwochs“ offiziell eröffnet. Der Eröffnung des Wahlkreisbüros des Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko wohnte Thies Gleiss, Mitglied des Bundesvorstands der Partei, bei. Gleiss sollte auch die Hauptrede zur aktuellen politischen Lage Deutschlands halten.

Neonazis verteilten dabei Flugblätter in den Nachbarhäusern. Auf diesen, offenbar eiligst fabrizierten Flyern, wollten sie vor einem „Linksextremistische[n] Zentrum in Ihrer Nachbarschaft“ warnen. Das Büro der Linken solle laut des KAL-Flyers jenes „Zentrum“ darstellen, „als Treff- und Ausgangspunkt um […] Antideutsche und Proisraelische [1] Propaganda“ zu streuen. Ähnlich des „Autonomen Zentrums“ werde auch besagtes Büro „Ausgangspunkte für Übergriffe auf Andersdenkende und Politische Gegner sein.“
Aufgrund der Flugblatt-Aktion war im Bereich der Büros ebenso die Polizei im Einsatz. Die Ermittlungen wegen Bedrohung sollen sich, so erfuhr „Klarmanns Welt“, gegen den Fahrer eines schwarzen Fiat Punto aus Aachen richten. Besagtes Fahrzeug deutet darauf hin, dass tatsächlich ein Mitglied der KAL involviert war, das mehrfach wegen Gewalttaten und Drohungen gegen Schüler, Migranten und Linke [2] aufgefallen sein soll.
Die KAL hatte das frühere Büro der Linken schon Mitte 2008 mit anti-linken Parolen und einem Hakenkreuz besprüht [3]. Rund drei Monate später hatten im Herbst 2008 Unbekannte die Scheiben des Büros mit einem großen Stein eingeworfen [4], später richtete sich der Verdacht auch gegen Neonazis und rechtradikale Hooligans aus Aachen. [© Klarmann]
[1] Realsatire darf bei der KAL einfach alles…denn wer Teile von Aachens Die Linke kennt…
[2] Eulen nach Aachen getragen, die Spontandemo für das AZ und eine Naziklopperbande…; Weiterhin Chaos-Tage alias Räuberpistolenduell rund um AZ-Sponti
[3] Kameradschaft Aachener Land schmiert durch Aachens linke Szene
[4] Erneuter Anschlag auf Büro der Partei Die Linke?; Linke Kleinstkundgebung wegen Glasbruch
Ich sag nur: „die Linke“ – Herausforderung smarter Linksextremismus…
… die cdu-Aktion „Linkstrend stoppen“ (siehe: http://einblog.blogsport.de/2010/02/15/linksruck-in-der-cdu-stoppen-sofort/) findet also schon Anklang beim doitschen Volk.
Und ich Esel dacht immer alle Demokraten sollten gegen die Faschisten zusammen stehen, dabei ist es ja viel wichtiger, dass auch die dubiosesten Politzombis ins Boot geholt werden um die bolschewistische Gefahr zurück in die sibirische Taiga zu schlagen.
*seuftz*
[Ironie]
Hachja, unsere Kameradschaft Aachener Land. Dank denen fühl ich mich jetzt gleich viel sicherer hier in Aachen! Hoffentlich hilft das gegen diese bösen Extremisten! Finden demnächst auch Konzerte im „Linken Zentrum“?
[/Ironie]
Lokalpresse zu dem Pol. Aschermittwoch der Linken:
http://www.an-online.de/lokales/aachen-detail-an/1213587 [gelb]
http://www.az-web.de/lokales/aachen-detail-az/1213850 [blau]
Hallo mik,
der ist Satz liest sich etwas missverständlich. Man kann ihn auch so verstehen, als ob wegen einer Bedrohung von Neonazis ermittelt würde.
Ansonsten: Das KAL-Flugblatt ist vom Layout ja unter aller Sau, vom Inhalt gar nicht zu sprechen. Naja, eben „Dumpfbacken“-Niveau …
a.) verbessert; b.) layout? mik
Naja, man könnte ja auch schnellstmöglich Kontakte ins Ostviertel knüpfen… die freuen sich sicherlich über Nazibesuch…
Aus Sicht der KAL:
„Mittwochabend ging das Telefon. Die Linke Aachen veranstalte die Einweihung des neuen Linken Zentrum in Aachen […]. Diesen Termin dürften die nationalen Aktivisten aus der Region übersehen haben. […] Ein Dutzend nationale Sozialisten machten sich auf den Weg zur Augustastraβe in der die Veranstaltung des SED-Nachfolgerkontigents stattfand. […] Über 100.000.000 sind unter den Diktaturen des jüdischen Bolschewismus (Kommunismus) weltweit ermordet worden. Sogar noch mehr im Namen der Demokratie. […] Den Antideutschen keine Plattform bieten!“