Rechts: Angreifer waren Teilnehmer der NPD-Jahreshauptversammlung

Düren. Die vier bis sechs Vermummten, die am Rande der NPD-Versammlung im Dürener Vorort Merken den Autor dieser Zeilen und einen Vertreter des Dürener „Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Rassismus“ (BgR) attackiert haben [1], waren nach NPD-Angaben „Teilnehmer der Jahreshauptversammlung“. Dies berichtete der neonazistische Kreisverband der NPD in einem Bericht über die Versammlung [2] auf seiner Homepage.

Die Vermummten hatten rund 25 Minuten vor Beginn der Saalveranstaltung das Auto überfallartig attackiert, aus dem heraus der Autor dieser Zeilen im Rahmen von Recherchen das Treffen beobachten wollte. Dabei schlug einer der Angreifer mit einem Knüppel auf das abfahrende Fahrzeug ein. Den NPD-eigenen Bericht hat der einschlägig verurteile „Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René Laube, gezeichnet, ebenso zweiter stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes.

Laut Laube wollten die Personen dem „journalistisch nicht sonderlich begabten Zeilenschinder […] Klarmann“ nur Gutes tun, denn „einige Teilnehmer der Jahreshauptversammlung [wollten] einen weiteren Beitrag zur besseren Verständigung untereinander leisten, indem sie Klarmann etwas zu Trinken anbieten und sich nach seinem geschätzten Wohlbefinden persönlich erkundigen. Als sich die völlig friendlichen Aktivisten gemessenen Schrittes auf den Wagen zubewegten, um Klarmann ihre Aufwartung zu machen, startete der Fahrer Taufenbach plötzlich das Fahrzeug und ergriff mit einem Kavalierstart die Flucht.

Dieses ebenso unverständliche wie grob unhöfliche Verhalten hätte beinahe noch schwerwiegende Folgen gehabt, denn ein Kamerad, der gerade im Begriff war an ein Fenster des Wagens zu klopfen, um Klarmann zum herunterkurbeln desselben zu bewegen, damit man sich kurz unterhalten könne, wurde von dem ohne jede Vorwarnung mit einem Affenzahn davonbrausenden Auto erwischt, was zu einer leichten Blessur am Unterarm führte. Da eine böse Absicht bei so edlen und über jeden Verdacht, bewußt fahrlässig oder gar absichtlich schlecht handeln zu können, erhabenen Menschen wie Klarmann und Taufenbach nicht vorstellbar erscheint und die leichte Verletzung sofort behandelt werden konnte, sah der betroffene Kamerad davon ab Anzeige wegen Körperverletzung, unterlassener Hilfeleistung und Fahrerflucht zu erstatten. […]

‚Hätte ich einen Meter weiter links gestanden, dann hätte der mich glatt überfahren! Und das nur weil wir den beiden Paparazzis etwas zu trinken ausgeben wollten!’, so das Opfer“ laut Laube. Der KAL-Chef hatte selbst rund fünf Minuten vor dem Überfall mit seinem Wagen neben dem später attackierten PKW gestoppt. Neben ihm als Fahrer des Wagens saßen weitere Neonazis in dem PKW. Nachdem der Autor dieser Zeilen das Seitenfenster geöffnet hatte, hatte Laube sinngemäß aus dem rund einen Meter entfernt stehenden Wagen dem BgR-Mitglied zugerufen, ob es genug sehe.

Ohne sich nach dem Wohlbefinden oder etwaigen Getränke-Wünschen zu erkundigen, war Laube dann mit seinem eigenen PKW wieder abgefahren. Gut fünf Minuten später wollten laut Laube dann „einige Teilnehmer der Jahreshauptversammlung […] Klarmann etwas zu Trinken anbieten und sich nach seinem geschätzten Wohlbefinden persönlich erkundigen“… [© Klarmann]

[1] Angriff am Rande von NPD-Treffen in Düren-Merken
[2] Siehe dazu auch NPD-Kreisverband Düren bleibt seiner Führung treu und radikal ergeben


17 Antworten auf “Rechts: Angreifer waren Teilnehmer der NPD-Jahreshauptversammlung”


  1. 1 Super-Ingo 22. Februar 2010 um 17:39 Uhr

    Fantasie haben die Nazis ja…

  2. 2 Fatihland 22. Februar 2010 um 18:29 Uhr

    „sah der betroffene Kamerad davon ab Anzeige wegen Körperverletzung, unterlassener Hilfeleistung und Fahrerflucht zu erstatten. […]“

    Ohh, wie ritterlich von euch! :D

  3. 3 Ansgar Antifa 22. Februar 2010 um 18:53 Uhr

    Damit dürfte wohl der Rädelsfüher (R.K.) überführt sein …

  4. 4 tkwm 22. Februar 2010 um 18:56 Uhr

    Spekulation 1: Klarmann hat von den Angreifern ein paar hübsche(?) Schnappschüsse gemacht.
    Spekulation 2: Bei der NPD-Versammlung waren einer oder mehrere Zuträger des Landesamts für Verfassungsschutz anwesend.

    Gar keine Spekulation: Die Nazis haben ein extrem gestörtes Verhältnis zur Wahrheit.

  5. 5 Flake 22. Februar 2010 um 19:21 Uhr

    Ob sich die Kameraden da mal nicht an der ein oder anderen Stelle verplappert haben?! ;)

  6. 6 leo 22. Februar 2010 um 19:22 Uhr

    schon süss, wie sich nazis stark fühlen, wenn sie numerisch überlegen sind.

  7. 7 Demokrat (antifaschistischer) 22. Februar 2010 um 20:48 Uhr

    Wenn das so aussieht, wenn einem Nazis „etwas zu trinken anbieten“, wie sieht das dann erst aus, wenn sie einem zum Essen einladen …

  8. 8 freeman 22. Februar 2010 um 22:29 Uhr

    Dummheit tut nur bei Personen mit Gehirn weh,bei den anderen ist sie völlig schmerzfrei und geht mit dem Gefühl der Überlegenheit einher.

  9. 9 Demokrat (antifaschistischer) 22. Februar 2010 um 22:31 Uhr

    […]

    guckst du obän! mik

  10. 10 Demokrat (antifaschistischer) 22. Februar 2010 um 23:55 Uhr

    Tschuldigung, Aktualisierung mit dem Presseartikel in den Kommentaren zum vorangegangenen Artikel hatte ich übersehen.

    Jedenfalls reichlich dreist, ein Auto anzugreifen und dann eiskalt zu behaupten, das sei gar nicht passiert. Anscheinend kann man noch froh sein, dass es nur einen Sachschaden und keinen ernsthaften Personenschaden gegeben hat.

    Dummerweise schienen bei ähnlichen Übergriffen in der Vergangenheit einige Aachener Richter den Lügen der Nazis mehr Glauben zu schenken als den Aussagen der Geschädigten bzw. der Belastungszeugen. Und das ist für die Nazis ja ein Ansporn so weiterzumachen.

  11. 11 Braver Bürger! 23. Februar 2010 um 13:59 Uhr

    Damit muss man doch als freischaffender Journalist der in der Braunszene recherchiert rechnen.Zumal es ja auch recht provozierend ist wenn man diese Leuts beobachtet.Würde eine Linke Veranstaltung von rechten Fuzzis beobachtet würde auch so mancher Genosse entsprechend reagieren.Beide Lager tuen sich da nicht viel!

    hatten sie für den tag nicht noch was angekündigt? mik

  12. 12 Braver Bürger! 23. Februar 2010 um 14:20 Uhr

    Na ja,dem war dann doch nicht so.Alles nur heisse Luft.

  13. 13 Hubert_K 23. Februar 2010 um 18:04 Uhr

    Soso, etwas zu trinken wollten sie bringen. Glaub ich aufs Wort! Also ehrlich, Herr Klarmann! Einfach davonfahren ist wirklich nicht nett! ;)

    wieso? wir hatten doch genug zisina und malzbier im auto… mik ps. für unsere dümmsten leser: ;-)

  14. 14 Antifascist_Area 23. Februar 2010 um 19:47 Uhr

    Ich hätte mich da ja auch nicht alleine bzw. zu zweit hingestellt.

  15. 15 Demokrat (antifaschister) 24. Februar 2010 um 23:37 Uhr

    @Stars Vader

    Vorsätzliche Falschaussagen von Zeugen vor Gericht erfüllen den Tatbestand der uneidlichen Falschaussage, bei Vereidigung der Zeugen sogar den Tatbestand des Meineids.

    Der Bericht auf der Homepage der NPD Düren wurde vom „„Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René Laube, gezeichnet, ebenso zweiter stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes“ – rechtskräftig verurteilt u.a. wegen uneidlicher Falschaussage.

  16. 16 Klar, Mann? 25. Februar 2010 um 7:45 Uhr

    Aus Sicht der KAL:

    […] Die Kaufabsichten der NPD machten landesweit Schlagzeilen und den Bürgern in Merken wurde die
    Angst quasi eingeimpft. Besonders hervor tat sich dabei der natürlich ganz „neutrale“ Reporter
    Michael Klarmann, der wiedermal um die Wette hetzte. Ist den Bürgern von Merken eigentlich
    bekannt, dass genau dieser Reporter aus seinem linksextremistischen Weltbild keinen Hehl macht
    und im Jahre 2008 beispielsweise für eine Party des gewaltbereiten „Schwarzen Blocks“ warb?

    Dass genau dieser Mann letzte Woche von einem angeblichen Angriff berichtete, wundert uns
    keinesfalls, gehören diese Behauptungen doch zu seinen Methoden um auch den letzten Merkener
    davon zu überzeugen, dass „gewaltbereite Rechtsextremisten“ das Dorf „übernehmen“ wollen. […]

  17. 17 Fatihland 25. Februar 2010 um 11:46 Uhr

    „Michael Klarmann, der wiedermal um die Wette hetzte“

    -Wenn das schon Hetze ist, was ist dann auf Altermedia zu lesen…?

    “ dass genau dieser Reporter aus seinem linksextremistischen Weltbild keinen Hehl macht“

    -Seit wann?!

    „davon zu überzeugen, dass „gewaltbereite Rechtsextremisten“ das Dorf „übernehmen“ wollen. […]“

    Also das Dorf zu übernehmen, in dem die Nazis eine Kneipe kaufen/mieten, ist eine maßlose Selbstüberschätzung… aber das kennt Mensch ja zur Genüge.

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