Archiv für März 2010

GegenRechts: Und wieder gehen Nazigegner nach rechtem Übergriff auf die Straße

Aachen. Zum dritten Mal binnen einer Woche wollen am Donnerstagabend Nazigegner in Aachen gegen rechte Gewalt auf die Straße gehen. Anlass dafür ist ein Angriff von Neonazis auf Teilnehmer eines Infostandes der Linksjugend und der SAV in der Adalbertstraße am Samstagnachmittag (wir berichteten). Zwei von drei Linken wurden dabei verletzt.

Eine der Personen wurde nach Angaben der Opfer nach dem zuerst nur verbalen Streit von mehreren Neonazis angegriffen und zu Boden geschlagen. Der junge Mann musste mit Verdacht auf Hirnblutungen ins Krankenhaus. Ein Zweiter wurde mit Pfefferspray besprüht, ging kurzzeitig erblindet zu Boden und wurde von den Neonazis geschlagen und getreten. Weil er die Arme schützend vor sich hielt, ist er mit Verdacht auf einen Knochenriss am Unterarm arbeitsunfähig. Passanten, ein Zivilbeamter und hinzu gerufene Polizisten verhinderten offenbar schlimmeres.

Die Polizei nahm später fünf Neonazis, darunter Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und der NPD in Gewahrsam. Unter den Verdächtigen ist auch der KAL-Anführer und zweite stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren, René L. aus Vettweiß.

Antifaschistische Gruppen und die Linke rufen daher am Donnerstag für 18 Uhr zu einer Kundgebung in der Adalbertstraße, Ecke Harscampstraße auf. Anmelder ist der frühere Ratsherr der Linken, Marc Treude. Einer der Redner wird u.a. der Linken-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko sein. Eine Demonstration zum Justizzentrum soll folgen. Laut Treude habe die Polizei zugesichert, den Protest adäquat vor rechten Angriffen zu schützen. [© Michael Klarmann; für AN]