Links: Urteil gegen Friedenspreisträger wegen Hausbesetzung

Aachen/Paderborn. Als Vertreter der Flüchtlingsinitiative „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft e.V. Büren“ nahm Frank Gockel 2006 den Aachener Friedenspreis entgegen – in Paderborn wurde er Mitte der Woche wegen einer Hausbesetzung verurteilt. Dies berichtet die Lokalpresse [1]. Gockel will jedoch gegen die wegen Hausfriedensbruch gegen ihn verhängte Geldstrafe von 1.500 Euro vorgehen und bestreitet, Mitglied der Hausbesetzer gewesen zu sein.

Junge Leute hatten im Herbst 2007 ein leer stehendes Bahnhofsgebäude in Paderborn besetzt und zu einem Autonomen Kulturzentrum erklärt. Gockel sei mehrfach in dem Haus gesehen worden, so das Gericht, und habe sich deswegen auch des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht. Der 38-Jährige selbst will in mehreren Fällen zwar in dem besetzten Gebäude gewesen sein, aber daraus lasse sich nicht schließen, dass er zu den Besetzern gehört habe.

Zugleich kritisierte Gockel, dass in Paderborn unkommerzielle, freie Kultur keinen Raum habe. Daher habe durchaus Verständnis gegenüber den Aktionen der Besetzer bestanden. [© Klarmann]

[1] Direktlink (Westfalen-Blatt); Direktlink (Neue Westfälische)