Rechts: Neonazi-Heldengedenken im Vossenacker Regen [update]

Vossenack. Das für den 13. März abgesagte [1] „Heldengedenken“ der Neonazi-Schlägerbande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) hat am heutigen Sonntag (21.3.) stattgefunden. Konspirativ vorbereitet haben die Neonazis das Treffen in Anlehnung an das „Heldengedenken“ in Nazideutschland auf dem Soldatenfriedhof Vossenack (Kreis Düren) zelebriert. Sie marschierten dabei mit zwei Flaggen in den „Reichsfarben“ – Schwarz, Weiß und Rot – auf den Friedhof und legten am zentralen Gedenkstein einen Kranz der KAL und der „Freien Nationalisten Euskirchen“ (FNE) ab.

Gegen 14 Uhr sollen sich bei Regen rund zwanzig Personen auf dem Soldatenfriedhof versammelt haben. Die Veranstaltung selbst soll rund zwanzig Minuten gedauert haben. Bei einer Versammlungsbehörde war das offenbar erst kurzfristig ausschließlich in Szenekreisen beworbene Treffen nicht angemeldet worden. Der Polizei hatten bis zum frühen Nachmittag keine Hinweise auf die Neonazi-Pläne vorgelegen. Das „Heldengedenken“ konnte daher ohne Polizeikontrollen stattfinden, jedoch fielen die abziehenden Neonazis gegen 14.30 Uhr einer Streife auf. Danach stellte ein Beamter fest, dass ein Kranz abgelegt worden war.

Besagte KAL-„Heldengedenken“ – angelehnt an diesbezügliche NS-Rituale – fanden jahrelang auf den Soldatenfriedhöfen im Bereich Vossenack am oder rund um den Volkstrauertag statt. Nachdem jedoch Kreisverwaltung und Polizei diese Treffen teilweise unterbanden oder einschränkten, hatten KAL und NPD diese zuerst in Vossenack ins Frühjahr verlegt. Vergangenes Jahr war man dann nach Jülich ausgewichen. Das Ausweichen auf den Termin im Frühjahr dürfte mit einem Gesetz über die Feiertage in Nazi-Deutschland zusammenhängen, das im Februar 1934 gültig und später abgeändert wurde.

Demnach sollte zuerst am fünften Sonntag vor Ostern ein „Heldengedenktag“ abgehalten werden; später waren die NS-„Heldengedenktage“ unabhängig vom Osterfest überwiegend Mitte März zelebriert worden. 2009 fand das KAL-„Heldengedenken“ in Jülich am 14. März (Samstag) statt [2]. 2008 hatte das KAL-„Heldengedenken“ in Vossenack am 9. März (Sonntag) stattgefunden.

An dem Treffen heute nahmen KAL- und NPD-Mitglieder aus dem Raum Düren, Aachen und Euskirchen teil. Laut eines Berichtes der KAL soll auch „eine Gruppe nationaler Aktivisten aus dem Ruhrgebiet“ teilgenommen haben. Die Antifa Düren vermutet als Organisator den „Kameradschaftsführer“ der KAL und zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Düren, René Laube. Dieser hat offenbar ebenso eine Rede gehalten.

Möglicherweise blieb die Teilnehmerzahl überschaubar, weil wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz strafrechtliche Schritte folgen könnten. Die KAL stellt in ihrem Bericht dessen ungeachtet fest, man habe „gelernt, dass wir uns einfach nehmen werden, was uns zusteht. Wir lassen uns unser Gedenken nicht verbieten!“ [© Klarmann]

[1] Neonazi-Heldengedenken in der Region
[2] Heldengedünken in Jülich…?


6 Antworten auf “Rechts: Neonazi-Heldengedenken im Vossenacker Regen [update]”


  1. 1 Fatihland 21. März 2010 um 17:22 Uhr

    Hoffentlich wurden die braunen Brüder ordentlich nass!

  2. 2 freeman 21. März 2010 um 21:48 Uhr

    Wird wohl ziemlich teuer für die Nasen, Verstoss gegen das Versammlungsrecht und Friedhofsordnung.

    Sollten aber statt Geldstrafe zu je 40 Stunden Gräberreinigung verurteilt werden.

    Aber nur die von jüdischen Soldaten die im 1. Weltkrieg für Deutschland ihr Leben gaben.

    Tausende brave und tapfere Soldaten, und keine Feiglinge und Wehrdienstverweigerer wie Servos und Konsorten.

  3. 3 Klaus Störtebecker 21. März 2010 um 22:42 Uhr

    Vossenack? Ist ja mit dem Bus zu erreichen…..ich hole mir den Kranz !!!!

  4. 4 Carlo Giuliani 22. März 2010 um 0:17 Uhr

    Trotz der drohenden strafrechtlichen Schritte nehmen sich die Nasen also „was ihnen gehört“…ein Heldengedenken – mein Gott, was für Rebellen. Operation Kranzniederlegung oder wie? Genug EichenLAUB(e) aufgesammelt? Ché Guevara hätte es nicht besser gemacht. Ob der Führer mit dieser Rebellion allerdings so einverstanden wäre…??!!

  5. 5 ansgar antifa 22. März 2010 um 6:59 Uhr

    bericht auf der homepage der antifa düren, auf den sich mik offenbar teilweise bezieht:

    http://www.antifa-dueren.org/cms/nachrichten__berichte/neonazis_werfen_kranz_in_vossenack_ab.html

  6. 6 EnjoyLiberty 22. März 2010 um 16:29 Uhr

    Wurde der Kranz entfernt? :D

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