GegenRechts: Und wieder gehen Nazigegner nach rechtem Übergriff auf die Straße

Aachen. Zum dritten Mal binnen einer Woche wollen am Donnerstagabend Nazigegner in Aachen gegen rechte Gewalt auf die Straße gehen. Anlass dafür ist ein Angriff von Neonazis auf Teilnehmer eines Infostandes der Linksjugend und der SAV in der Adalbertstraße am Samstagnachmittag (wir berichteten). Zwei von drei Linken wurden dabei verletzt.

Eine der Personen wurde nach Angaben der Opfer nach dem zuerst nur verbalen Streit von mehreren Neonazis angegriffen und zu Boden geschlagen. Der junge Mann musste mit Verdacht auf Hirnblutungen ins Krankenhaus. Ein Zweiter wurde mit Pfefferspray besprüht, ging kurzzeitig erblindet zu Boden und wurde von den Neonazis geschlagen und getreten. Weil er die Arme schützend vor sich hielt, ist er mit Verdacht auf einen Knochenriss am Unterarm arbeitsunfähig. Passanten, ein Zivilbeamter und hinzu gerufene Polizisten verhinderten offenbar schlimmeres.

Die Polizei nahm später fünf Neonazis, darunter Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und der NPD in Gewahrsam. Unter den Verdächtigen ist auch der KAL-Anführer und zweite stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren, René L. aus Vettweiß.

Antifaschistische Gruppen und die Linke rufen daher am Donnerstag für 18 Uhr zu einer Kundgebung in der Adalbertstraße, Ecke Harscampstraße auf. Anmelder ist der frühere Ratsherr der Linken, Marc Treude. Einer der Redner wird u.a. der Linken-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko sein. Eine Demonstration zum Justizzentrum soll folgen. Laut Treude habe die Polizei zugesichert, den Protest adäquat vor rechten Angriffen zu schützen. [© Michael Klarmann; für AN]


2 Antworten auf “GegenRechts: Und wieder gehen Nazigegner nach rechtem Übergriff auf die Straße”


  1. 1 Klar, Mann? 01. April 2010 um 9:26 Uhr

    Habe mir mal die Mühe gemacht, bei der gestrigen Pressekonferenz [1] auch die Vorwürfe der Neonazis, dokumentiert oder kommentiert in diesem und anderen Threats, abzufragen bei den Opfer(n) des Überfalls:

    a.) Beide Opfer der Linksjugend/SAV seien „sehr schockiert“ über den rasch und brutal erfolgenden Angriff der Neonazis.

    b.) Eine Person wurde demnach mit einem Schlag auf/an die Schläfe KO geboxt und mit Verdacht auf Hirnblutung ins Krankenhaus gebracht.

    c.) Zweite Person wurde mit Pfefferspray eingenebelt, ging zu Boden und konnte wegen Pfefferspray zuerst gar nichts, dann zwei Tage lang wenig sehen (z.B. konnte es nicht lesen oder am Computer arbeiten); derzeit arbeitsunfähig wegen Verdacht auf Knochenriss am Unterarm. Auf die Person wurde am Boden liegend eingeschlagen und eingetreten.

    d.) Ein eingreifender Zivilpolizist wurde, trotzdem er sich im Tumult als solcher „outete“, auch von Neonazis angegriffen. Sowohl sein Eingreifen, als auch das von Passanten verhinderten wahrscheinlich schlimmeres.

    e.) Es seien im Vorfeld des Angriffs in der Adalbertstraße 3 Vertreter der Linksjugend/SAV anwesend gewesen – wovon sich eines zuerst abseits gehalten habe – und rund 8 bis 9 Neonazis, darunter „bekannte Gesichter“, u.a. Laube.

    f.) Linke wollen Neonazis angesprochen haben, dass sie deren Flugblatt-Verteilungen missbilligten. Daraufhin kam es zu einem verbalen Schlagabtausch, bei dem eines der späteren Opfer von einem jungen Neonazi angespuckt worden sei. Schon bei dieser Gelegenheit wurde demnach kurz mit Pfefferspray gesprüht.

    g.) Danach zogen sich die Neonazis zurück. Andere Zeugen wollen an anderen Ständen (Höhe Holzgraben) gesehen haben, dass die Neonazis sich in einiger Entfernung wieder sammelten, sich Schlag-/Lederhandschuhe überzogen, teilweise mit Pfefferspray-Dosen hantierten und sodann zurück gingen.

    h.) Der Angriff sei dann plötzlich erfolgt. Zuerst sei ein Opfer geschupst worden, dann ging es sehr schnell (s.o.).

    i.) Ein Neonazis wurde von einem Passant aufgehalten, einer von dem Zivilbeamten. Drei weitere in Tatortnähe von Streifen gestellt. Eines der Opfer meint sich erinnern zu können, dass auch ein Passant von einem Neonazi geschlagen oder geschupst worden sein könnte.

    j.) Die Opfer bestreiten, dass sie zuvor die Neonazis angegriffen oder bespuckt haben. Es sei von ihnen aus eine rein verbale Auseinandersetzung mit den Neonazis gewesen. Von ihnen sei keine Handgreiflichkeit ausgegangen, insbesondere – wie in einem Nazi-Posting im Blog hier behauptet – sei mit keinem Skateboard zugeschlagen worden. Ausschließlich die Neonazis hätten demnach Waffen (Handschuhe/Spray) mitgeführt und eingesetzt.

    [1] http://klarmann.blogsport.de/2010/03/31/gegenrechts-und-wieder-gehen-nazigegner-nach-rechtem-uebergriff-auf-die-strasse/ [der text musste leider kürzer ausfallen, weil die entschärfung einer bombe nebst evakuierung von 4.000 menschen in aachen die gesamte blattplanung kippte]

  2. 2 Klaus Störtebecker 01. April 2010 um 18:19 Uhr

    Rasieren, Towarisch.
    Ein Bart ist keine ablative Panzerung.
    Ansonsten hoffe ich das die einbalsamerte Flunke nicht zu atrophisch ist, wenn der Basalt abkommt. Ansonsten “ Gute Besserung“.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.