GegenRechts/Rechts: Fast alles beim alten – weniger Gegendemonstranten aber gleichviel Neonazis

Stolberg. Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Stolberg gegen einen fremdenfeindlichen Aufmarsch von Neonazis protestiert. Die WDR-Lokalzeit bezifferte die Teilnehmerzahl einer Hauptdemonstration mit rund 750 Menschen, die Lokalpresse [1] schreibt von 500 Gegendemonstranten. Zudem gab es kleinere Kundgebungen oder Protestgruppen am Rande der Route der Neonazis. Nach Polizeiangaben hatten sich derer knapp 500 versammelt.


Mehr Fotos aus Stolberg? Siehe Menüleiste „Fotogalerien“ im Blog-Header…

Die Neonazis wollten mit einem „Trauermarsch“ eines im Jahr 2008 durch einen Migranten erstochenen Jugendlichen „gedenken“ – und nutzten dies abermals, wie schon bei früheren Aufmärschen zum Verbreiten fremdenfeindlicher und rassistischer Botschaften und Parolen. Schon Freitag hatten rund 230 Neonazis einen „Fackelmarsch“ abgehalten [2]. An einem Kreuzweg und Gegenprotesten am Freitag dürften sich bis zu 1.000 Menschen beteiligt haben.

Die Polizei war wegen den Aufmärschen und der Gegenprotesten an beiden Tagen mit einem Großaufgebot in der Kupferstadt im Einsatz. Ihren Angaben zufolge wurden am Samstag drei Personen in Gewahrsam genommen, zudem wurden Platzverweise gegen mehrere Gegendemonstranten ausgesprochen. Größere Zwischenfälle gab es jedoch demnach nicht. Mindestens in zwei Fällen gelang es Antifaschisten kurz, sich auf die Marschroute der Neonazis zu stellen. Sie wurden von Polizisten abgedrängt.

Der Neonazi-Aufmarsch in Stolberg bestand überwiegend aus Neonazis aus dem radikalen, militanten Spektrum und „Autonomen Nationalisten“. Während die erste Hälfte des Aufmarsches still bzw. zu Trauermusik abgehalten wurde, war die zweite Hälfte geprägt durch aggressive, fremden- und linkenfeindliche Parolen. Im Verlauf dieses Teiles des Aufmarsches stoppte die Polizei mindestens einmal die Neonazis, da Teilnehmer gegen das Vermummungsverbot verstießen und aus ihren Reihen ein Knallkörper auf Polizisten geworfen worden war.

Als Redner fungierten u.a. der Anmelder, Ingo Haller (NPD Düren), der NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer, die Neonazis Axel Reitz, Sven Skoda und Dieter Riefling. Nach ersten Recherchen wurde während der zweiten Hälfte möglicherweise auch das rechtlich umstrittene Kampf- und Pflichtlied „Ein junges Volk steh auf“ der Hitler-Jugend angestimmt und in Teilen abgesungen.

Unter den Gegendemonstranten waren auch zahlreiche Lokalpolitiker, etwa Stolbergs Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (SPD) und Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU), aber ebenso Vertreter von Parteien, Vereinen und Jugendverbänden. Während die Neonazis vergangenes Jahr schon am Samstag, 4. April, bei ihrem Großaufmarsch 530 „Kameradinnen und Kameraden“ mobilisiert hatten, hatten an besagtem Tag vor einem Jahr noch rund 2.500 Menschen dagegen demonstriert.

Demonstriert wurde gegen die Aufmärsche indes auch virtuell: in der Nacht von Freitag auf Samstag hackte die „Datenantifa“ [3] die Neonazi-Website zu den Aufmärschen in Stolberg und überschrieb [4] die komplette Seite mit einem Brief an die Neonazis. Dabei zitierten sie auch aus einem TV-Interview mit der Mutter des Todesopfers, dem die Neonazis angeblich „gedenken“ wollen – die Familie verurteilt dies jedoch und hat von den Neonazis gefordert, die Aufmärsche einzustellen. [© Klarmann]

[1] Direktlink
[2] Neonazi-Aufmarsch an Karfreitag in Stolberg
[3] Daten[/Antifa]
[4] Datenantifa entert Neonazi-Homepage zu Aufmarschserie in Stolberg


29 Antworten auf “GegenRechts/Rechts: Fast alles beim alten – weniger Gegendemonstranten aber gleichviel Neonazis”


  1. 1 Klar, Mann? 03. April 2010 um 21:32 Uhr

    Kleine Anekdote am Rande:

    Gut, es gibt besseres (und schlimmeres), als einen NS-Black-Block vielstimmig singen zu hören:

    „Klarmann, ist ein Hurensohn, Klarmann, ist ein Hurensohn, Klarmann ist ein Hurensohn – DU WICHSER!“

    Aber…

    Mik

    [Nachtrag] Noch eine Anekdote:

    Brüllen 30 Antifas hinter der Polizeisperre zu 500 Neonazis:

    Wir kriegen Euch alle!

    *lol* Mik

  2. 2 Revolution! 03. April 2010 um 21:37 Uhr

    Die NS-Blocks klauen jetzt wirklich alles:
    „Ob Ost, Ob West, nieder mit der roten Pest“

    *gähn* mik

  3. 3 Klar, Mann? 03. April 2010 um 21:56 Uhr

    Nazis haben wieder AZ(Umfeld) in Aachen beschmiert, diesmal am Vorabend von Stolberg:

    http://twitpic.com/1cu86t

    http://twitpic.com/1cu8iz

  4. 4 Klar, Mann? 03. April 2010 um 22:12 Uhr

    Blog-Erlebnisbericht:

    http://videoriotaachen.blogsport.de/2010/04/03/stolberg-2010-der-riot-lacht-ueber-nazis/

    Der Autor ebenda verwechselt die Rede von Reitz und Riefling, der von Bismarck redete…

    Mik

  5. 5 Klar, Mann? 04. April 2010 um 0:15 Uhr

    Aus Sicht der Polizei:

    Polizei sorgte in Stolberg  wieder für Sicherheit
     
    Stolberg. Mit Einsatzkräften aus mehreren Teilen Nordrhein-Westfalens bewältigte die Aachener Polizei  am Karsamstag  erfolgreich die Demonstrationslage in Stolberg. Die Bundespolizei überwachte die An- und Abreise im Bereich der Deutschen Bahn AG. Unter dem Motto „Gegen Ausländergewalt und Inländerfeindlichkeit! – Mord! Wut! Widerstand! “  war aus dem rechten politischen Spektrum ein Aufzug angemeldet worden. Daran beteiligten sich bis zu 500 Personen, die  überwiegend  von außerhalb angereist waren. Dem entgegen standen drei Veranstaltungen mit den Themen „Gegen Rassismus“ --  „Gemeinsam auf die Straße für ein nazifreies Stolberg“ -- sowie   „Wir auf der Mühle – kein Platz für Rassismus“ mit  einer Teilnehmerzahl von  mehreren Hundert Menschen.

    Zur Vermeidung von gewalttätigen Auseinandersetzungen nahm die Polizei drei Männer in Gewahrsam und erteilte mehrere Platzverweise gegen Personen, die störend auf die rechte Veranstaltung einwirken wollten.  Zwei Personen wurden wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte festgenommen. Durch die konsequente Verfolgung von Rechtsverstößen  und die strikte Trennung der gegensätzlichen Gruppen ging die Deeskalationsstrategie der Polizei auf.

  6. 6 EnjoyLiberty 04. April 2010 um 0:39 Uhr

    zu geil, „Hitler“ einfach so an die Wand zu schmieren… einfach grauenhaft schlecht :D

  7. 7 Unbekannt 04. April 2010 um 0:54 Uhr

    Respekt für den linken Bericht vom „Videoriotaachen-Blog“. Es scheint ja doch noch Linke mit Verstand und Realitätssinn zu geben.

    Zum Polizeibericht: Interessant finde ich dort, dass nur noch die Rede von „bis zu 500 Teilnehmern“ ist. Hatte man während des Aufzuges doch unbedingt auf exakt 21 Ordner (pro 30 Teilnehmer 1 Ordner) bestanden. Da waren die Teilnehmerzahlen der Gegendemonstranten wohl zu niedrig und redet nun unsere Versammlung klein!?

  8. 8 Jenny from the Block 04. April 2010 um 11:02 Uhr

    […]
    Herzliche Grüßen und Dank für Deinen Fleiß!

    danke, waren stressische wochen und ein langes wochenändä… mik

  9. 9 Frederik 04. April 2010 um 11:08 Uhr

    Die Zahl der Gegendemonstranten war wirklich
    überschaubar. Viele Stolberger schauen vom
    Fenster aus zu. Scheint ja jetzt Gewohnheit
    zu werden…

  10. 10 Eschweiler BI 04. April 2010 um 12:08 Uhr

    … Köln, Jena, Leipzig, Dresden, Duisburg
    und vielleicht endlich auch 2011 in Stolberg.

    Der breite Bündnis-Protest, fernab der Nazis, hat sicherlich die Innenstadt (nur) am Samstag nazifrei gehalten. Ein Anfang!

    Wenn aber der unsägliche Fackelmarsch-Freitag mitten durch die Stadt und der Neonazi-Großaufmarsch am Samstag unterbunden werden will (?), dann bedarf es massenweise zivilen Ungehorsam.
    Dort wo viele Menschen aus unterschiedlichen Zugängen gemeinsam konsequent blockieren, wird die Polizei die Nazis nicht marschieren lassen.

    Das hat der Aktionskonsens von Dresden gezeigt:
    » Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch.
    » Von uns geht keine Eskalation aus!
    » Wir bilden Menschenblockaden, keine Materialblockaden!
    d. h. wir stellen oder setzen uns in den Weg.
    » Wir sind solidarisch mit allen, die dieses Ziel mit uns teilen.

    Nur Mut! Nach Stolberg ist vor Stolberg.
    Gestern war nicht alle Tage, wir kommen wieder keine Frage.

  11. 11 Klar, Mann? 04. April 2010 um 12:33 Uhr

    Angesichts des Veranstalters, Haller, sollte vielleicht einmal daran erinnert werden, dass es im September 2007, also vor gerade einmal 2,5 Jahren, mächtigen Ärger zwischen AN und NPD/KAL gab:

    http://klarmann.myblog.de/klarmann/art/207094760

    Und freilich zwischen NPD und AN:

    http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/autonome-nationalisten/

    http://klarmann.myblog.de/klarmann/art/192056792

    Angesichts dessen, dass kaum NPD-ler vor Ort waren, dafür aber massiv „Kamerdschafter“ und AN (bzw. Leute, die bei Aumärschen das AN-Prinzip „anwenden“, ansonsten aber normal aussehen), schon verwunderlich…

    Mik

  12. 12 Fatihland 04. April 2010 um 12:33 Uhr

    Dass diese hässlichen Fratzen einfach so marschieren dürfen, dass die Polizei die Stadt Stolberg vollkommen dicht macht gegen Proteste von Links etc. ist sicherlich nicht demokratiekonform.
    Die Faschisten kommen mit 500 Volldeppen in eine Migrantenstadt und dann frage ich mich „Wo sind die ganzen Migranten? Wo sind denn die nur zu gut bekannten Gangs? Wo bleibt der durchaus effektive Widerstand der Bevölkerung?“ Es rennen da 500 Nazis mit Fahnen und Gebrüll durch die Stadt und kaum einer macht etwas? Allein schon Zahlen – technisch würden sie die Nazis platt machen. Fuck off ! Das war wirklich unglaublich gestern..

  13. 13 Klar, Mann? 04. April 2010 um 13:47 Uhr

    Aus Sicht der BgR-Stolberg:

    Neonazis die Rote Karte gezeigt

    Stolberg. Doppelter Erfolg für das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus: Nachdem das Aachener Verwaltungsgericht die Klagen des Anmelders gegen die polizeiliche Verfügung für die Neonazi-Aufmärsche am Karfreitag und Karsamstag abgewiesen hatte, blieb den Rechtsextremisten am Samstag der Weg in die Innenstadt versperrt. Und der Fackelzug am Freitag musste eine lange Liste an einschneidenden Auflagen erfüllen. Unter anderem war die Musikbeschallung verboten, durfte die Lautsprecheranlage nur für einen Redeblock genutzt werden, waren brennende Fackeln nur streckenweise erlaubt, deren Zahl zudem auf zehn begrenzt. Das Skandieren von Parolen war ganz untersagt. Darüber hinaus blieb die Resonanz für den so genannten „Trauermarsch“ offenbar weit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück, die seit Monaten sogar europaweit massiv getrommelt hatten.

    Zogen am Freitag noch 240 Teilnehmer vom Mühlener Bahnhof auf dem kürzesten Weg zur Birkengangstraße, so erreichte deren Zahl am Samstag noch nicht einmal die 500. An beiden Tagen wurde diese Zahl jedoch durch Stolberger Bürger, die für ein friedliches Miteinander auf die Straße gingen, weit überschritten. Der ökumenische Kreuzweg und eine interkulturelle Veranstaltung auf der Mühle verzeichneten 750 Teilnehmer. Etwa genauso viele kamen insgesamt zur Großdemo und den Gegenkundgebungen auf dem Jordan- und dem Kaiserplatz am Samstag.

    Na, ja… Mik

  14. 14 Klar, Mann? 04. April 2010 um 13:52 Uhr
  15. 15 Klar, Mann? 04. April 2010 um 14:03 Uhr

    Aus Sicht der Eltern (Vater) von Kevin:

    […] Leider wird die Rechte Szene auch dieses Jahr in Stolberg ihre Show abziehen, wieder haben sie Flugblätter verteilt, Aufkleber und T-Shirts bedruckt. Ja, sogar ein Video wurde zu Werbezwecken veröffentlicht. Es ist eine bodenlose Frechheit was diese Unmenschen sich raus nehmen! Auf den Plakaten und den Aufklebern ist das Gesicht meines Kindes abgebildet.

    Und auch wenn sie offiziell ihre Lügen immer wieder zurückgenommen haben, sind in Internet- Foren immer wieder dieselben Lügen zu lesen.

    Wenn sie Kevin gekannt hätten, wüssten sie, daß Kevin nie zugelassen hätte daß seine Familie leidet. Doch sie fügen uns zu unserem Schmerz immer wieder neues Leid zu…

    Kevins Mörder hat jetzt ein Drittel „SEINER HAFTSTRAFE“ hinter sich. Das heißt, vielleicht auch schon die Hälfte, bei guter Führung ist Josef Ahmad in zwei Jahren ein freier Mörder.

    Wie ich damit umgehen soll weis ich nicht. Der Gedanke, daß dieses Subjekt sein Leben leben darf macht mich krank. […]

    Quelle: http://www.kevin-plum.de/13.html

    Ich habe nur das ausgewählt, was zum Themenschwerpunkt dieses Blogs gehört; auch den Rest der Texte auf der Homepage der Eltern sollte man lesen…

    Mik

  16. 16 Klar, Mann? 04. April 2010 um 14:23 Uhr
  17. 17 Aachener 04. April 2010 um 14:30 Uhr

    Gut, dass wieder viele Menschen aus Stolberg und den Nachbarstädten gegen die Naziaufmärsche demonstriert haben. Leider weniger als im Vorjahr und leider noch viel zu wenig, um die Naziaufmärsche ganz zu verhindern.

    Es waren übrigens doch ein bißchen mehr als „ein paar Dutzend“ Antifa-Leute (Lokalpresse), die lautstark, friedlich und konsequent gegen die Naziaufmarsch protestierten.

    Mit den friedlichen Blockaden an der Eschweilerstraße und an der Nikolausstraße wurde ein Zeichen gesetzt, dass man Nazis nicht einfach die Straßen überlassen darf. Für die Zukunft sollten wir uns alle überlegen, wie wir die Naziaufmärsche aus Stolberg komplett rausbekommen.

    Nach der Samstags-Nazidemo ist leider wieder eine größere Gruppe Nazis in Aachen aus dem Zug gestiegen. Hoffen wir, das sie daran gehindert wurden, erneut Unheil in Aachen anzurichten. Nach den brutalen Naziübergriffen am letzten Samstag in der Aachener Innenstadt ist ja wohl auch die Aachener Polizei noch etwas wachsamer geworden.

    na ja, wer sich, wie das BgR-stolberg zu wenig um regionale bündnis-arbeit bemüht, zu sehr im eigenen ort abhängt und kaum anderen aufrufe – inhaltlich wie personell – unterstützt (merken, düren, aachen usw.), der darf sich nicht wundern… mik

  18. 18 Eschweiler BI 04. April 2010 um 14:47 Uhr

    … Aachener und mik-Kommentar:

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

  19. 19 Jakob Spatz 04. April 2010 um 15:02 Uhr

    Den in den Kommentaren hier anklingenden Pessemismus kann ich nicht ganz nachvollziehen. Gerade die Proteste am Karfreitag waren doch ganz beeindruckend. Anders als Heiligabend 2008 ist den Nazis nicht gelungen, den Feiertag bzw. den Karfreitag zu beeinträchtigen, vielmehr konnten die Kirchen mit einem zur Zeit seltenen Wohlwollen und gleichermaßen seltener medialer Aufmerksamkeit mal vor die Türe. Und mit ihnen die Zivilgesellschaft. Der von den Nazis forcierten Spaltung der Gesellschaft in ethnisierte (Religions)Kollektive wurde gleichermaßen eine Absage erteilt. Das Ziel der Naziaufmarsche wurde nicht nur verfehlt, sondern das Gegenteil des mit den Aufmärschen bezweckten wurde erreicht. Die, welche als Gesellschaft in Stolberg zusammen leben wollen, haben sich aus der Ablehnung der Nazischeisse heraus zusammengefunden. Was sie ohne die Aufmärsche wohl nicht getan hätten. Das ist doch dumm gelaufen für PRO und NPD. Keine Chance für eine ethnisierte Voksgemeinschaft. War eigentlich auch ein Rabbi dabei? Und auch AtheistInnen bricht da kein Zacken aus der Krone. Bei Ostermärschen geht das mit den christlichen Symbolen doch auch.

    Ich hab mal so einen Film mit Bruce Lee gesehen, ein Kampf beseht nicht nur aus eigenen Treffern. Es geht auch darum, feindliche Attacken ins Leere laufen zu lassen. Und das hat doch geklappt.

    Der Eschweiler BI ist aber natürlich bezupflichten. Ohne eigenes Hauen geht es auch nicht. Und die Interventionistische Linke (IL) hat das sinnvollste Konzept für zivil-ungehorsamen Widerstand gegen Naziaufmärsche entwickelt und erprobt, die von der Eschweiler BI beschriebenen Blockaden. Offen für jede und jeden unabhängig von körperlicher Leistungsfähigkeit und politischer Ausrichtung. Sogar für Bürgermeister, PfarrerInnen und Rabbiner. Dem ist Zulauf zu wünschen. Das lässt die Luft raus aus der Selbstinszenierung der Nazis. Dann stehen sie nicht mehr in Kämpferpose da, sondern als Deppen, denen beim stundenlangen gemeinsamen Rumstehen im Nieselregen auf einem öden Bahnhofsvorplatz auffällt, wie sehr sie sich gegenseitig auf die Nerven gehen bevor sie unverrichteter Dinge nach Hause fahren. So wird das gemacht. Dann vergeht den Nazis die Lust an der Zusammenrottung. Und da war doch schon eine mutige Avantgarde vor Ort. Wenige zwar, aber Stolberg ist nun mal nicht Köln, Dresden usw..
    Und eine Linke, die als Avantgarde gesellschaftlichen Fortschritts eingreift, das hatten wir doch lange nicht mehr.

  20. 20 hase 04. April 2010 um 16:45 Uhr

    Schade dass deine Fotos so klein sind. Ab und zu wäre es schön, das eine oder andere Detail zu betrachten.
    Scheint ja für die Nazis ’ne fröhliche Veranstaltung gewesen zu sein, dieser „Trauermarsch“. Gute laune in den Rängen.
    Auch bemerkenswert wie die Stumpfbacken immer mehr linke und antifaschistische Sprüche klauen. Wenn Brecht zu Unbrecht wird, wird die Milch in der Kuh sauer! Wenn man sich ihre eigens komponierten Transpiparolen anschaut, versteht man warum die sich lieber bei der Gegenseite bedienen.

  21. 21 STURMfrei 04. April 2010 um 18:04 Uhr

    Klarmann haste gestern deine Freundin mitgebracht?…Ungeziefer zieht sich halt an !

    sonst alles gut in obermaubach? mik

  22. 22 Klar, Mann? 04. April 2010 um 18:14 Uhr

    Auch wenn ich teilweise skeptisch bin, was dieses Statement anbelangt, dennoch sei auf Indymedia hingewiesen:

    http://de.indymedia.org/2010/04/277373.shtml

    #Bilderklau

  23. 23 Mar015 04. April 2010 um 18:26 Uhr

    Lol
    kommt STURMfrei etwa auch aus maubach? falls sie denken ich hätte dies geschrieben war es ein griff ins klo

    Grüsse^^

  24. 24 hinterhof.action.crew 04. April 2010 um 22:16 Uhr

    Die genauen Umstände bezüglich der Blockade an der Eschweilerstraße waren wie folgt:

    An der Eschweilerstraße gelang es einer Handvoll Antifaschist_innen in unmittelbarer Nähe der Nazi-Route (10 bis 15 Meter Abstand) ein Transparent und eine Antifa-Fahne hochzuhalten. Die Polizei verhinderte zwar das Betreten der Demo-Route und drängte die Antifaschist_innen in die Kupfermeisterstraße ab. Nichtsdestotrotz musste der Aufmarsch der Nazis für etwa eine Minute anhalten und wurde beim Vorbeigehen an der „Blockade“ stetig durch Parolen-Rufe gestört.

    Die Antifaschist_innen wurden durch eine Reihe Polizist_innen von den Nazis abgeschirmt. Seltsamerweise ließen die Einsatzkräfte eine Frau – allem Anschein nach eine Anti-Antifa-Fotografin – durch die Kette, sodass diese hinter die Antifas gelangen konnte.

  25. 25 drW 05. April 2010 um 16:53 Uhr

    ich finde ja die bilder haben eine eigene meldung mit dem titel: „rechts/links/mitte: aachen ultras oder nicht?“ verdient :D sorry, hab nen clown (amnesia) gefrühstückt.

    ansonsten bleibt wohl in erster linie festzuhalten, dass sich das verhältnis nazis/gegendemonstranten insgesamt doch recht die waage hält.

  26. 26 STURMfrei 06. April 2010 um 12:49 Uhr

    Klarmann halts maul ;)
    geh lieber mal deine Ratte füttern !

    interessante argumentationslinie… mik

  27. 27 STURMfrei 06. April 2010 um 18:15 Uhr

    Klarmann hat auch nichts besseres zu tun als hier alles zu kommentieren, guck lieber mal dass deine Berichte der Richtigkeit entsprechen ;)

  28. 28 Rente 06. April 2010 um 22:42 Uhr

    @sturmfrei:

    Sag mal hast du nichts besseres zu tuen, als hier Stumpf rumzuschwätzen? Keine Parteiarbeit? Irgendwas Sinnvolles mit Niveau?

    Desweiteren sind Ratten sehr Intelligent, spreche ich manchem der Leute aus dem Rechten Sumpf, damit meine ich die Hirntoten Enkel von Adolf, ab.

    Manchmal haben Ratten aber auch das selbe Verhalten wie Zombis von Rechts, sie treten in Massen auf, Suhlen sich im Müll, auch gerne mal in Kloaken. Denn eins sollten wir nicht vergessen „Scheiße ist immer BRAUN!“

  29. 29 Rüdiger 10. April 2010 um 16:14 Uhr

    An die BgR und den Jusos: Ich finde es traurig, dass man so was als Erfolg beschreibt während ca 500 – 600 Nazis durch ein von Migraten stark bewohntes Viertel laufen dürfen. Sowohl menschenfeindlich aber auch morddrohende Rufe im beisein der Polizei ausrufen dürfen! Wie z.B. schlagt den Roten die Schädeldecke ein oder Deutschland den Deutschen Ausländer raus!! Wenn das erfolgreich ist sag ich nur Glückwunsch für die Nazis für dieses Jahr! Unser nächster Weg, die Nazis aus Stolberg raus zu halten, darf nur über zivilen Ungehorsam gehen, das heißt Massenblockkaden aus Menschen im stehen oder sitzend! Aber dieser Braune Mob darf nie mehr marschieren, weder 2011 in Stolberg oder irgendwo anderes!! Also lasst uns alle gemeinsam und solidarisch ungehorsam sein! Denn das ist die Pflicht für jeden Antifachisten, der die Neonazis nicht mehr da haben will!!!

    soweit wie möglich korrigiert… mik

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