Rechts: Multimediale NPD-Ödnis für die (un)effektive Jugendwerbung

Region. Offenbar zwischen 4.000 bis 8.000 Euro will die seit Monaten um Spenden bittende und klamme NPD für Werbung ausgeben, um jugendliche Wählerinnen und Wähler zu verschrecken – nein, zu begeistern. Zumindest hat die rechtsextreme Partei dies vage angekündigt. Sie will im NRW-Landtagswahlkampf an ausgesuchten Schulen 1.500 USB-Sticks – Herstellungspreis zirka 3 bis 6 Euro pro Stück? – mit NPD-Aufdruck verteilen. Auf den Datenträgern befinden sich die Songs der aktuellen Version der NPD-Schulhof-CD, .PDF-Dateien von Wahlkampfplakaten und Flugblättern sowie Dateien mit Wahlkampfspots. Die multimedial orientierte und geschulte Jugend könnte das als altbackenes Dateiverschieben jedoch völlig uncool finden.

Vielleicht ist das, was die NPD seit heute unter der Überschrift „NPD verteilt im Jugendwahlkampf USB-Sticks“ verbreitet, daher auch nichts anderes als der extrem kostengünstige Versuch, um jeden Preis und mit jedem Sch*** Aufsehen erregen zu wollen. Dabei dürfte es völlig egal sein, ob die Partei das Geld für die USB-Sticks auch wirklich zum Fenster rauswirft, einige kritisch gedachte, indes eher zweifelhafte Zeilen in der Lokalpresse [1] oder weiteren Medien dürften schon möglich sein. Die NPD jedenfalls posaunt laut und deutlich hinaus, zum anpimpfen werden sie nun „den nationalen Jugendwahlkampf um ein originelles Transportmittel nationaler Botschaften“ erweitern. Und weiter:

„Neben vielen niedrigschwelligen Internet-Aktivitäten sucht die NPD wie keine andere Partei nach stilistisch jugendgemäßen und technisch hochmodernen Transportmitteln ihrer politischen Inhalte. Welchen Jugendlichen reizt es nicht, von der NPD statt eines gewöhnlichen Flugblattes einen USB-Stick in die Hand gedrückt zu bekommen? Internet-affine Leute können die NPD-Spots oder Plakate dank der Sticks nun mit spielerischer Leichtigkeit in ihrem Freundeskreis verbreiten.“ Vielleicht könnten sie sich aber auch nur lächerlich machen bei ihren (Noch-)Freunden, die längst via Web, eigener USB-Stick-Sammlung am Schlüsselbund sowie MP3-Playern und Mobiltelefonen nebst Bluetooth-Schnittstellen gut vernetzt sind? Auch ohne eine neonazistische Partei…

Die NPD bietet die auf ihrem USB-Stick enthaltenen Daten auch via Homepage zum Download an. Und neben dem „neuartigen Werbemittel“ will die NPD zudem in NRW 15.000 Schulhof-CDs mit dem Titel „Deutschland versus BRD“ verteilen. „Einige hundert“ jener Tonträger seien „bereits im Kreis Düren, im Ennepe-Ruhr-Kreis und im Ruhrgebiet verteilt“ worden. Die Partei verbreitet weiter, sie sei „zuversichtlich, am 9. Mai bei den deutschstämmigen Jungwählern in NRW die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken.“

Deutschstämmig gilt im Sinne der NPD übrigens ausschließlich für Menschen, die über Vorfahren verfügen, die für die NPD auch echte Deutsche sind oder waren: eingebürgerte Migranten, wie das in Vietnam geborene Adoptivkind Philipp Rösler – ein deutscher Politiker, FDP-Nachwuchsstar und Bundesminister für Gesundheit –, würden demnach nicht „deutschstämmig“ sein; derzeit ein- respektive zurück gewanderte Russlanddeutsche mit sehr lange zurückliegenden deutschen Vorfahren, aber ohne deutsche Sprachkenntnisse, indes schon. [© Klarmann]

[1] Direktlink


3 Antworten auf “Rechts: Multimediale NPD-Ödnis für die (un)effektive Jugendwerbung”


  1. 1 Hinkelmännchen 16. April 2010 um 23:48 Uhr

    Welche Sprache jemand beherrscht hat ja aber überhaupt nichts damit zu tuen, zu welchem Volk man sich bekennt.

  2. 2 Klar, Mann? 17. April 2010 um 11:34 Uhr
  3. 3 Fatihland 17. April 2010 um 19:49 Uhr

    Sollte der Staat unterbinden… die armen USB-Sticks^^

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