Rechts: NPD entsendet Flaggschiff zum Kentern ins Rheinland [update2]

Region. Die NPD will am Samstag und Sonntag in mehreren Städten und Orten im Rheinland mit ihrem „Flaggschiff“ über den Straßenasphalt gesegelt sein – etwa für Lautsprecherfahrten und möglicherweise auch im Rahmen von Kurzkundgebungen. Das „Flaggschiff“ ist ein umgebautes Wohnmobil, lackiert in den NPD-Farben und mit Partei-Losungen geschmückt. Es dient in Wahlkampfzeiten als eine Art von Coverversion des berüchtigten „Guido-Mobils“, mit dem einst die FPD kenterte.

Laut Twitter respektive NPD wollte die Partei Düren, Euskirchen, Erfstadt, Brühl, Weilerswist und Aachen ansteuern. Zumindest in Brühl soll der Wagen auch am Samstag bei einer Lautsprecherfahrt gesehen worden sein. Die NPD selbst will zudem am Sonnabend u.a. in Düren, Euskirchen und Stolberg gewesen sein. Zudem will sie mit dem „Flaggschiff“ Teile auf dem Gelände der früheren NS „Ordensburg“-Vogelsang befahren haben. Die Hausordnung von Vogelsang sieht eigentlich vor, dass Personen, die Werbung für rechtsextreme Parteien oder Gruppen betreiben (wollen), von dem Gelände verwiesen werden (können).

In Mechernich-Kommern nutzte die NPD möglicherweise die in der Lokalpresse [1] angekündigten und seit Freitag andauernden Polizeikontrollen im Umfeld eines Treffens des Motoradclubs „Gremium“, um am Samstag Aufsehen zu erregen und ebenso kontrolliert zu werden. Der „MC Gremium“ hält in Kommern ein großes Wochenendtreffen ab, im Bürgermeisterwahlkampf 2007 in Aldenhoven (Kreis Düren) hatte es zuletzt Ärger zwischen der NPD und Mitgliedern des Motoradclubs gegeben [2].

Die NPD selbst hatte für Sonnabend NRW-weit im Rahmen des Landtagswahlkampfes einen „Aktionstag“ mit Infoständen, Lautsprecherfahrten, „Mahnwachen“ und Verteilaktionen angekündigt. Das „Flaggschiff“ soll wohl auch in den kommenden Tagen noch im Rheinland unterwegs sein. In der Berliner NPD-Zentrale abgeholt haben will es der Dürener NPD-Chef, Ingo Haller, der offenbar den Wagen auch bei der PR-Tour gefahren hat.

Am Sonntag wollen die Neonazis dann mit dem „Flaggschiff“ u.a. durch Jülich, Aldenhoven, Alsdorf, Übach-Palenberg, Pulheim und Köln gefahren sein. In Pulheim soll die Polizei die NPD-Fahrgemeinschaft kontrolliert und einen MP3-Player beschlagnahmt haben. In Köln-Nippes wollen die Neonazis eine „Kurzkundgebung“ mit dem „Flaggschiff“ abgehalten haben. Redner waren laut Partei der Chef des NPD-Kreisverbandes Düren, Haller, und der Volksverhetzer und Neonazi aus Pulheim, Axel Reitz. Später sollte noch Mönchengladbach angesteuert werden. [© Klarmann; Updates erfolgten am 18. April]

[1] Direktlink [Ergänzt: Nachbericht zum Treffen des MCG]
[2] Vergifteter Bürgermeisterwahlkampf und seltsam fremde Fremdenfeinde


10 Antworten auf “Rechts: NPD entsendet Flaggschiff zum Kentern ins Rheinland [update2]”


  1. 1 hase 17. April 2010 um 19:16 Uhr

    Heißt die trailer trash-Schleuder nicht korrekt „Flafschiff D“?

    nö, flaggschiff, peinlicherweise eben mit einen f getippt…offiziell tatsächlich mal „flaggschiff d“, aber unterdessen wohl kaum noch so genannt… mik

  2. 2 hase 17. April 2010 um 20:47 Uhr

    Ähm…ja. Flaggschiff meinte ich natürlich und nicht Flafschiff. Mift Reftalkohol ;)

  3. 3 Hark 18. April 2010 um 15:39 Uhr

    In Stolberg musste sich die Birkengangstrasse die Lautsprecherfahrt anhören. Samstag am Nachmittag.

  4. 4 gigarod 18. April 2010 um 17:22 Uhr

    weiß jemand wann und wo sie in in MG sind? ich könnt innerhalb kurzre zeit noch hin, wenn ich nen standort weiß auch 20 leute mobilisieren

  5. 5 kurt husstle 18. April 2010 um 17:46 Uhr

    war den ganzen tag in nippes. kommt mir eher weniger so vor, als wenn sie wirklich dort gewesen wären bzw. ne kundgebung abgehalten haben, es sei denn in irgendeiner versteckten ecke.

  6. 6 fuchs 18. April 2010 um 17:48 Uhr

    infos bezüglich Mönchengladbach im Falle des Falles bitte auch an aaviersen@riseup.net :-)

  7. 7 rote antifa krefeld 18. April 2010 um 18:59 Uhr

    […]

    es reicht jetzt mit dem kindergarten-gehabe… mik

  8. 8 Kölsche Jung 18. April 2010 um 19:25 Uhr

    Pah! In welchem Kölner Dorfbezirksvorort wollen die denn bitte rumgeschippert sein? Rath Heumar? Lächerlich…

  9. 9 Fatihland 19. April 2010 um 13:23 Uhr

    Schade, dass die Karre nie lang genug an einem Ort zu bleiben scheint…

  10. 10 Klar, Mann? 20. April 2010 um 13:18 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.