Rechts: Prozess gegen Angreifer auf Antifa-Demonstration beginnt stockend

Aachen. Nach langen Verzögerungen hat am Mittwoch (12.5.) vor dem Amtsgericht Aachen der Prozess gegen mehrere Heranwachsende begonnen, denen vorgeworfen wird im März 2008 bei einem Angriff auf eine antifaschistische Demonstration beteiligt gewesen zu sein. Doch der Prozess begann schleppend. Einer der Angeklagten war nicht erschienen und als ihn die Polizei im Zuge von Verhandlungspausen vorzuführen versuchte, traf sie den jungen Mann an seiner Anschrift nicht an.

Der Prozess vor dem Jugendschöffengericht richtete sich ursprünglich gegen insgesamt sieben Personen, die überwiegend der Neonazi-Szene und der rechtslastigen Hooliganszene angehören. Anlass ist ein 26 Monate zurückliegender Vorfall. Am 27. März 2008 hatten gegen 18.35 Uhr rund 40 Neonazis eine friedliche, antifaschistische Demonstration mit rund 200 Teilnehmern – darunter Lokalpolitiker – nahe dem Glaskubus am Elisenbrunnen angegriffen. Es kam auf der Peterstraße zu tumultartigen Szenen, insgesamt stellte die Polizei später vierzehn mutmaßliche Angreifer aus der rechten Szene.

Vorgeworfen wird den Angeklagten nun, Teilnehmer besagter „rechtsextremer Gruppe“ gewesen zu sein und die Demonstration mit „angegriffen und provoziert“ zu haben. Konkret müssen sie sich wegen des Vorwurfes des Landfriedensbruchs und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz verantworten. Bis auf einen der sechs Anwesenden schwiegen die Angeklagten zu Prozessbeginn zu den Vorwürfen.

Der junge Mann indes sagte aus, er habe seinerzeit ein benachbartes Schnellrestaurant besucht und einen Freund treffen wollen. Die Schlägerei habe er nach dem Verlassen des Restaurants beobachtet. Nachdem er sich entfernt habe, sei er kurz darauf in der Adalbertstraße in eine Gruppe der flüchtenden Angreifer geraten. Da er eine Person gekannt habe, sei er mit in Richtung Kaiserplatz gelaufen, so der 20-Jährige. Auf der Wilhelmstraße waren die mutmaßlichen Angreifer dann von der Polizei unter anderem in einer Gaststätte gestellt worden.

Das Verfahren gegen den nicht erschienenen Neonazi – gegen den nun ein Haftbefehl im Raum steht – wurde nun abgetrennt. Ein von ihm eingeschicktes ärztliches Attest ließ die Richterin nicht gelten, weil die darin erwähnte Erkrankung nicht schwer genug sei, um eine Verhandlungsunfähigkeit darzustellen. Das Verfahren gegen die nunmehr noch sechs Angeklagten soll am 19. Mai fortgesetzt werden. Dann sollen auch die ersten Zeugen gehört werden. Ein Urteil wird für den 28. Mai erwartet.

Ferner stehen in der Sache noch Verfahren gegen mehrere erwachsene, mutmaßliche Angreifer aus. Unter diesen Personen befindet sich nach Recherchen der „Nachrichten“ ebenso der 2. stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren sowie „Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René L. aus Vettweiß. [© Michael Klarmann; im Rahmen von „Nachrichten“-Recherchen/-Mitarbeit]


1 Antwort auf “Rechts: Prozess gegen Angreifer auf Antifa-Demonstration beginnt stockend”


  1. 1 NationalerWiderstandDn 12. Mai 2010 um 19:07 Uhr

    Herr Klarmann,
    sie wissen wie immer, sofort bescheid. Respekt =)

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