Rechts: Halbe und ganze Urteile nach Heß-Aktionen gegen Neonazis

Aachen. Das Landgericht Aachen hat eine durch den zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Düren und Anführer der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René L., eingelegte Berufung gegen ein Urteil wegen Sachbeschädigung und Volksverhetzung verworfen. Grund: der Neonazi war nicht zur eigenen Berufungsverhandlung erschienen. Er soll nun eine Geldstrafe von 2.000 Euro wegen illegaler Plakat-, Graffiti- und Transparentaktionen zur Glorifizierung des früheren Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß zahlen.

Die Kammer bestätigte so ein Urteil des Amtsgerichtes Düren. Zudem verworfen wurde die durch einen Dürener Neonazi eingelegte Berufung, der ebenso nicht erschienen war und nun eine Geldstrafe von 600 Euro zahlen soll. Das erstinstanzliche Urteil gegen zwei Aachener änderte die Kammer demgegenüber am Montag leicht ab. Zwar seien sie an den nächtlichen Taten in Düren im August 2007 beteiligt gewesen und hätten volksverhetzende Inhalte verbreitet. Da aber Polizisten Plakate und Transparente rasch entfernt hätten, seien sie keiner breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Daher liege keine vollendete Volksverhetzung vor.

An den Sachbeschädigungen seien beide indes beteiligt gewesen. Die beiden zur Tatzeit Heranwachsenden müssen laut dem Urteil im Rahmen der gegen sie ausgesprochenen Verwarnungen je 70 Sozialstunden ableisten. [© Michael Klarmann; für AN (Politik/Euregio)]