Region. Anlässlich des WM-Fußballspiels von Deutschland und Australien kamen gestern insgesamt über 12.000 Zuschauer zu den Public-Viewing-Veranstaltungen in Aachen, Alsdorf, Baesweiler, Eschweiler und Simmerath. Dabei verlief das Geschehen aus polizeilicher Sicht ohne besondere Zwischenfälle. Aus der Aachener Pontstraße meldeten mehrere Anrufer nach dem Spiel Streitigkeiten und Schlägereien. Diese Konflikte waren jedoch jeweils schon vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte beendet und es standen keine Auskunftspersonen mehr zur Verfügung. Nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ sollen an besagter Schlägerei maßgeblich Neonazis und Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) beteiligt gewesen sein [1].
Während die Feiern nach dem Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft am Sonntagabend in Düren weitgehend störungsfrei verliefen, kam es in Jülich zu Übergriffen gegen Polizeibeamte. Die Polizei hat daher ein Ermittlungsverfahren gegen die noch nicht bekannten Störer eingeleitet.
Etwa 300 Personen besetzten gegen 22.40 Uhr in Jülich die Kreuzung Große Rurstraße/Bahnhofstraße. Aus der Menschenmenge heraus wurde bengalisches Feuer gezündet und zur Absperrung eingesetzte Polizeibeamte wurden mit Feuerwerkskörpern, Dosen und Flaschen beworfen, wodurch ein Beamter leichte Verletzungen erlitt. Außerdem kam es nach Mitternacht zu einer leichten Schlägerei in einem Lokal in der Großen Rurstraße, an der drei 23, 24 und 31 Männer aus Jülich beteiligt waren.
In Düren hatten sich mindestens 2.700 fußballbegeisterte Fans am Abend auf dem Kaiserplatz eingefunden. Die Polizei musste hier insgesamt viermal einschreiten und Störern Platzverweise erteilen sowie Ingewahrsamnahmen aussprechen. Des weiteren kam es nach Beendigung der Partie im Bereich des Kaiserplatzes und der Wilhelmstraße zu drei angezeigten Körperverletzungsdelikten.
Laut Polizei im Kreis Heinsberg herrschte dort überall friedliche Stimmung. Nennenswerte Vorfälle gab es aus polizeilicher Sicht nicht. Nach Einschätzung der Polizei feierten auf dem Markt in Heinsberg rund 3.000 Fans, in Hückelhoven auf dem Hartlepooler Platz wurden 800 friedliche Zuschauer gezählt und in Geilenkirchen auf dem Rathausplatz feuerten zirka 1.200 Fußballanhänger die DFB-Elf an. [Textquelle: gekürzte, redigierte Polizeiberichte]
[1] Siehe das Update Neonazis nutzten Fußballgaudi wieder zum Zuschlagen (bis zur Veröffentlichung der „Nachrichten“ nur für Förderer einsehbar; weitere Hinweise, besonders zu den Vorfällen in der Pontstraße, im Rahmen von Recherchen für die „Nachrichten“ weiterhin erbeten – siehe Kontaktdaten