Rechts: KAL-Wandertag durch Monschauer Schulabschlussfeiern?

Monschau/Simmerath. Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag nicht nur als Schläger auf der Abschlussfete der Bischöflichen Mädchen-Realschule St. Ursula aus Monschau aufgefallen. Nachdem es gegen Mitternacht auf besagter Feier in der „Tenne“ in Simmerath-Eicherscheid zu Gewalttaten gekommen war [1], fielen KAL-Mitglieder ebenso gegen 3 Uhr am Sonntagmorgen auf einer Abifeier des St. Michael Gymnasiums in der Vereinshalle im Monschauer Ortsteil Kalterherberg auf.

Der Sicherheitsdienst erteilte insgesamt vier jungen Männern und einer jungen Frau – die man alle der KAL zurechnete und die die Polizei als „Streithähne“ umschreibt – indes Hausverbot, woraufhin das Neonazi-Quintett die Räumlichkeiten verließ. Derweil hat die Polizei Medienberichten teilweise widersprochen, dass man bei den Vorfällen in Eicherscheid nicht optimal reagiert habe. Während etwa die Bezirksbeamten zuvor über die Feier in Kalterherberg informiert worden seien und diese auch begleitet hätten, sei man über die Feier in der „Tenne“ nicht informiert gewesen, so Polizeisprecher Paul Kemen.

Infolge einer Schlägerei, bei der ein junger Mann verletzt worden war, hatte die Polizei am Dienstag mitgeteilt, ihr lägen in der Sache weder Strafanzeigen, noch Einsatzberichte vor. Die „Aachener Nachrichten“ hatten derweil berichtet, dass dem Opfer respektive dessen Freundin von der Polizei mitgeteilt worden sei, „auf der nächstgelegenen Polizeidienststelle Anzeige wegen Körperverletzung zu erstatten oder das übers Internet zu erledigen.“

Dies bestätigte auch die Polizei nun. Die Polizei sei zu dem Vorfall „hinzu gerufen worden. Aufgrund der Gesamtumstände sollte der Verletzte zu einem späteren Zeitpunkt eine Online–Anzeige über das Internet wegen der Körperverletzung erstatten,“ sagte Kemen. Bisher gebe es für die Polizei indes „keinen Zusammenhang zwischen den Streithähnen der Abifeier in Kalterherberg und der Veranstaltung in Eicherscheid“. Überdies seien die Beamten zu zwei weiteren Vorfällen in jener Nacht gerufen worden, die nichts mit der rechten Szene zu tun hatten. Kemen: „Die Polizei hatte am Wochenende in der Eifel gut zu tun.“ [© Klarmann]

[1] Neonazis der KAL mischen Abschlussfete der St. Ursula-Realschule auf


2 Antworten auf “Rechts: KAL-Wandertag durch Monschauer Schulabschlussfeiern?”


  1. 1 Polizei vs. Klarmann 17. Juni 2010 um 18:25 Uhr

    Wie so oft, wenn Klarmann seine Informationen aus seinen „gut unterrichteten Kreisen“ erhält, sind erhebliche Fehlinformationen und Unwahrheiten enthalten, wie die Polizei auch in diesem Fall richtig stellt:

    http://www.az-web.de/lokales/eifel-detail-az/1321898?_link=&skip=&_g=Polizei-Neonazis-bei-der-Abifeier-in-Kalterherberg.html

    ich nehme an, sie spielen auf diese passage an:

    „Darüber hinaus verlief die Veranstaltung dann ohne weitere Vorkommnisse. Hierbei muss festgehalten werden, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Streithähnen der Abifeier Kuhlengasse und der Veranstaltung in Eicherscheid gibt, also keine «rechte Verbindung».“

    ich kann mir nicht erklären, warum die kollegen diese publiziert haben. nach recherchen der kollegen und augenzeugen waren in der „tenne“ nazis der KAL die schläger.

    die polizei hat diese passage überdies in teilen telefonisch später revidiert (!), und zwar, weil sie bisher (!) „keinen zusammenhang“ sieht (wie gesagt, warum die kollegen dann die erstfassung publizieren, ist mir schleierhaft).

    warum wurde jene erstfassung in teilen revidiert?

    ganz einfach: weil opfer, anzeigenerstatter/in und zeugen bis zum zeitpunkt der polizei-stellungnahme noch gar nicht gehört wurden.

    und so lange die polizei keine zeugen befragt hat und am anfang der ermittlungen steht, kann sie eben auch „keinen zusammenhang“ und auch keine „rechten verbindungen“ sehen.

    und eben das wurde telefonisch später revidiert…

    und nun?

    überdies steht in meinem ganzen text nix von „gut unterrichteten kreisen“ – alle quellen sind benannt…

    mik

  2. 2 Polizei 1:0 Klarmann 18. Juni 2010 um 14:21 Uhr

    Wie Sie ja auch immer so schön ausführen, ist ganz klar im Vorteil, wer lesen kann.

    „Hierbei MUSS FESTGEHALTEN werden, dass es KEINEN Zusammenhang zwischen den Streithähnen der Abifeier Kuhlengasse und der Veranstaltung in Eicherscheid gibt, also KEINE «rechte Verbindung»“

    Hier steht also nicht geschrieben, dass man aufgrund der aktuellen Ermittlungsergebnisse, wie Sie es ja hier suggerieren wollen, mit Ihren Ausführungen übereinstimmen, sondern dass „festgehalten werden muss“, dass kein Zusammenhang besteht. Diese Formulierung macht doch klar, dass ermittelt wurde und man eben zu anderen Erkenntnissen gelangt ist, als Sie und Ihre Pressekollegen. Bei Ihren Zeugen überwiegt anscheinend oft einfach das Mitteilungsbedürfnis über dem Realitätssinn, was Sie ja nicht weiter stören wird – oder gar gelegen kommt. Sie haben schließlich wieder Ihre „Nazi-Schläger-Geschichte“…

    also, ich habe es ihnen oben erklärt: a.) der von der lokalpresse zitierte text wurde später von der polizei teilweise zurückgezogen/revidiert; b.) warum die lokalpresse – auf die sie sonst doch auch nichts geben – ihn dennoch publiziert, ist mir schleierhaft; c.) außerdem zitiert die lokalpresse daraus etwas fragwürdig: es gibt 1.) eine nicht eigens gekennzeichnete redaktionelle ergänzung/einleitung; es gibt 2.) originalpassagen, die anführungszeichen aus einer polizeistellungnahme übernehmen; 3.) es gibt sätze aus der polizeistellungnahme, die keine anführungszeichen enthalten, aber in dem mix der lokalpresse plötzlich welche erhalten haben…mein einziger fehler in dieser sache ist und bleibt, dass ich wegen eines fehlers der kollegen mit einem völlig anonym auftretenden neonazi eine diskussion führe… mik

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