Rechts/Mitte: Polizei versucht Neonazis und Problemfans zu beeindrucken [update2]

Aachen. Die Polizei ist heute in der Pontstraße, Aachens studentischer Kneipenmeile, während des Public Viewings massiv gegen Neonazis, Störer und Hooligans vorgegangen. Hatten bei dem Spiel Deutschland gegen Australien noch Neonazis und rechtslastige Hooligans für Störungen gesorgt und vereinzelt andere Fußballfans attackiert [1], verzeichnete die Polizei im Vorfeld und Verlauf des Spieles gegen Serbien bisher keine besonderen Vorkommnisse in Sachen Gewalt in der Pontstraße. Indes nahm sie 16 Personen aus den besagten Spektren in Gewahrsam, weil sich diese gegenüber Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht ausweisen wollten oder konnten, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Die Personalienfeststellung der betroffenen Personen sollte daher erst im Polizeipräsidium durchgeführt werden und dauerte teilweise am Nachmittag noch an. Unbehelligt und offenbar bisher unauffällig blieben weitere Problemfans und Neonazis, die sich im Vorfeld des Länderspiels heute in der Pontstraße gegenüber Polizei oder Ordnungsamt ausweisen konnten. Einige der Störer von Sonntag sollen sich überdies den Kontrollen entzogen haben, indem sie „durchgebrannt“ seien, so ein Augenzeuge. Im Zuge der Kontrollen soll die Polizei laut Beobachter teilweise Hooligans und Neonazis eingekesselt haben.

Augenzeugen wollen unter den Kontrollierten oder zwecks Personalienfeststellung in Gewahrsam genommenen Personen auch solche wiedererkannt haben, die schon am Sonntag unter den 15 bis 20 Störern gewesen sein sollen, hieß es. Polizeisprecher Karl Völker sagte gegenüber Medienvertretern zu den 16 Ingewahrsamnahmen: „Wir haben sämtliche Personalien festgestellt. Bei drei Personen gehen wir davon aus, dass sie am vergangenen Sonntag in die Schlägereien verwickelt waren.“

Hinweise, dass Polizisten in der Pontstraße auch Platzverweise gegenüber Neonazis oder Problemfans erteilt hätten, bestätigte die Behörde nicht. [© Klarmann]

[1] Neonazis nutzten Fußballgaudi wieder zum Zuschlagen


5 Antworten auf “Rechts/Mitte: Polizei versucht Neonazis und Problemfans zu beeindrucken [update2]”


  1. 1 rote Antifa Krefeld 18. Juni 2010 um 16:31 Uhr

    Das könnt auch an der Demo liegen, heut abend. Vielleicht sind sie heute übernervös…

  2. 2 Mkay 18. Juni 2010 um 18:10 Uhr

    Ok, in der Theorie (einfach mal mehr Leute hinstellen, die eventuell auch was tun) ein bisschen besser als letzte Woche, in der Praxis, naja… Das Ordnungsamt hat meinem kleinen Bruder die Kippen weggenommen, aber der Schlagring von irgendeinem Typen daneben hat keinen so wirklich gestört ^^ Wie gesagt, es wird besser :)

    solange niemand den schlagring raucht, schadet er ja auch nicht… mik

  3. 3 hase 18. Juni 2010 um 18:26 Uhr

    Denke ich auch, dass sie so schon aussieben können damit sie heute Abend weniger zu tun haben :)

  4. 4 Klar, Mann? 18. Juni 2010 um 18:53 Uhr

    Lokalpresse (ein bisschen) dazu (siehe auch Bildergalerie):

    http://www.an-online.de/lokales/aachen-detail-an/1323017

  5. 5 Michael 23. Juni 2010 um 21:25 Uhr

    Ich denke seit veröffentlichung ihres Artikels darüber nach einen Kommentar dazu zu verfassen und bin hin und hergerissen…
    Vorab einige Fragen an sie, Herr Klarmann: Haben sie „nur“ ihre Informationen vom Polizeisprecher übernommen oder haben sie wirklich in der Sache recherchiert? WISSEN sie welche Personen bzw. welcher Personenkreis an diesem Tag in Gewahrsam genommen wurde oder haben sie „Neonazis und Problemfans“ auch nur übernommen? Macht es sie als Journalist nicht stuzig, dass von 16 ingewahrsam genommenen Personen nur 3 wirkliche in verdacht stehende Täter dabei waren? Und glauben sie auch wirklich, dass ganze 16 Personen sich nicht ausweisen konnten und deshalb mit aufs Präsidium genommen werden mussten? Über ehrliche Antworten würde ich mich freuen…

    a.) ja (sofern „wirklich“ für sie bedeutet, mehr als polizei und weniger als für ein buch); b.) halb, nein; c.) nein; d.) angaben der polizei, die ich wiedergegeben habe. über ihren kommentar würde ich mich nun freuen… mik

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