GegenRechts: Überwiegend friedlich – 500 Menschen demonstrieren gegen Rechts

Aachen. 500 Personen aus der linken Szene haben am Freitagabend, begleitet von einem großen Polizeiaufgebot, lautstark gegen rechte Gewalt demonstriert. Anlass waren wiederholte Übergriffe auf Nazigegner und Attacken gegen das Autonome Zentrum, wo die Demo auch begann. Kundgebungen hielten die Demonstranten unter anderem auch vor einem Hotel ab, das die NPD angeblich kaufen will. WEITER


31 Antworten auf “GegenRechts: Überwiegend friedlich – 500 Menschen demonstrieren gegen Rechts”


  1. 1 Klar, Mann? 19. Juni 2010 um 0:23 Uhr

    Für die Ungeduldigen:

    – Ausführlicher Bericht folgt Montag in den „Nachrichten“ (mit Luftbildaufnahme).

    – Ebendann auch im Blog.

    – Ein Foto ggf. früher (wenn: Sonntag).

    – Galerie bleibt abzuwarten (wenn: Sonntag).

    – Wer einen kurzen Eindruck mag:

    http://www.az-web.de/lokales/aachen-detail-az/1323467?_link=&skip=&_g=Explosive-Stimmung-in-der-City.html

    (mit Fotos des geschätzten Kollegen Jaspers)

    Vorbericht zu den Hintergründen der Demo:

    http://klarmann.blogsport.de/2010/06/16/gegenrechtsrechts-antifa-demonstration-wm-spiel-und-die-grosse-sorge-der-polizei/

    Mik

  2. 2 PixelPropaganda 19. Juni 2010 um 4:11 Uhr

    Fotos von der Demonstration sind ebenfalls hier zu finden:
    http://www.flickr.com/photos/strassenstriche/sets/72157624181236485/

  3. 3 Klar, Mann? 19. Juni 2010 um 7:21 Uhr

    Aus Sicht der Polizei:

    POL-AC: Bei Demonstration der linken Szene kam es zu kleineren Zwischenfällen

    Aachen (ots) – Die Polizei begleitete am Freitagabend mit einem angemessenen Aufgebot eine angemeldete Versammlung unter freiem Himmel durch die Innenstadt. Die Veranstaltung mit etwa 500 Teilnehmern, die vom Versammlungsleiter zum Thema „Keine Stadt, keine Straße den Nazis“ angemeldet worden war, verlief überwiegend störungsfrei.

    Die Demonstrationsteilnehmer hatten sich bis gegen 20.00 Uhr am Autonomen Zentrum versammelt und zogen nach einer kurzen Auftaktkundgebung durch innerstädtische Straßen bis zum Elisenbrunnen. Nach einer dortigen Zwischenkundgebung sowie einer weiteren Kundgebung in der Augustastraße endete die Veranstaltung kurz nach 23.00 Uhr wieder am Ausgangsort.

    Der Aufzug musste nach Auflagenverstößen in der Franzstraße kurz gestoppt werden. Dabei kam es auch zu einem körperlichen Angriff von Teilnehmern der Versammlung gegen die eingesetzten Polizeibeamten, der jedoch mit dem Einsatz von Pfefferspray erfolgreich abgewehrt werden konnte. Weiterhin kam es im Bereich der Zollernstraße durch einige Demonstranten zum Entzünden von Feuerwerkskörpern. Der Aufzug wurde hiernach erneut kurz angehalten.

    Im Demonstrationszug befand sich eine weibliche Person, die als Teilnehmer einer früheren Demonstration Straftaten begangen hatte und deren Personalien bislang nicht feststanden. Obgleich diese Frau erheblichen Widerstand leistete, wurden ihre Personalien festgestellt und eine entsprechende Strafanzeige gefertigt.

    Weiß jemand, warum in der Lothringerstraße mehrere Polizeibullis und der Gefangenentransporter gegen 23.45 Uhr im Einsatz waren? Oder ob die nur in Bereitschaft standen? Mik

  4. 4 Unwichtig 19. Juni 2010 um 13:15 Uhr

    Ist ja schön dass die Demonstartion so friedlich verlaufen ist. :-P Leider wird dann jedoch dann nicht erwähnt, dass nach der Demo vermumte links radikale Gruppen durch die Aachener Innenstadt laufen, bewaffnet mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Flaschen und unschuldige Menschen attackieren, die vllt Thor Steinar tragen oder sonstiges und somit dem rechts radikalen Spektrum zugeordnet werden. Wenn man so oberflächlich denkt und dabei solche schwere Körperverletzungen zu stande kommen, frage ich mich echt, weshalb die linken noch gegen rechte Gewalt dmeonstrieren, wenn sie doch selber nichts anderes tun. Bestes Beispiel am gestrigen Abend war ein Angriff 12 vermunter Antifaschisten, die zwei unbewaffnete Jugendliche attackierten, die einen Freund und eine Freundin am Bushof zum Taxi begleiten wollten. Einer der beiden hatte das große Glück sich in einen Bus zu flüchten und die Polizei zu alamieren, der andere lief traurigerweise auf die andere Straßenseite, wo er stolperte und von den besagten 12 vermunten Tätern aufs schwester zusammengeschlagen wurde. Dabei erlitt er schwere Prellungen am ganzen Körper, eine große geschwollene Platzwunde am Kopf und mehrere große Wunden am ganzen Körper. Bis die Polizei eintraf ging keiner der dort anwesenden Bürger dazwischen. Nur durch großes Glück wurde der Jugendliche nicht von einem tödlichen Schlag getroffen. Man muss sich einmal klar vor Augen führen, dass sie in kauf genommen haben, einen Mord zu begehen! Wenn sowas geduldet bzw nicht verhindert wird, dann sollte man sich echt Gedanken machen, in was für nem Stadt wir leben.

    am sonntag noch mit „kameraden“ unterwegs, die fröhlich feiernden, unpolitischen fußball-fans – die allerdings keine naziprovo abkönnen – mächtig auf die schnauze gehauen haben – und nun plötzlich wehleidig geworden?

    aber mal ganz ohne sarkasmus: ich weiß nicht, ob die taten, die sie beschrieben haben, sich auch so zutrugen, bei den horrormärchen, die „kameraden“ schon verbreiteten. aber…

    …sie wissen doch, was die „kameraden“ und ggf. sie selbst in den letzten wochen abgezogen haben. sollten sich diese taten so zugetragen haben, wie sie sie beschreiben – was hatten sie denn erwartet?

    dass die antifa sie herzt, drückt und ihnen eine palette kaltgetränke sowie ein tablett bratwurst im brötchen mit senf ausgibt, damit sie einige stunden später wieder gestärkt antifaschisten, linken oder auch nur alternativ aussehenden jungen leuten

    a.) die zähne aus der fresse schlagen, ihnen

    b.) die brille zerschlagen und mal eben 500 euro kosten aufbrummen – neben dem möglichen verlust des augenlichtes – oder

    c.) ihnen messer in die nieren stechen können?

    oh, war jetzt doch wieder sarkastisch! zumindest für mich, der ich große stücke in den pazifismus setze…

    mik

  5. 5 Klar, Mann? 19. Juni 2010 um 13:47 Uhr

    Danke allen, die meine Frage oben teilweise schon beantwortet haben. Etwas wenig Zeit, die Mails alle zu beantworten…

    Mik

  6. 6 Adler 19. Juni 2010 um 14:13 Uhr

    ich sage es ihnen mal so lieber Herr Klarmann. Ich war selber dabei und kann daher auch am besten beurteilen, wie sich die Sache gestern abend zugetragen hat. Es ist kein Horrormärchen oder sonstiges, sondern die Wahrheit. Naja ist ja klar, dass sie die unschuldigen Antifas in Schutz nehmen, die sich ja nur wehren und selbst nie gewaltätig werden und z.b. iwelchen Leuten Pfefferspray ins Gesicht Spray und zuschlagen und dabei NAZIS RAUS rufen. Naja dann viel spaß im ROTEN SUMPF! :) Vielleicht sehen sie es ja ein was ich meine wenn die Linken nen Rechten tot geprügelt haben. :)

    ich denke, sie wissen, dass es – ausschließlich nun die region aachen betrachtet – auch anders herum lauten könnte…denn das mit dem messer war nicht als witz gedacht… aber so hinreisend jung wie sie sind, kommen sie noch auf so einiges, und wenn ihr hirn dann noch nicht ganz braun ist, auch zu den besseren rückschlüssen…

    aber eines will ich doch noch anmerken: sie schreiben oben, dass menschen angegriffen wurden, „die vllt Thor Steinar tragen oder sonstiges und somit dem rechts radikalen Spektrum zugeordnet werden“. wenn ich nicht irre, sahen wir uns letzten und ich weiß ja auch, mit wem sie unterwegs waren.

    etwas sarkastisch gesagt: rechtsradikal waren die leute, mit denen ich sie sah, nicht, sondern es waren bekennende neonazis… [1] mik

    [1] was keine gewalttat rechtfertigen soll, aber bevor sie lügen, ohne braun zu werden…

  7. 7 Fatihland 19. Juni 2010 um 15:29 Uhr

    „die vllt Thor Steinar tragen oder sonstiges und somit dem rechts radikalen Spektrum zugeordnet werden.“
    komisch, das hat mir gestern auch ein Nazi versucht zu verklickern :)

  8. 8 Mkay 19. Juni 2010 um 15:47 Uhr

    @ Unwichtig: „…Dann sollte man sich echt Gedanken machen, in was für nem Stadt wir leben.“ Ja, was für ein böser böser Stadt! Und der Staat ist auch doof, ne ?
    Die Demo wäre wohl viel besser verlaufen, hätte es nicht (schon wieder) kindische Streitereien zwischen den Antifas gegeben. Spätestens bei der Lautsprecherdurchsage, „Fuck the police“ zu schreien sei sexistisch und es solle ja bedeuten, dass man Polizisten/Polizistinnen vergewaltigen will, wurde es richtig peinlich. Und dann natürlich wieder der arme Fußball, der z.Z. für jeden Nazimüll herhalten muss. „Ihr habt den Krieg verloren“ auf die Melodie von „Du hast die Haare schön“ kommt immer wieder gut. Aber warum „Ihr habt das SPIEL verloren“ ?! Einer der blödesten Sprüche des Abends. Schon wieder muss ´ne Multikulti-Mannschaft den Kopf hinhalten, nur weil sie Nationalmannschaft heißt. Das kotzt mich so an, das Thema hatte da nix verloren – es ging um das AZ, verdammt.
    Manchmal habe ich das Gefühl, die Antifa (A³ etc.) besteht aus 50% „Wir stürzen den Staat & das System und leben in der puren Säufer-Anarchie“ und 50% intelligenten Wesen. Man könnte einen Intelligenztest als Aufnahmeprüfung anordnen. Bei… Menschen wie etwa der KAL wäre dies allerdings zwecklos, weil sich keiner fände, einen Entäligenstäst zusamönzuschetellön. Randale-Idioten sind der Grund, weshalb gewisse Gruppierungen (und hier muss ich leider verallgemeinern) nicht ernst genommen werden KÖNNEN.
    Für mehr (politische) Bildung und weniger Szeneshit in AC & Deutschland und bis zur nächsten Demo :)

    ihr habt den sex verlorn… mik

  9. 9 Klar, Mann? 19. Juni 2010 um 16:10 Uhr

    Die von „Unwichtig“ / „Adler“ beschriebene Tat ist bestätigt; die Verletzungen scheinen nach derzeitige Kenntnisstand aber etwas übertrieben…

    Mik

  10. 10 Kuchennazi 19. Juni 2010 um 16:48 Uhr

    Auf der Demo verhöhnte ein Kuchennazi unter dem Vorwand am Vortag Geburtstag gehabt zu haben, aufrechte Tierrechtler in dem er einen wie folgt gebackenen Kuchen verteilte:

    500 g Margarine
    250 g Zucker
    2 Pck. Vanillezucker
    etwas Salz
    8 Eier
    ein guter Schuss Rum
    500g Weizenmehl
    ordentlich Kakaopulver (ca. 6 TL)
    3 TL Zimt
    1 Pck Backpulver
    300 g Raspelschokolade
    200 g gehackte Mandeln
    500 ml Rotwein (aus‘m Tetrapack)

    Margarine schaumig schlagen. Zucker, Vanillezucker und Salz unterrühren. Eier nacheinander mit ordentlich Power unterrühren. Rum dazu

    Mehl, Backpulver, Zimt und Kakao mischen und abwechselnd mit Mandeln, Rotwein und Schokolade reingeben.

    Ofen auf 180°C vorheizen

    Ein Backblech mit Vertiefung mit Backpapier auslegen. Teig drauf und daran denken dass sich das Volumen beim Backen erhöht (spart Rauchvergiftung und Putzarbeit *grummel*).

    etwa eine Stunde backen. Wenn man eine Nadel reingtechen kann ohne dass Teig an Ebenjener klebt, ist er fertig und kann abgekühlt auf der Demo verteilt werden.
    -----------------------------
    Anschließend versuchte er eine Wortergreifungsstrategie auf Indymedia, die glücklicherweise abgewehrt werden konnte.

  11. 11 DEMOkrat 19. Juni 2010 um 16:52 Uhr

    ES WAR JA NICHT ALLES SCHLECHT DAMALS*

    Sehr schön fand ich zum Beispiel, als zu Beginn ein mittelmäßiger Redebeitrag aus zusammengeklotzten Worthülsen einer Parteipolitikerin, der mit den Worten „Für den Sieg des Kommunismus!“ endete, vom Großteil der DemonstrantInnen mit Schweigen oder verhalten hämischen Kommentaren quittiert wurde.
    Mkays Kritik in allen Ehren aber es hätte auch durchaus schlimmer kommen können. Klar, auch bei Antifaschisten folgt die Intelligenz der Normalverteilung, aber gestern haben sich die von Mutter Natur weniger reich beschenkten Personen (zumindest in den entscheidenden Punkten) durchaus diszipliniert verhalten.

    Wegen der nächtlichen Ereignisse möchte ich nur sagen, dass ich es grundsätzlich eher uncool finde Menschen zu treten und zu schlagen (von Notwehr mal abgesehen) und ich auch kein allzu grosser Freund von Selbstjustiz bin, aber, dass sich die Betroffenen doch bitte nicht als unschuldig darstellen mögen, denn wie „unwichtig“ ja selbst schreiben, mit Schlagstöcken gegen Menschen vorzugehen und schwerste Verletzungen zu riskieren ist zum einen ein heftiger Tatvorwurf, aber zum anderen eben auch ein Verbrechen, das in Aachen zum täglichen Handwerk der Nazischläger gehört.

    *(also gestern Abend)

  12. 12 palim palim 19. Juni 2010 um 17:59 Uhr

    jetzt fängt dann die alt bekannte „Ich heul rum und habe ja noch nie was böses getan“ leier an. au man langsam nervt’s. what you give is what you get…….

  13. 13 Rente 19. Juni 2010 um 18:39 Uhr

    Also ernsthaft, die Leute die sich hier beschweren das sie „gemoppt“ werden, haben vielfach genau die selbe Sprache gesprochen.

    Wenn man sich Kleidungstechnisch mit Thor Steinar beschmückt, und sich dann wundert das man eventuell von anderer politischer Seite diesen Bekleidungsstil kennt, sollte man eben damit rechnen das es zu Problemen führen kann.

    Vielen Linken Jugendlichen oder Alternativen geht es genauso, Täglich, Repressionen durch Polizei, Gewalt von Rechts.

    Ich verurteile Ausdrückliche jede Art von Gewalt!

    naja, angeblich – s.o. – warens ja gar keine rechten…

    reitz twittert derweil: „10 vermummte und bewaffnete Linksextremisten überfielen heute Nacht gegen 2:30 Uhr 2 Nationalisten am Busbahnhof.“

    rechter blogger aus aachen twittert: „Antifa Demo-Teilnehmer ‚gegen rechte Gewalt‘ überfielen gestern nach der Demo vermummt 2 Nationalisten am Bushof!“

    wie gesagt: gewalt scheiße, aber zuerst lügen ohne braun zu werden, das hat nichts mit der unschuld vom lande zu tun…

    und zu reitzens moralanfall: man erinnere sich seiner reden…

    mik

  14. 14 Adler 19. Juni 2010 um 20:03 Uhr

    Es ist nicht meine Abischt gewesen, hier rumzujammer oder die Linken als gefährlicher oder sonst etwas einzustufen. Denn gefährlicher sind sie nur, wenn sie feige handeln und z.b. mit 12 bewaffneten Antifanten 2 ahnungslose Jugendliche angreifen. Ist aber jetzt nebensächlich. Mir ging es eben in meinem Beitrag in dem ich die Situation genau geschildert habe einzig und allein darum aufmerksam darauf zu machen wie unlogisch es doch ist eine Demonstration gegen rechte Gewalt abzuhalten und dannach in Grüppchen jagt auf rechte Jugendliche zu machen.

  15. 15 kalle 19. Juni 2010 um 20:04 Uhr

    wie dreist sind eigentlich diese naziw****er, dass sie hier auf einmal rumheulen. erst diese köstliche „analyse“ auf der kal homepage zu den übergriffen der letzten wochen und jetzt wird rumgeheult, weil mal einer auch zurück aufs maul bekommt.

    ich bin überhaupt kein unterstützer von gewalt gegen menschen. aber das ist defintiv notwehr! polizei und justiz haben sich doch klar positioniert, in dem solche übergriffe verharmlost und bagatellisiert werden, und gleichzeitig vereinzelte vermummungen auf äußerst friedlichen antifademos aber zum kollektiven, unverhältnismäßigem pfeffersprayeinsatz führen. die nazis werden mit ihrem terror gegen linke, andersdenkende, fußballfans, ausländer und sonstige bürger nicht aufhören, weil irgendein richter wieder milde walten lässt. es ist ein brutale, menschenverachtende ansammlung von schlägern. nicht mehr, nicht weniger.

  16. 16 Adler 19. Juni 2010 um 20:12 Uhr

    Und irgendwie ist es doch wunderlich, dass weder auf der Internetpräsenz der AN, der AZ oder bei ihnen Klarmann der Vorfall von vergangener Nacht nicht erwähnt wird. Sonst werden doch jeder Kinderkram hier verdreht auf gunsten der Linken reingestellt. Ich möchte nur einmal auf das Super C hinweisen.
    Da sieht man mal wieder dran in was für einem System wir leben. :)

    wissen sie, nur weil sie opfer sind/wurden, müssen sie nicht in verschwörungstheorien abschweifen.

    a.) es gibt keinen polizeibericht und die medien fahren wochenende-spardienst.

    b.) schon mal auf die uhrzeiten der berichte in den online-ausgaben geschaut?

    c.) wann riefen sie die polizei? war es nicht gegen 2.40 uhr? siehe dann noch mal b.)

    d.) http://twitter.com/Klarmann/status/16555631889

    e.) sie lesen hier ja auch noch nichts davon, dass einige „kameraden“ wieder eine straftat begangen haben in der nacht.

    kommt zeit, kommt morgen, kommt übermorgen.

    schlafen sie sich einfach aus…

    mik

  17. 17 Ex-MdR 19. Juni 2010 um 20:41 Uhr

    @kuchennazi:

    Super-Beitrag, und lecker war der Kuchen auch. Nochmal Glückwunsch!

    Aber jetzt zum orthografisch peinlichen Rumgeheul von wegen linker Gewalt: Wer Wind sät, muss endlich mal Sturm ernten.

    Was soll man denn sonst mit pickligen 18,19,20-jährigen anstellen, die nur in der Gruppe stark sind, andere Menschen mit dem quasi-Tod bedrohen, schwere Körperverletzung begehen, Terror verbreiten usw. usf.

    Als Nazi möge man nach Etkar André googeln (=im Internet nachforschen), andere Schreibweise auch Edgar André…
    Der arme Mann wurde von Freisler 1937 zum Tode verurteilt, vor Gericht erschien er blind, taub, und auf Krücken. Verursacht durch Gestapofolter. Sowas darf nie wieder geschehen!

    Rotfront! (-Kämpferbund)

  18. 18 Stars Vader 19. Juni 2010 um 21:11 Uhr

    sie enttarnen sich selbst klarmann, muss nochmal wiederholen dass sie kein stück besser sind als das was sie uns vorwerfen.
    geht eine schlägerei von rechten aus, war das ein feiger angriff, faschismus gegen den man sich wehren muss, rechte schlägerbanden gegen die man sich wehren muss.
    knüppeln 12 vermummte, feige bastarde mit schlagstöcken auf einen mann am boden ein ist das verständlich, nur die wut die ja durch die nazis selbst ausgelöst wurde, antifaschistischer widerstand, und irgendwie IMMER relativierbar. man wehrt sich doch nur! die rechten sollen nicht so rumheulen, nur die antifa, die…
    niemand glaubt den scheiss den sie „berichten“. dieser blog war, ist und bleibt ein blog für links liegen gebliebene.

    aktion gleich reaktion. so isses, und so bleibts

    hatte ihnen schon mehrfach erklärt, dass sie keinen sinn für sarkasmus oder ironie haben… mik

  19. 19 Flake 19. Juni 2010 um 21:19 Uhr

    Kann man irgendwo das Video von der Kameracrew vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehen?

  20. 20 Aachener 19. Juni 2010 um 23:08 Uhr

    Die Berichterstattung der Aachener Zeitung zur Demo (Internet und Druckausgabe) ist meiner Meinung reißerisch und verfälschend.

    Wie die Demo aus Sicht der Teilnehmer war, lest ihr besser auf Indymedia nach:

    http://de.indymedia.org/2010/06/284409.shtml
    http://de.indymedia.org/2010/06/284398.shtml

    die berichterstattung bei indymedia ist meiner meinung nach reißerisch und verfälschend… mik

    [nachtrag] ansonsten finde ich den kommentar „kritik – antifa – 19.06.2010 – 19:19″ unter dem zweiten oben verlinkten artikel interessant…

  21. 21 @Flake 19. Juni 2010 um 23:43 Uhr

    http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2010/06/19/lokalzeit_aachen.xml?offset=1199&autoPlay=true

    um Minute 13 rum

    dieses ist die falsche antwort; „flake“ meint den bericht der teams vom BR, nicht den NaFi des einzelkollegen von der WDR-lokalzeit mit handkamera… mik

  22. 22 Egal 19. Juni 2010 um 23:49 Uhr

    @ Sektenmittglied alias Ex-MdR

    „Aber jetzt zum orthografisch peinlichen Rumgeheul von wegen linker Gewalt: Wer Wind sät, muss endlich mal Sturm ernten.“

    Ich hoffe, das gilt dann auch für die 12 Antifaschisten, oder wird dann wieder über die „bösen Nazigewalt“ berichtet?

    „Was soll man denn sonst mit pickligen 18,19,20-jährigen anstellen, die nur in der Gruppe stark sind“

    Deine 12 Superhelden haben sich natürlich nicht in der Gruppe stark gefühlt und hätten den Überfall auch mit 2 Mann begangen, sind ja alle Angehörige deiner tollen Rotfront, richtig?

    Und zu deinem Etkar André:
    Vielleicht nochmal selber googeln! Er wurde ´36 und nicht ´37 hingerichtet, nachdem er u.a. einen SA-Mann umgebracht hatte. Aber dein Beispiel zeigt sehr schön, welches Geistes Kind ihr seid und das ihr euch in der ewigen Opferrolle zu gefallen wisst. Ich wette, dass keiner der 12 Angehöriger des Überfallkommandos je Opfer eines „Nazi-Übergriffes“ war…, aber linke Gewalt ist natürlich immer „Selbstverteidigung“, genau wie dein KPD-Mörder André schnell mal zum armen Mann ungelogen wird, der ohne Grund hingerichtet wurde.

    […]

    als hätten sich ihre historischen vorbilder nie ihre opfer-mythen zurecht gelogen und aus einem billigen rotlicht-freak einen helden der bewegung gebastelt… dass dies ähnlich auf seiten ihrer gegner, besonders im zuge stalins, ebenso geschah, sei damit nicht verschwiegen… mik

    ps. der link zu dem twitter-tweet, den sie zitieren, würde mich sehr interessieren, da er unter aachen-suche nicht zu finden ist…

    [nachtrag] frage nicht beantwortet, also wohl doch gräuel-propaganda-lüge…

  23. 23 Stars Vader 20. Juni 2010 um 1:52 Uhr

    natürlich hab ich den^^. wenn sie mich näher kennen würden, würden sie so etwas nicht behaupten. aber es ist einfach so dass sie etwas ernst gemeintes so sagen wie sie es denken, und da sie ja eh keinen satz bilden können ohne irgendein erfundenes wort einzubauen oder versuchen lustig zu sein, stellen sie das ganze dann bei kritik einfach als sarkasmus oder ironie dar. irgendwie… beschissen.
    wundert aber nicht.

  24. 24 *-_-* 20. Juni 2010 um 2:35 Uhr

    @ Flake:
    Das Kamerateam dreht eine Doku zur wachsenden sozialen bewegung in Deutschland und zu Naziübergriffen auf diese. Dazu wurde schon am Nachmittag ein Vertreter der linksjugend [’solid] Aachen interviewt. Wann die Doku ausgestrahlt wird, ist noch unklar. Vermutlich auf EinPlus, oder so ähnlich heisst der Sender…

  25. 25 Klar, Mann? 20. Juni 2010 um 11:35 Uhr

    Bei allen (politischen) Vorbehalten zur Arbeiterfotografie in Sachen Haider-/Nahost-Murks, den die so verbocken; die Fotogalerie des sehr geschätzen Kollegen sei unabhängig davon empfohlen:

    http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/reportage-2010/index-2010-06-18-aachen-antinazidemo.html

  26. 26 Zufälliger Artikel 21. Juni 2010 um 12:31 Uhr

    Stimme „kalle“s Beitrag uneingeschränkt zu. „Die“ dürfen mit Stahlkugeln auf Menschen schießen, aber wenn dann mal zurück geschlagen wird (im wahrsten Sinne des Wortes) geht dann das Geheule wieder los. Das kanns ja irgendwie auch nicht sein, oder? Inzwischen ist es schließlich weniger effektiv, sich nach einem Übergriff jeglicher Art an die Polizei zu wenden, als die „Sache“ sprichwörtlich selbst in die Hand zu nehmen. Ich will diese Gewaltakte als solche nicht verherrlichen – ich bin bestimmt kein Freund von Gewalt – kann aber in gewisser Weise diese Handlungen nachvollziehen. Schließlich ist eine Meldung bei der Polizei mittlerweile auch kaum mehr als ein „Mama, der hat mich gehauen!“, eine Verpetzung, die kaum oder keine Folgen nach sich zieht. Schade, dass durch so etwas das gewaltvolle Handeln „nötig“ wird.

  27. 27 asd 21. Juni 2010 um 15:05 Uhr

    „[…]dreht eine Doku zur wachsenden sozialen bewegung in Deutschland und zu Naziübergriffen auf diese.“

    Hab ich was verpasst? Seit wann gehören soziale Bewegungen zum Feindbild von Nationalsozialisten? Höchstens die Antifas welche sich unter diese mischen. ;)

    soziale bewegungen gehör(t)en immer (schon) zu den feindbildern asozialer bewegungen… mik

  28. 28 Mkay 21. Juni 2010 um 16:26 Uhr

    @ mik:
    Wenn Sie ihn wiederfinden, sagen Sie doch bitte bescheid ^^

  29. 29 Hüst 21. Juni 2010 um 18:31 Uhr

    Nochmal :

    Die Waffen eines Kampfes kann sich immer der überlegene Kontrahent auswählen. Nasen in Aachen wollten es körperlich austragen und das tun sie ja auch. Im Straßenkampf gabs noch nie Regeln, es zählt Effektivität. Moralisches Rumgeheule a la „ihr sagt ihr seid gegen Gewalt aber wendet sie selbst an“ oder „das war ein unfairer Kampf“ von linker wie von rechter Seite ist vertrottelter Idealismus. Politische Kämpfe konsequent analysieren und austragen.

  30. 30 Niveau 22. Juni 2010 um 9:39 Uhr

    „dieser blog war, ist und bleibt ein blog für links liegen gebliebene.“

    Sagt ein Neonazi, aaahaha.

  31. 31 Klar, Mann? 05. Juli 2010 um 12:40 Uhr

    aus sicht der „afa_pressegruppe_ac“ (ich werde am ende kurze anmerkungen dazu machen, deren stellungnahme komplett kursiv, meine worte nicht, aber durchgehend in kleinschrift):

    Gegendarstellung
    Betr.: Berichterstattung der AN und AZ zur antifaschistischen
    Demonstration am 18.6.2010 in Aachen.
    Mit der Bitte um Veröffentlichung

    In der Aachener Lokalpresse, im Print- und Onlinebereich, fanden sich nach
    der antifaschistischen Demonstration in Aachen insgesamt drei Artikel
    diesbezüglich. Auf diese möchten wir gerne eingehen, um das Bild der
    VeranstalterInnen darzulegen, das sich durchaus anders gestaltete.
    Bereits im Vorfeld der Demonstration findet sich ein Artikel „Am Freitag:
    Demonstration gegen Rechte“ in den Aachener Nachrichten, dem entnommen
    werden kann, dass sich in Aachen rechte Gewalt in den letzten Wochen und
    Monaten nocheinmal intensiviert hat. Aber wir lesen dort auch:
    „Indes beschäftigen auch Gegenaktionen von Linken die Behörden – auch
    Neonazis wurden schon körperlich angegriffen. Auf den Bürgersteig vor
    einem Hotel, das die NPD – angeblich – kaufen will, haben Unbekannte zudem
    die Losung ‚Keine Geschäfte mit der NPD’ gesprüht. Am Sonntag ‚outeten’
    Nazigegner zudem anonym im Internet rund 35 Neonazis und rechtsradikale
    Hooligans aus der Region mit Fotos und Angaben zu den Personen“. Jeder
    Journalist, jede Journalistin müsste hier aufmerksam werden. Es wird
    gesprochen von körperlichen Angriffen auf Neonazis. Als Belege gelten
    Sprühereien und das Bekanntmachen von aktiven Neonazis. Wo bitte, wird
    sich die Leserin fragen, sind denn die körperlichen Übergriffe? So wird
    unheilvoll auf die Demonstration eingestimmt.
    Der Artikel „Überwiegend friedlich: 500 Menschen demonstrieren gegen
    Rechts“, der mit „red“ gekennzeichnet am 18.06. in der Onlineausgabe
    erschien, klingt noch verhältnismäßig moderat. Dort ist neben dem Anlass
    zur Demo zu lesen, dass es zu „Rangeleien“ mit der Polizei gekommen sei,
    „weil sich Teilnehmer teilweise vermummt hatten“. Ganz so stimmt das
    nicht. Es kam nicht zu „Rangeleien“ weil Menschen vermummt gewesen sein
    sollen. Das Fronttransparent der Demonstration wurde von dem Bonner
    Einsatzleiter der Demonstration als „Vermummung“ bewertete, eine
    Interpretation, die übrigens bisher vor keinem deutschen Gericht bestätigt
    wurde. Aufgrund dieser zweifelhaften Interpretation wurde die gesamte
    Demonstration circa 45 Minuten aufgehalten. Die Polizei verweigerte
    schlicht das Weitergehen und hinderte so mit einer juristisch kaum
    haltbaren Begründung die DemonstrantInnen an der Ausübung ihres
    Demonstrationsrechtes. Weiter ist zu lesen: „Dabei wurde auch Pfefferspray
    eingesetzt“. Interessant ist hier, dass in dieser Passivformulierung kein
    Akteur genannt wird. LeserInnen, die nicht zugegen waren, werden sich
    fragen, wer denn da Pfefferspray einsetzte. Warum wird nicht geschrieben,
    dass nachdem die Demonstration wegen dieser juristisch unzulässigen
    Maßnahme aufgehalten wurde, diese sich weiterbewegte, ohne das von ihr
    Gewalt ausging und die Bonner Einsatzhundertschaft daraufhin Schlagstöcke
    und Pfefferspray gegen die ersten Reihen einsetzte und so Menschen aktiv
    verletzte?
    Unterstützt wird diese oben angesprochene suggestive Formulierung, die
    offen lässt, von wem Pfefferspray eingesetzt wurde von dem Kommentar neben
    der Bildergalerie in den Aachener Nachrichten. Dort liest man:
    „Aufgeladene Stimmung am Freitagabend in der Aachener City: 500 Menschen,
    überwiegend aus dem linken Spektrum, haben unter Begleitung eines massiven
    Polizeiaufgebots gegen rechte Gewalt demonstriert. Dabei kam es immer
    wieder zu kleineren Zwischenfällen – Rangeleien, weil teils gegen das
    Vermummungsverbot verstoßen wurde, und auch Pfefferspray wurde wohl mehr
    als einmal versprüht […]“.
    Hier reiht sich das Versprühen von Pfefferspray direkt an den angeblichen
    Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Suggeriert wird auch hier, dass es
    die DemonstrantInnen waren, die diese Waffe eingesetzt hätten.
    Diese zweifelhafte Berichterstattung wird noch übertroffen von dem Artikel
    „Prügelei nach Mitternacht“, der am 20.6. in der Onlineausgabe erschien.
    Der Artikel Michael Klarmanns macht auf mit der Formulierung:
    „Am Ende dann doch: Polizeisprecher Karl Völker hatte Freitag gegen
    Mitternacht noch von einem ‚überwiegend störungsfreien’ Verlauf der
    Demonstration von Nazigegnern in Aachen gesprochen, doch seine Kollegen
    wurden Samstag gegen 2.40 Uhr zum Bushof gerufen“.
    Dort sollen Neonazis attackiert worden sein. Was das allerdings mit der
    Demonstration zu tun hat, das erklärt uns der Autor nicht, jedenfalls
    nicht direkt. Dennoch weist er dieses spätabendliche Ereignis als
    Geschehnis aus, das den „Verlauf der Demonstration“ weniger „friedlich“
    mache, als zuvor angenommen. Genau diese Konstruktion wird mit dem
    relativierenden Satzbau festgeschrieben. Dass es aber in der Nacht zu
    einer Auseinandersetzung gekommen sein soll, das macht allerdings die Demo
    nicht weniger friedlich. Aber anscheinend soll der Eindruck erweckt
    werden, sie sei es nicht gewesen. Und wenn die Ereignisse dies nicht
    hergeben, so wird dies durch Rhetorik vermittelt. Es fragt sich nur, warum
    – welches Interesse besteht, eine Demonstration, also die angegebenen 500
    Menschen auf einer Demonstration kollektiv mit einer körperlichen
    Auseinandersetzung zu einem anderen Zeitpunkt an einem anderen Ort in
    Zusammenhang zu bringen.
    Um diesen erstmal nicht gegebenen Zusammenhang herzustellen, vermittelt
    der Autor im Folgenden eine gewalttätige Stimmung auf der Demo. Und zu
    diesem Zweck wird selektiv zitiert. Eine der Auftaktreden wird
    heruntergekürzt auf den aus dem Kontext herausgebrochenen Slogan „ man
    müsse ‚zurückschlagen’“. Dass die Rednerin 20 Minuten lang redete, was sie
    dort sagte, davon finden wir in der Berichterstattung kein Wort. Auch das
    der Zeitzeuge Hein Kolberg zuvor sprach und sich als jemand, der den NS
    noch mitbekam, sich bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement bedankte,
    auch davon kein Wort. Nein, denn es soll der Eindruck vermittelt werden,
    die Demo sei gewalttätig gewesen oder habe zumindest dies vorbereitet.
    Neben Suggestivformulierung finden sich ebenso Unwahrheiten. Eine
    Situation vor dem Hotel Hesse wird schicht umgedeutet. Es habe Rangeleien
    gegeben, da Linke die Polizei „überrennen“ wollten, um zu einem Neonazi zu
    kommen. Mit der Realität hat das freilich nichts zu tun. Die Demonstration
    stoppe vor dem Hotel, weil eine Zwischenkundgebung angemeldet war und
    durchgeführt wurde. Diese verzögerte sich, weil die Polizei in
    unmittelbarer Nähe Antifaschisten festhielt, die zur Demonstration
    wollten. Nachdem diese endlich zur Demo stießen, setze sich der Zug wieder
    in Bewegung. Es gab weder Rangeleien, noch wollte irgendwer irgendwen
    „überrennen“, noch wurden an dieser Stelle Schlagstöcke eingesetzt.
    Lediglich ein die DemonstrationsteilnehmerInnen fotografierender Neonazi
    hob kurzzeitig die Stimmung.
    Im Boulevardstil geht es weiter: „Nächstes Gerangel Franzstraße“. Diese
    Situation war tatsächlich aber auch die Einzige, in der die Polizei Gewalt
    gegen die Demonstrationsspitze einsetzte. Nicht thematisiert wird in
    diesem Zusammenhang, was eigentlich das Streitbare bei der Frage nach
    sogenannter Vermummung bei antifaschistischen Demonstrationen ist. So ist
    es in einer Situation, wie sie gerade in Aachen besteht durchaus
    gefährlich für AntifaschistInnen, „Gesicht zu zeigen“, denn Neonazis
    greifen gezielt politische GegnerInnen an, deren Wohnhäuser oder aber auch
    sie selbst. In einer solchen Situation zu verlangen, dass Transparente die
    Erkennung der Gesichter zulassen, verkennt diese Situation und diese
    Gefahr.
    Auch die Aachener Zeitung vermittelt ein verzerrtes Bild. Unter der
    Headline „Explosive Stimmung in der City“ wird bereits mit der Überschrift
    Gefahr suggeriert. Im ersten Satz wird nochmal gesteigert. Hier ist
    bereits von einer „äußerst explosive[n] Mischung“ die Rede. Ein bisschen
    hört sich das an nach Kriegsberichterstattung.
    In der gesamten Aachener lokalen Print-Presse wird der Eindruck
    vermittelt, die Demonstration sei gefährlich gewesen, äußerst gefährlich.
    Mit der Beschreibung von schwarzgekleideten DemonstrantInnen die in einen
    Gegensatz zu „friedlichen“ DemonstrantInnen gesetzt werden, wird
    vermittelt, an dunkler Kleidung lasse sich der Grad der Aggression
    ableiten. Mit der inflationären Nutzung von Begrifflichkeiten wie
    „Gefahr“, „Rangelei“, „explosive Stimmung“, „Katastrophe“, „hitzig“,
    „überkochend“, „Unheil in der Luft“, „Eskalation“ und „aufgeladene
    Stimmung“ wird eine Situation suggestiv vermittelt, die reichlich wenig
    mit der vom 18.6.2010 zu tun hat. Wo waren, fragt man sich nach der
    Lektüre die massenweisen Verletzten, die ein solches Gewaltszenario nach
    sich ziehen muss? Wo waren die Effekte dieser herbeigeredeten Gewalt? Auf
    diese Frage finden wir zwangsläufig keine Antwort – denn es gab sie nicht.
    Weder die Gewalt noch Verletzte. Die einzigen Menschen, die verletzt
    wurden, wurden von der Polizei verletzt – durch einen höchst umstrittenen
    Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Die Aggression lag nicht auf
    Seiten der DemonstrantInnen. Dass ein Autor dann dazu übergeht, eine
    Auseinandersetzung, die nichts mit der Demonstration zu tun hatte,
    rhetorisch suggestiv der gesamten Demonstration anzulasten, markiert die
    Grenze zur tendenziösen Berichterstattung. Investigative Berichterstattung
    ist das nicht, dazu würde es gehören, bei „allen Seiten“ nachzufragen und
    die unterschiedlichen Deutungen in einem Bericht einzufangen.
    Genaugenommen ist das gar keine Berichterstattung. Der Artikel eignet sich
    als Kommentar. Er spiegelt das persönliche Empfinden des Autors wider.
    Polemisch würden wir sagen: Genre verfehlt.
    Erstaunt stellten wir fest, dass die Berichterstattung der Polizei Aachen
    weitaus weniger tendenziös berichtet als die freie Presse. Hier ist nichts
    zu lesen, von einer Rangelei vor den Hotel Hesse, auch wird auf Stilmittel
    verzichtet, die Gefahr vermitteln. „Überwiegend störungsfrei“ ist hier der
    Tenor. Aber auch hier wird der Pfeffersprayeinsatz als polizeiliche
    Gegenwehr auf „eine[n] körperlichen Angriff von Teilnehmern der
    Versammlung gegen die eingesetzten Polizeibeamten“ gewertet. Von
    verletzten PolizistInnen oder Festnahmen wegen dieses Angriffs ist hier
    allerdings nichts zu lesen. Wahrscheinlich war auch der Einsatzleitung
    klar, dass sie mit einer solchen Interpretation vielleicht bei der Presse,
    nicht aber bei Gerichten durchkommen. Was der Polizeibericht unterschlägt
    ist die Tatsache, dass fünf junge AntifaschistInnen, die auf dem Weg zur
    Demonstration waren, in Brand von Neonazis abgefangen wurden,
    zusammengeschlagen wurden und einer der Antifaschisten den Tag im
    Krankenhaus verbrachte. Dies steht in direktem Zusammenhang mit der
    Demonstration, die Jugendlichen befanden sich auf dem Weg zu dieser und
    der „Vorfall“ liegt der Polizei vor. Warum also das Schweigen?
    Insgesamt müssen wir feststellen, dass anscheinend nicht nur die
    Offiziellen der Stadt Aachen das wachsende Problem neonazistischer
    Organisierung verkennt, sondern auch die Aachener Lokalpresse,
    anschließend an behördliche Interpretationen, eher ein Bild aufbaut von
    einer Auseinandersetzung unter „Rivalisierenden“ und so neonazistische
    Gefahr entpolitisiert wird. Wir haben es nicht mit einer
    Auseinandersetzung ‚links gegen rechts’ zu tun, wir haben es mit einer der
    stärksten neonazistischen Organisationen in ganz NRW zu tun, die gezielt
    politisch Unliebsame attackiert und einzuschüchtern versucht. Und dazu
    gehören nicht ‚nur’ AntifaschistInnen, sonder auch Menschen mit
    Migrationshintergrund, JournalistInnen, PolitikerInnen und andere, die mit
    faschistischen Weltbildern nicht einverstanden sind oder herausfallen aus
    dem in angestrebten Volksgemeinschaften angestrebten Volkshomogen.

    anmerkungen (falls es mich betrifft):

    a.) das genaue zitat der rednerin war, angesichts der wachsenden nazigewalt sei es an der zeit, „wieder mal militant zu werden und zurück zu schlagen“.

    b.) dass teilnehmer bzw. menschen auf dem weg zur demo angegriffen wurden, wurde weder bei der demo, noch in den reden, noch von der polizei, noch meines wissens nach von den opfern gegenüber der presse, noch meines wissens nach in eigenen berichten und stellungnahmen der veranstalter, der antifa oder anderen teilnehmern auf deren homepages, bei indymedia oder in kommentaren unter AN-online bzw. „klarmanns welt“ bis heute mitgeteilt.

    c.) die rangeleien vor dem hotel begannen mit den rufen, da sei ein nazi; er wurde von einzelnen teilnehmern ebenso namentlich genannt bzw. per ruf unter einbeziehung seines vornamens in dessen richtung „angesprochen“.

    d.) keine rangelei vor dem hotel?
    rangelhesse

    e.) auslöser der rangelei (s.o.) waren nicht antifaschisten, die hinzukommen wollten, von der polizei aber nicht durchgelassen wurden. oben schrieb ich dazu, dass es militanzgeneigte waren, die von den eigenen leuten aus der demo geworfen wurden, weil man sie für nazis hielt – und dann wollte die demo, nachdem sie den fehler bemerkt hatte, aber die polizei die ausgeschlossenen „nazis“ nicht mehr zurücklassen wollte, erst weiter gehen, wenn die „bullen“ „unsere leute“ freigelassen haben…

    f.) zwischen den vorfällen c und e liegen rund 15 minuten, in der ein redner des AZ seine rede hielt.

    g.) zu einem punkt schweige ich, bin jedoch sehr erstaunt…

    mik

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