Aachen. Die Polizei Aachen hat zwei Farbsprayer am linksalternativen Veranstaltungsort „Autonomes Zentrum“ (AZ) festgenommen – „auf frischer Tat“, so die Polizei. Zudem vermeldet die Behörde einen „Ermittlungserfolg nach antisemitischen Farbschmierereien“ am jüdischen Friedhof in Aachen an der Lütticher Straße. „Klarmann Welt“ dokumentiert die Pressemitteilung der Polizei von heute in redigierter Form:
Seit einiger Zeit stellt die Polizei Aachen mit Sorge eine Zunahme von Straftaten fest, die augenscheinlich politisch motiviert sind. Die Polizei Aachen nimmt diese Häufung von Straftaten, deren weit überwiegende Anzahl den so genannten Propagandadelikten (beispielsweise Farbschmierereien) und Sachbeschädigungen zugerechnet wird, sehr ernst. Sie hat eine spezifische Konzeption entwickelt, diesem Phänomen entgegen zu wirken. Dies trug auch am Morgen des 10. August Früchte.
Im Zuge von Aufklärungsmaßnahmen stellte eine Zivilstreife gegen 1.33 Uhr zwei Personen am AZ in der Hackländerstraße fest. Während ein 23-jähriger Aachener Schmiere stand, besprühte eine 17-jährige Aachenerin die Fassade mit roter Farbe. Nach erfolgter Festnahme wurden die Personalien beider Personen festgestellt und erkennungsdienstliche Behandlungen durchgeführt. Die mitgeführten Spraydosen wurden als Beweismittel sichergestellt. Anstehende kriminaltechnische Untersuchungen sollen zeigen, ob die Spraydosen bei weiteren Straftaten eingesetzt wurden [1].
Gerade das AZ war in der Vergangenheit im Fokus von Straftätern. So kam es mehrfach zu Sachbeschädigungen am Gebäude sowie zu versuchten Körperverletzungshandlungen gegen Besucher. Hier stehen Ermittlungserfolge noch aus. Die Polizei ist dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.
Am 20. April stellten Einsatzkräfte der Polizei am Gebäude des AZ eine Sachbeschädigung in Form eines Graffitischriftzuges mit rechtsradikalem Hintergrund [anlässlich des Geburtstages von Adolf Hitler; mik] fest. Am 15. Mai bewarfen Unbekannte das Gebäude des AZ mit zwei Brandsätzen, die jedoch nur teilweise zündeten, so dass es nicht zu einem Schaden kam. Ebenfalls Unbekannte steckten am 31. Mai eine Flasche mit einer bislang unbekannten gelblichen Flüssigkeit in den Briefschlitz der Türe und sprühten zeitgleich Reizstoff durch den Schlitz ins Gebäude. Die sichergestellten Beweismittel werden zurzeit kriminaltechnisch untersucht, ein greifbares Ergebnis steht noch aus.
Am 2. Juni wurden Besucher des Hauses auf dem Vorplatz aus einem Fahrzeug heraus mit Stahlkugeln beschossen, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Die Polizei Aachen erlangte von diesem Vorfall nicht über die Geschädigten Kenntnis, sondern über eine Veröffentlichung in lokalen Medien. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren leitete die Polizei von Amts wegen ein. Am 11. Juni wurde der Polizei ein Vorfall gemeldet, dass aus einem fahrenden Auto heraus mit einer Schreckschusspistole auf Personen geschossen worden sei, die sich vor dem Autonomen Zentrum aufhielten. Auch in der Folgezeit kam es in Aachen zu einer Vielzahl von Straftaten wie Farbschmierereien und Sachbeschädigungen.
Diesem Phänomen begegnet die Polizei Aachen mit einer spezifischen Einsatzkonzeption. Durch intensives und zielgerichtetes Zusammenwirken aller Beamten und Beamtinnen will die Polizei Aachen Aktivitäten der Szenen frühzeitig erkennen und die Begehung von Straftaten verhindern. Alle Straftaten sollen möglichst schnell und umfassend aufgeklärt werden – vor allem Gewaltstraftaten. Alle Polizistinnen und Polizisten wurden hier sensibilisiert, im Rahmen ihrer Dienstverrichtung auf Vorkommnisse zu achten, die in diesem Kontext eine wichtige Rolle spielen können.
So werden beispielsweise vermehrt Personalien festgestellt, um Szenen zu erhellen. Bei Anhaltspunkten werden die Instrumente des Platzverweises und des Aufenthaltsverbotes eingesetzt. Mögliche Straftäter werden durch geschulte Beamte einer so genannten Gefährderansprache unterzogen. Ihnen wird verdeutlicht, dass sie zum einen im Fokus der Polizei stehen, und zum anderen, welche strafrechtlichen Folgen die Begehung von Straftaten nach sich ziehen kann.
Opfern rechter Straftaten steht die Polizei mit Rat und Tat zur Seite. Mit Opfern und gefährdeten Personen werden Sicherheitsgespräche geführt. Die Polizei gibt Handlungsratschläge und stellt Meldewege und Erreichbarkeiten sicher. Deswegen an dieser Stelle die Bitte an alle Personen, die sich durch rechte Aktivitäten bedroht fühlen, sich an die Polizei zu wenden. Denn nur bei Kenntnis einer solchen Bedrohung können die nach Beurteilung der Gefährdungslage möglichen Schutzmaßnahmen konzipiert werden.
Dieser dringliche Appell zur Kooperation mit der Polizei muss auch in anderer Hinsicht nochmals wiederholt werden! Die Polizei Aachen bittet die Bevölkerung um Mithilfe! Betroffene Personen sollen Strafanzeigen erstatten und Zeugen ihre Beobachtungen melden! Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Diese Hinweise können entscheidend zur Aufklärung der Straftaten beitragen. So führte am letzten Wochenende ein solcher Hinweis, dem akribische Ermittlungen folgten, zum Erfolg:
Im Tatzeitraum vom 1. bis zum 2. August wurden, wie berichtet, im Aachener Stadtgebiet mehrere Objekte großflächig mit Hakenkreuzen, Runen und weitere Kürzeln aus der NS-Zeit beschmiert. An einem Parteibüro [der Bündnisgrünen; mik] in der Franzstraße wurden darüber hinaus politische Parolen aufgemalt, an einem Parteibüro [der Linken; mik] in der Augustastraße neben Schmierereien auch die Fensterscheibe eingeschlagen. Die Außenmauer des Jüdischen Friedhofs wurde unter anderem mit dem Spruch „Juden den Gashahn aufdrehen“ beschmiert. Auch am Eingangsbereich eines Hauses [eines Aussteigers; mik] in der Krakaustraße sowie an der Werbetafel [des Zeitungsverlages Aachen; mik] in der Dresdner Straße vergingen sich die seinerzeit noch unbekannten Täter.
Zwischenzeitlich sind Durchsuchungsmaßnahmen und erkennungsdienstliche Behandlung erfolgt. Beweismittelmittel wurden sichergestellt. Ein 24-jähriger Tatverdächtiger aus Aachen gilt nach jetzigem Sachstand als ermittelt. Diese Person ist der rechten Szene zuzuordnen. Ihm und mindestens einem weiteren noch unbekannten Täter werden weitere, gleich gelagerte Straftaten angelastet. Entsprechende kriminaltechnische Untersuchungen sind eingeleitet, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Polizeipräsident Klaus Oelze, der sich zurzeit im Urlaub befindet, lässt sich über den aktuellen Sachstand regelmäßig auf dem Laufenden halten. [Textquelle: redigierter Polizeibericht]
[1]
süß wie die von der presse (vorallem AN) als nazis dargestellt werden. ist wohl mehr als genug strafe für die linken ^^ Ich würd ja wegen rufmord gewisse leute anzeigen xD zitat polizei: ein großer erfolg..satz mit x war wohl nix
Aus Sicht der KAL:
[…] Die Aachener Polizei klopft sich für diesen grandiosen Erfolg selbst auf die Schulter und singt ein Lobeslied auf ihre Strategien. Jedoch machte sich bei uns alsbald Verwirrung breit, denn wir fragten uns, wen die Aachener Polizei denn da festgenommen haben will. Und nach einigem Telefonieren, kamen wir dann zu dem Schluss, dass die beiden Festgenommenen auf jeden Fall nicht zur sog. „rechten Szene“ gehören können. […]
Interessant an dieser sehr deutlichen Aussage ist übrigens nicht nur, dass die KAL ein bisschen Recht haben dürfte – sondern dass die KAL zu dem rechten Terror der letzten Monate bisher so explizit noch nie dementiert hat, dass einer der „Kameraden“ aus der Region etwas damit zu tun hat…
…obschon „Kameraden“ auch dazu schon im Verschwörungswahn zu streuen versuchten, dass jene Taten schlicht Fakes der Antifa gewesen sein sollen, die gegen „Nationale Sozialisten“ agitieren wöllten…
Mik
an-online: „Aachen. Mit zwei Erfolgsgeschichten bei der Fahndung nach Tätern aus dem rechtsradikalen Lager konnte am Mittwoch die Aachener Polizei aufwarten“.
Soweit ich den Pressebericht der Polizei gelesen habe, wird dort nicht behauptet, die beiden SpayerInnen am AZ gehörtem dem rechtsradikalen Lager an. Die Pressemeldungen sind aber oft (absichtlich) so formuliert, dass man sie missverstehen muss. (Erinnert sei an die Meldungen zu Straftaten zeitgleich mit einer Demo zum Erhalt des AZ. Zur Zeit der Pressemeldung wusste die Polizei sehr wohl, wem diese Straftaten zuzuordnen waren, erweckte aber den Eindruck, sie seien von DemonstrationsteilehmerInnenn begangen worden).
Ich würde mir eine Erklärung wünschen, wie die AN zu ihrer Überschrift kommt (Artikel stammt nich von Klarmann).
Im übrigen glaube ich nicht (bezogen auf eine der andereren Sprühereien, aber rote Farbe=rote Farbe), daß Nazis in der Lage sind, Herzchen zu sprühen.
Der AN-Bericht stammt von Alfred Stoffels und der aus der AZ von gewissen Menschen, die gerne mal den Polizeifunk abhören. Wenn die Quellen falsch sind, wird auch aus den Berichten Schwachsinn, was ich in diesem Fall für äußerst amüsant halte. Ob der Artikel auf Nachfrage dementiert wird, ist noch unklar und ich zumindest halte das auch für ziemlich unwahrscheinlich. „Fake der Antifa“ ist eine reizende Idee
da hört niemand polizeifunk ab…wenn die gedanken falsch sind, wird auch aus dem kommentaren schwachsinn, was ich für äußerst amüsant halte… mik
Natürlich, ich ja war dabei ^^ Das an sich ist ja auch nicht gerade schlimm, aber diese Infos zu benutzen, die über der offiziellen Polizeibericht hinausgehen, schon. Ich hatte nicht vor, gegen irgendwen von der AZ zu hetzen, die Leute aus der Lokalredaktion sind jedenfalls echt nett.
wobei? dabei…? mik
@ mik
Praktikum ?
Was ich damit sagen will, ist nur, dass irgendwas absurdes sich im Pressebericht noch immer besser macht als gar keine Ergebnisse und definitiv weniger Zeit, die man für seriöse Ermittlungen/Recherchen bräuchte, in Anspruch nimmt.
Also der Kommentar der KAL zu diesem Vorfall ist ja mal ne kluge Angelegenheit. Lustig dass sie die vorhergegangenen Attacken gegen das AZ nicht so dementieren.
Kann mir gut vorstellen, dass die Polizei die beiden Täter, ob nun rechtsmotiviert oder nicht, absichtlich ins rechte Lager einstuften. Schließlich machen die Linken der Polizei bezüglich der Bombenattrappe ziehmlichen druck. Möglich, dass der Freund und Helfer einfach nur zeigen wollte, dass er ermittelt und Fortschritte macht.
@Mkay: Es ist eine gewagte These, zu behaupten, dass die falschen Quellen daher stammen, dass da jemand den Polizeifunk abhört. Ich hab selbst schon ein Praktikum bei der AZ gemacht und in der Zeit hat niemand sein Material aus dem Polizeifunk genommen.
Was mich noch interessiert ist, wo du das Statement der KAL her hast.