Rechts: Aachens CAB-Burschen folgen weiter dem rechten Weg

Aachen. Die dem „Convent Aachener Burschenschaften“ (CAB) angehörende „Aachener Burschenschaft Teutonia“ kündigt wieder zwei Vortragsabende mit einschlägigen Referenten an. Dem CAB gehören zudem die völkisch-nationale Burschenschaft „Libertas Brünn“ sowie die „Burschenschaft Alania“ an. Schon im Frühjahr sollen bei den „Teutonen“ rechte Referenten gastiert haben [1]. Bei der „Libertas Brünn“ soll ein rechter Vortrag im Juni stattgefunden haben, weswegen es im Vorfeld zu Farbanschlägen durch mutmaßlich Antifaschisten gekommen war [2].

Unterdessen kündigt die „Teutonia“ für den 25. November einen Vortrag „von Prof. Dr. Hartung“ an. Der Referent werde zum Thema „Freiheitskampf um Südtirol“ sprechen. Offenbar gastiert an besagtem Abend der in Italien zu lebenslanger Haft verurteilte Südtirol-Aktivist, Erhard Hartung. Das Portal „NRW rechtsaußen“ berichtete [3] über diesen, nachdem er in den Integrationsrat von Meerbusch gewählt worden war: „Erhard Hartung wurde 1971 in Italien wegen Beteiligung an dem Attentat zu lebenslanger Haft verurteilt; Staatspräsident Giorgio Napolitano lehnte seine Begnadigung im Jahr 2007 ab. Hartung selbst streitet die Tatbeteiligung ab.“

Für den 12. Januar 2011 kündigen die „Teutonen“ zudem einen Vortrag mit „Waffenbruder Mölzer“ zum Thema „EU und Europa – Wo und Wohin?“ an. Hierbei dürfte es sich um einen Gastbesuch von Andreas Mölzer handeln. Der Österreicher gehört seit 2009 dem Europaparlament für die einst durch Jörg Haider geprägte, wiederholt extrem fremdenfeindlich aufgefallene und im rechtsradikalen Milieu aktive Partei FPÖ an. Mölzer war zeitweise Publizist und Herausgeber rechter, völkisch-nationaler Zeitungen („Junge Freiheit“, Deutschland, „Aula“ und „Die Zeit“, beide Österreich). [© Klarmann]

[1] Aachener Burschen wieder mit einschlägigem Referenten?
[2] Farbattacke gegen Liberten wegen FPÖ-Besuch
[3] Direktlink


12 Antworten auf “Rechts: Aachens CAB-Burschen folgen weiter dem rechten Weg”


  1. 1 Jakob Spatz 17. August 2010 um 19:57 Uhr

    Na da ist doch wieder mal eine Grenze überschritten. Ein echter Terrorist. Wie reagieren die Aachener Hochschulen? Wäre das nicht eine schöne Gelegenheit, die CAB-Verbindungen aus dem jeweiligen Matrikelverzeichnis zu streichen? Und dies der Öffentlichkeit mitzuteilen? Oder anderweitig klarzustellen, dass solcherlei nicht im Sinne der Aachner Hochschulen ist? Was sagen die Student_innenvertretungen?

  2. 2 Joachim Schosto 17. August 2010 um 22:47 Uhr

    Die FPÖ wurde bestimmt nicht durch Haider gegründet. Bei deren Gründung war der noch gar nicht geboren. Besser ausfpassen.

    danke für den hinweis. ich habe es – hoffentlich in ihrem sinne – konkretisiert… mik

  3. 3 Frank Kimmerle 18. August 2010 um 6:56 Uhr

    Sehr geehrter Herr Klarmann,

    zwar ist es ganz nett, dass Sie zwischen Ihren Artikeln hin und her verlinken, aber viel interessanter fände ich Quellenbelege für Ihre Behauptungen, die ich vergeblich gesucht habe.

    Zwar kenne ich die von Ihnen genannten Bünde nicht persönlich, doch ist es sehr schwer für mich nachzuvollziehen, warum die genannten Referenten und Verbindungen rechtsextrem sein sollten.

    Darüber hinaus widersprechen Sie sich selbst in früheren Artikeln, wenn Sie bemängeln, dass Informationsabende zum Krieg in Afghanistan stattfanden – und eben diese auch in einen rechtsextremem Zusammenhang bringen –, gleichzeitig aber schreiben, dass auch der Vorsitzende eines jüdischen Verbands eingeladen wurde.

    Bei aller Liebe scheint mir das alles sehr schlampig recherchiert.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Frank Kimmerle
    B! Cimbria Nürnberg

    herr kimmerle,

    einen großen teil ihrer fragen und etwaige ver(w)irrungen sollten ihnen die bruschies aus aachen erklären…

    grüze, mik

  4. 4 Prometheus 18. August 2010 um 11:58 Uhr

    Mölzer ist schon seit 2004 Europa-Parlamentarier.

  5. 5 Joachim Schosto 19. August 2010 um 0:22 Uhr

    […] Hartung […] scheint mir eher ein Freiheitskämpfer gewesen zu sein, der sich als Südtiroler für Südtirol gegen die italienische Zuwanderung eingesetzt hat. Die Beteiligung an Bombeneattentaten hat er immer bestritten.
    Dass ihn Italien in einem kaum rechtssataatlichen Verfahren trotzdem verurteilt hat, gereicht Italien nicht zur Ehre.
    In der Bundesrepublik hat er sogar politisches Asyl erhalten, was ein Krimineller kaum bekommen hätten.
    Diesen Mann als Kriminellen zu bezeichen ist genauso, als wenn man Nelson Mandela als Verbrecher beschimpft hätte, da er ja auch in einem Gerichtsverfahren zu Gefängnis verurteilt worden ist.
    Schade, dass ich nicht in Aachen wohne, sonst hätte ich mir den Vortrag gerne angehört, um mir ein persönliches Bild zu machen.

    für den anfang lesen sie dies:

    http://projekte.free.de/lotta/pdf/27/suedtirol.pdf

    mandela mit hartung gleichzusetzen ist ein putziges unterfangen, um einem völkisch-nationalen, offenkundig in rassistischen kreisen umtriebig gewesenene oder noch seienden, einen persilschein auszustellen…

    erstaunlich ist ferner: immer, wenn man über burschenschafter und neurechte schreibt und sie daran erinnert, dass rechte „kameraden“ unter ihnen weilen, kommen die rettungs-nerds und wollen einem etwas weißmachen…

    dabei ging es doch auch progressiv:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,694924,00.html

    mik

  6. 6 Bernd 19. August 2010 um 9:44 Uhr

    Herr Klarmann, welche Partei sie im Bezug auf Haider eigentlich meinten war vermutlich das BZÖ. Das hat Haider nämlich wirklich mitgegründet, aber eben als Abspaltung der FPÖ.

    Inwieweit nun dieser Südtirol-Aktivitast Hartung mit Mandela vergleichbar ist sei dahin gestellt. Jedenfalls ist dieser Separatismus in Europa derzeit voll im Trend.

    hartungs tage waren aber in den 1960ern, da waren andere dinge im trend – separatismus in europa erlebt heute, abgesehen von den basken (eher anarchistisch) oder serben (1990er jedoch weitaus nationalistischer ausgeprägt, als es sich mancher kommunist heute zugestehen will), eher eine widerbelebung durch rechte bis rechtsextreme kreise… mik

  7. 7 Joachim Schosto 19. August 2010 um 10:51 Uhr

    Danke für den Lotta Link, der wirklich interessant ist. Ob er im Detail der Wahrheit entspricht kann ich nicht beurteilen, obwohl die Schilderung der Tiroler Geschichte mehr als tendenziös ist.
    Um nicht zu sagen hier wird einfach geklittert.
    Der Verfasser macht sich in diesem Bereich zum Handlanger einer faschistischen Sicht der Dinge.
    Aber wie auch immer jemand, der sich für seine Gemeinschaft einsetzt, ist in meinen Augen kein Verbrecher.
    Genauso wenig würden Sie Che Guevara als Verbrecher bezeichnen, weil er den Freiheitskampf der Unterdrückten in Südamerika mit Waffengewalt geführt hat.
    Interessant ist doch auch, dass Prof.Dr.Hartung sogar in der BRD als politischer Flüchtling Asyl erhielt, wie beurteilen Sie das Herr Klarmann?

    wo ist denn ihr beleg dafür, dass er asyl erhielt? oder reiste er schlicht ein und wurde einfach nicht ausgeliefert, weil der deutsche rechtsstaat generell menschen nicht ausliefert, die in abwesenheit zu hohen strafen verurteilt wurden…

    politisches asly wäre dann jedoch etwas anderes – abgesehen davon schiebt der deutsche staat manchen wirklichen verfolgten auch ab und mancher kriegsverbrecher und menschenrechtsverletzer erhielt schon asyl, also ist ihr argument nur einen sehr kleinen pfifferling wert.

    nicht, dass sie nachher noch ein handlanger der faschistischen sicht der dinge sind…

    wer ist che? mik

  8. 8 Mkay 19. August 2010 um 19:30 Uhr

    @ Joachim Schosto
    Ich nehme es gern hin, als kleinliche Pseudo-Kommunsitin dazustehen, wenn ich kurz anmerken dürfte, dass Ernesto Guevara nur von seinen Freunden & Anhängern „Che“ genannt wurde ;)

  9. 9 Joachim Schosto 19. August 2010 um 21:18 Uhr

    Liebe Mkay,
    ich schätze Che Guevara durchaus als eine charismatische Persönlickeit, dessen Kampf gegen den amerikanischen Kapitalismus in Südamerika aller Ehren wert ist.
    Auf erheblich niedrigerem Niveau hat Herr Hartung ebenfalls vergleichbar agiert, indem er sich für die Freiheit seiner Landsleute einsetzte..

    ha ha ha…und sie hatten mir wirklich mal was in sachen geschichtsklitterung vorgeworfen? oi! mik

  10. 10 Frank KImmerle 20. August 2010 um 8:16 Uhr

    Hallo Herr Klarmann,

    vielen Dank für den Spiegel-Link anlässlich des Burschentags 2009 bzw. 2010 – ich kannte ihn allerdings schon. Hier finden Sie übrigens den Beschluss der diesjährigen Veranstaltung.

    Die Burschenschaft Cimbria ist im Übrigen kein Mitglied der Deutschen Burschenschaft, der Neuen Deutschen Burschenschaft oder eines anderen Dachverbands. Im Grunde bräuchte ich also gar kein Interesse daran haben, das Ansehen meiner Farbenbrüder zu „retten“. Doch betreiben Sie hier genau das Schubladendendenken, welches wir in einer aufgeklärten Bundesrepublik des 21. Jahrhunderts eigentlich überdrüssig sein sollten.

    Sie schreiben: „[…] und sie daran erinnert, dass rechte „kameraden“ unter ihnen weilen […]“. Das hätte in etwa die gleich Qualität wie eine mögliche Aussage, dass alle deutschen Hasenzüchtervereine rechtsradikal wären, weil es dort ein Mitglied gibt, welches der DVU angehört. Auch sind und waren die Grünen nicht alle Hausbesetzer, nur weil einige ihrer Mitglieder früher selbiges getan haben.

    Ich habe kein Problem damit, wenn Menschen mit dem Verbindungswesen nichts anfangen können, aber die grundsätzliche Verteufelung, wie auch Sie sie hier betreiben, ist fern der realen Umstände.

    Gruß,
    Frank Kimmerle

    schön, wie manche immer wieder auf den nullpunkt der diskussion zurück finden… mik

    [nachtrag] nachdem ich mir nun zuerst den morgen nicht verderben wollte, habe ich den burschen-text doch noch gelesen:

    er erinnert stark an ein crossover aus FDP, FPÖ und NPD – es wird ein opfermythos eingebracht, wonach „die deutschen“ (wozu u.a. auch österreich[er] gehör[t/en]) – wieder einmal von ominösen mächten (z.b. türkei) – bedrängt sind oder werden.

    der schutz enthnischer minderheiten wird explizit nicht mit allen migranten, asyl- oder schutzsuchenden in deutschland begründet, sondern den infolge des naziterrors vertriebenen deutschen respektive deutsch-stämmigen oder im denken der burschies deutsch zugeordneten…

    meines erachtens nach trägt dieser beschluss nichts dazu bei, sich unter burschenschaften, verbindungen oder corps usw. damit auseinander zu setzen, dass wieder mehr rechtsradikale, zum teil neonazistische inhalte hip zu werden scheinen in jenen kreisen.

    manches liest sich sogar so, als hätte eben jene kreise an stärke gewonnen…

    …denn mit geschmäckle verbunden ist es immer, wenn auf menschenrechte gepocht wird, indes eher zum wohle „der deutschen“, nicht zwingend der „anderen“.

    mik

  11. 11 Joachim Schosto 20. August 2010 um 10:11 Uhr

    Lieber Herr Klarmann,
    Ihren Kommentar zu meinem Beitrag vom 19.8. 21:18 kann ich nicht nachvollziehen.
    Meinen Sie etwa Guevara hätte nicht gegen den US Kapitalismus und Imperialismus in Südamerika gekämpft?
    Denken Sie denn Prof Hartung hätte sich aus persönlichem Gewinnstreben in Südtirol betätigt?
    Sie werden doch wohl auch nicht abstreiten, dass die Annektion Südtirols durch Italien gegen jedes Völkerrecht auf Grund militärischer Überlegenheit im Vertrag von Saint Germain erfolgte nach dem 1.Weltkrieg erfolgte, oder ?

    immer wieder unterhaltsam, wenn rechte wortergreifer in sachen querfront rumbasteln… mik

  12. 12 Jakob Spatz 20. August 2010 um 19:11 Uhr

    Schön, wir wissen jetzt also, was Verbinder dazu meinen.
    Warten wir also weiter auf Mißbilligung der CAB-Aktivitäten von Seiten der Hochschulen? Student_innenvertretungen? Der Parteien?

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.