Rechts: Menschenschänder 2.0 wegen versuchten Mordes angeklagt

Wetzlar/Stolberg. Fast fünf Monate nach einem Brandanschlag auf das Haus eines Kirchenmitarbeiters in Wetzlar hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier Neonazis erhoben. Den 17- bis 23-Jährigen wird Medienberichten zufolge gemeinschaftlicher versuchter Mord in fünf Fällen und gemeinschaftliche schwere Brandstiftung vorgeworfen. Die Angeschuldigten seien „dem Kernbereich der rechtsextremen Szene“ im Raum Wetzlar zuzuordnen. Antifaschisten vermuteten die mutmaßlichen Täter unter den „Autonomen Nationalisten Wetzlar“, Medienberichten zufolge gehörten sie deren Ableger „Anti-Antifa Wetzlar“ an.

Mitglieder der „Autonomen Nationalisten Wetzlar“ waren am Osterwochenende Teilnehmer von fremdenfeindlichen Aufmärschen in Stolberg gewesen und hatten dabei „gegen Ausländergewalt und Inländerfeindlichkeit“ sowie dem „Mord“ an einem 19-Jährigen durch einen Migranten demonstriert [1]. Den angeklagten jungen Männern im Alter zwischen 17 und 23 Jahren wird nun selbst versuchter Mord in fünf Fällen vorgeworfen. Auf ihrer Homepage schreibt die „Anti-Antifa Wetzlar“ dazu, im April seien „5 unserer Aktivisten“ verhaftet worden. Sie seien nach dem Anschlag auf das „Haus [eines] Antideutschen“ in „hessischen BRD-Kerker[n]“ des „Schweinestaat[es]“ inhaftiert worden. Gesinnungsgenossen forderte man „zu voller Solidarität mit unseren Inhaftierten Aktivisten auf“.

Einer der „Kameraden“ war nicht in Haft geblieben. Die restlichen vier Beschuldigten sollen in der Nacht zum 5. März einen Molotowcocktail auf das Haus eines 48-Jährigen geworfen haben, der sich gegen Rechtsextremismus engagiert. Zur Tatzeit befanden sich die 44 Jahre alte Frau des Kirchenmitarbeiters und drei Kinder (15, 17, 19) in dem Wohnhaus. Nur durch aufmerksame Nachbarn war das Feuer rechtzeitig entdeckt und gelöscht worden, so dass niemand verletzt wurde. Die nun angeklagten Neonazis im Alter von 17, 20, 21 und 23 Jahren seien laut Ermittler „weitestgehend geständig“. Ein Verhandlungstermin vor der Jugendschwurgerichtskammer in Limburg steht noch nicht fest. [© Klarmann]

[1] Gegner von Ausländergewalt wegen Mordversuch inhaftiert?


2 Antworten auf “Rechts: Menschenschänder 2.0 wegen versuchten Mordes angeklagt”


  1. 1 Klar, Mann? 18. Oktober 2010 um 10:59 Uhr

    Eine Notiz zu den „lieben Kameradinnen und Kameraden“, wie Axel Reitz manchmal die Vertreter aus Braunhausen so gerne nennt, aus der Lokalpresse zum Prozess:

    http://www.fnp.de/tz/region/lokales/neonazis-bereits-vor-brandanschlag-auf-wohnhaus-straffaellig-geworden_rmn01.c.8339967.de.html

  2. 2 Klar, Mann? 04. Dezember 2010 um 16:28 Uhr
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