Rechts: Reitz durfte nicht im Badeseeblock abhängen

Region/Dortmund. Verschiedenen Veröffentlichungen auf Neonazi-Homepages zufolge durften einige Vertreter aus der Braunszene rund um Aachen, Düren und Heinsberg am Samstag nicht zu einem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund reisen. Betroffen von dem Verbot war demnach auch der Pulheimer Neonazi Axel Reitz, zugleich Anmelder eines braunen Hetzmarsches gegen den Moschee-Neubau in Aachen.

Laut der eigenen Veröffentlichungen wurden rund 15 Neonazis und Reitz dabei am Samstag am Betreten von Zügen an einem oder mehreren Bahnhöfen in der Region durch Polizisten gehindert. Überwiegend scheint es sich demnach bei den Ordnungshütern um Zivilbeamte des Landeskriminalamtes (LKA) gehandelt zu haben, die die Neonazis später auch noch lange observiert haben sollen.

Anlass dafür soll gewesen sein, dass Teile der Neonazis oder Reitz vorgeworfen wurde, Kontakte zu einem Neonazi aus dem Umfeld der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) gehabt zu haben, der unlängst wegen des Vorwurfs, Sprengstoffanschläge vorbereitet zu haben, inhaftiert wurde. Der Verdacht stand im Raum, dass der 19-Jährige aus Aachen-Richterich Sprengsätze in Dortmund deponiert hatte. Reitz oder andere Neonazis hätten demnach über das Wissen verfügt haben können, wo diese gelagert sein könnten.

Der Dortmunder Polizeipräsident Hans Schulze hatte die Neonazi-Demonstration verboten. Anlass war laut Medienberichten der Fund von „hochgefährlichen Sprengsätzen“ bei einem rechtsextremen jungen Mann aus Aachen. Dieser sei in den vergangenen Tagen in Dortmund gewesen und stehe auch in engem Kontakt zu den Anmeldern der Demonstration, hatte Schulze am Donnerstag erklärt. Das Verbot des Aufmarsches war später gerichtlich aufgehoben worden.

Neonazis und Rechtsextremisten aus der Region – darunter auch der NPD-Kreischef aus Düren, Ingo Haller – nahmen an besagtem Aufmarsch teil. Sie traten u.a. in Hawaiihemden hinter einem KAL-Transparent mit der Aufschrift „Badeseeblock“ in Erscheinung. Auf besagtem Transparent war unter anderem ein Skinhead aufgemalt, der optisch entfernt an den KAL-„Kameradschaftsführer“ René Laube erinnerte, der entspannt auf einem Badetuch lag.

Besagtes „Badetuch“ war auf dem KAL-Transparent in Form der Reichkriegsflagge [1] gestaltet, die zu Zeiten des Nationalsozialismus genutzt wurde. Das üblicherweise auf besagter Flagge in der Mitte zu sehende Hakenkreuz deckte die aufgemalte Figur dabei ab… [© Klarmann]

[1] Vgl. Wikipedia


9 Antworten auf “Rechts: Reitz durfte nicht im Badeseeblock abhängen”


  1. 1 Beobachter 06. September 2010 um 10:28 Uhr

    Die „Kameraden waren dafür in Köln und haben ihre neu erworbenen Flyer unter das Volk gebracht: siehe Hetzseite der KAL -> unser Aachen. Pünktlich zum Start ihrer „Aktionswoche“ (McDonalds?!) starten das Werbekomitee.

    Es bleibt dabei: Kein Strand für Faschisten ;-)

  2. 2 Rente 06. September 2010 um 11:48 Uhr

    […] Verdächtig sind natürlich auch die Hawaii Hemden, wenn das der Führer wüsste….

  3. 3 tante emma 06. September 2010 um 12:47 Uhr

    ..das riecht nach Meuterei auf der Bounty :-)

  4. 4 EL 06. September 2010 um 14:27 Uhr

    die haben einfach keinen Sinn für Kunst

  5. 5 Rainer 06. September 2010 um 16:20 Uhr

    Der Führer will auch noch Denker sein: „Reflexionen eines Nationalen Sozialisten“ ,so nennt Reitz seinen Jammer-Artikel darüber, dass er nicht nach Dortmund durfte.
    @Rente: Hat der Führer nicht höchst persönlich den neuen Kleidungsstil auf dem „nationalen Fussballturnier“ vorgegeben ?

  6. 6 tante emma 06. September 2010 um 18:31 Uhr

    …oder doch „balu der bär“ wenn ich mir das foto so ansehe…

    strände gibts auch prima auf einsamen inseln :-)

    „Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit
    wirfst du die dummen Sorgen über Bord. Und wenn du
    stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist, greif zu,
    denn später ist es vielleicht fort…..

    Und pflückst du gerne Beeren und piekst dich dabei,
    dann laß dich belehren: Schmerz geht bald vorbei!
    Du mußt bescheiden und nicht gierig im Leben sein, sonst tust du dir weh,
    du bist verletzt und zahlst nur drauf, drum pflücke gleich mit dem richtigen Dreh!
    Hast du das jetzt kapiert? Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir!
    Es kommt zu dir!“

    also in diesem sinne:

    viel ruhe und gelassenheit auf eurer insel!

  7. 7 Karl Georg 07. September 2010 um 0:18 Uhr

    Sehr geehrter Herr Reitz, ich erlaube mir, Sie zu zitieren:

    „Wenn Leute mit Gewalt reagieren, dann werden sie ernten was sie gesät haben. Da darf man nicht die Träne im Knopfloch tragen und sagen, oh Gott die armen Opfer, das wird dann sicherlich Gründe haben, wenn irgendwas passiert“

    Also, bitte nicht rumjammern!

    Übrigens: in die USA dürfte es in Zukunft auch etwas schwerer werden einzureisen …. !
    (siehe k-a-l Seite )

  8. 8 Rente 07. September 2010 um 13:40 Uhr

    „@Rente: Hat der Führer nicht höchst persönlich den neuen Kleidungsstil auf dem „nationalen Fussballturnier“ vorgegeben ?“

    Ist wohl an mir vorbeigegangen, sind die Braunen da in noch schrecklicheren Farben aufgetreten (…außer Kack Braun)?

  9. 9 Klar, Mann? 08. September 2010 um 7:32 Uhr

    NRW rechtsaußen zum „Badeseeblock“:

    http://nrwrex.wordpress.com/2010/09/07/doac-black-block-oder-badeseeblock-neonazi-diskurse-iii/

    Übrigens wollten die „Kummeraden“ das Transparent nur so lange zeigen, bis Klarmann kommt – und weil der kein Foto davon machen sollte, hätte man bei dessen Erscheinen es wieder rasch zusammen gefaltet.

    Klarmann saß bekanntlich daheim un redigierte ein Langterview…

    Mik

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