GegenRechts/Rechts: Protest gegen die braune Unschuldslämmerei

Eschweiler/Aachen/Region. In Eschweiler haben am Samstagmorgen nach Veranstalterangaben kontinuierlich rund 100, zeitweise während eines Demonstrationszuges sogar bis zu 200 Menschen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Anlass dafür war ein NPD-Infostand in der Indestadt. Mit dem NPD-Stand sollte auch geworben werden für einen braunen Hetzmarsch gegen den Neubau einer Moschee in Aachen am 25. September.

Zu den Gegenprotesten in Eschweiler hatte eine örtliche Bürgerinitiative aufgerufen. An dem Protest beteiligten sich auch die Bürgermeister von Stolberg, Ferdi Gatzweiler, und Eschweiler, Rudi Bertram. Unter den Teilnehmern soll auch der Grünen-Lokalpolitiker Abdurrahman Kol gewesen sein, der zugleich Vorsitzender der türkischen Gemeinde Aachen ist. Diese Gemeinde wird im Aachener Ostviertel eine Moschee bauen, wogegen die Neonazis Ende September aufmarschieren wollen.

Der Infostand der NPD in Eschweiler wurde von dem Stolberger Ratsmann und Chef des NPD-Kreisverbandes Aachen, Willibert Kunkel, abgehalten. Unterstützt wurde Kunkel örtlichen Beobachtern zufolge von Neonazis der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und deren „Kameradschaftsführer“ René Laube. Die KAL hatte unlängst Schlagzeilen gemacht, weil ein 19-Jähriger, der bis vor kurzem noch KAL-Mitglied gewesen war, wegen des Verdachtes der Vorbereitung einer Sprengstofftat inhaftiert worden war.

Verschiedenen Quellen zufolge haben Neonazis in den letzten Wochen Aufkleber und Flyer zum Anti-Moschee-Aufmarsch an mehreren Stellen verklebt oder verteilt, teilweise auch an Schulen. Verteil- oder Aufkleberaktionen wurden in Köln, Düren, Aachen (u.a. im Ost-/Frankenberger Viertel), Wassenberg, Eschweiler und Stolberg bekannt.

Am 4. September hatte in Stolberg zudem ein Infostand mit Kunkel stattgefunden. In einem entsprechenden Bericht bleibt man indes in Sachen Zuspruch erstaunlich bescheiden: „Mehrere [sic!] Bürger nutzten die Gelegenheit, sich kostenlose Exemplare der ausgelegten Flugblätter mitzunehmen.“ Für den 18. September plant die NPD überdies zwischen 10 und 18 Uhr einen Infostand in Aachen am Kaiserplatz. [© Klarmann]


4 Antworten auf “GegenRechts/Rechts: Protest gegen die braune Unschuldslämmerei”


  1. 1 tante emma 12. September 2010 um 0:56 Uhr

    das muß man sich wirklich mal überlegen: plakativ wird ein feindbild benutzt, der islam und eine moschee gleichgesetzt mit terrorismus und gewalt. wer terrorisiert aber momentan wen? die, die am lautesten schreien und demonstrieren gegen wahllose feindbilder , führen genau diese taten durch, leiten andere an dazu oder billigen diese taten
    - Terrorismus mit Sprengstoff
    - Sexualstraftaten
    usw.
    liebe leute, das nennt man projizieren, um eine reine weste versuchen zu bewahren.
    unser demokratischer rechtsstaat wird abgelehnt und offen gegen staatsorgane agiert von ihnen. aber sie sind die ersten, die den rechtsstaat bemühen und überziehen mit wirren anzeigen ohne auch den geringsten hauch einer selbstreflexion.
    woher nehmen sich solche menschen das recht, sich über andere zu stellen? haben sie zu oft animal farm gelesen? oder handelt es sich nur um personen mit gewaltig psychotischer Persönlichkeitsstruktur?

  2. 2 Klar, Mann? 12. September 2010 um 16:54 Uhr
  3. 3 EL 12. September 2010 um 19:34 Uhr

    Die Nazis skandieren doch oft: „Hamas, Jihad, Hisbolla!“

  4. 4 Jakob Spatz 12. September 2010 um 20:23 Uhr

    Also, ich lese und höre ja immer gerne von dieser Eschweiler Bürgerinitiative. Das verspricht immer gute Nachrichten. Hinsichtlich Verankerung, Tradition und Erfolgen ganz einfach ein Vorbild für zivilgesellschaftliches Engagement.

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