GegenRechts: Protest gegen NPD-Infostand in Aachen

Aachen. Ähnlich wie am Wochenende in Eschweiler [1] soll es auch in Aachen am Sonnabend Proteste gegen einen NPD-Infostand am Kaiserplatz geben. So ruft etwa der Jugendverband der Partei Die Linke, die linksjugend [’solid] dazu auf, den NPD-Stand am 18. September „zu verhindern.“

Die NPD will mit dem Infostand auch für den geplanten Neonazi-Aufmarsch gegen den Moscheebau im Ostviertel mobilisieren. „Doch nicht die Moschee stellt ein Problem dar. Was die Neonazis mit ihrer Hetze gezielt in den Hintergrund zu rücken versuchen, sind real existierende Probleme, wie Arbeitslosigkeit, steigende Armut, Bildungsmisere, marode Schulen,“ so Sprecher Christian Walter.

Diese Probleme beträfen viele Menschen – unabhängig von Religion oder Herkunft, so Walter weiter. „Deswegen sagen wir: Wir lassen uns nicht spalten! Wir wollen keine Neonazis in unseren Straßen! Nicht die Moschee stört, sondern die Rassisten!“ Der Protest soll am Samstag um 10 Uhr am Kaiserplatz beginnen. [© Klarmann]

[1] Protest gegen die braune Unschuldslämmerei


2 Antworten auf “GegenRechts: Protest gegen NPD-Infostand in Aachen”


  1. 1 Rainer 16. September 2010 um 18:48 Uhr

    „Was die Neonazis mit ihrer Hetze gezielt in den Hintergrund zu rücken versuchen, sind real existierende Probleme, wie Arbeitslosigkeit, steigende Armut, Bildungsmisere, marode Schulen“ Ist das nicht ein klein wenig falsch? Genau die angeführten Themen sind es doch, mit denen die „Kameradschaften“ ,“Freien Nationalisten“ etc. die Jugend ködern. Nur dass die Neonazis eben ihre speziellen Auffassungen davon haben, wie eine gute Schule aussieht, wie Arbeitslosigkeit und Armut zu bekämpfen sind.
    Die Organisatoren der Reitziade sind auch nicht die NPD sondern die Personen, die sich „Nationale Sozialisten“ nennen, die sich als „antikapitalistisch“ bezeichnen. Ihre Parolen lauten z.B. „Kapitalismus bekämpfen! Massenarbeitslosigkeit, Armut, Sozialkahlschlag, Hunger und Leid den Kampf ansagen!“ […] Die Aufkleber der Neonazis lassen sich zuweilen nur im Kleingedruckten von z.B. denen der SAV unterscheiden.
    Die enge Zusammenarbeit und personelle Verknüpfung zwischen NPD und „Nationalen Sozialisten“ ist doch eher eine Erscheinung des Raums Aachen/Düren. Irgendwie können die Gruppen sich doch gegenseitig nicht ausstehen.
    Was die Reitziade betrifft, so richtet sie sich meiner Meinung nach nur vordergründig gegen den Moscheebau. Vielmehr haben die Veranstalter erkannt, dass die „Pro“-Gruppierungen, in deren Anti-Moscheebau-Kampagne Reitz hier fischt, erheblich mehr Stimmen bei Wahlen erhalten als die NPD. Mit dem Aufgreifen der Anti-Islam Kampagne belegt Reitz das Thema „Moschee“ in Aachen für sich und wischt damit seinem Feind „Pro“ eins aus. Dazu zieht er auch mal den Schafspelz an und lässt Aufkleber in „uncoolem“ blassblau-weiß Design drucken, die er mit ähnlichem Inhalt für seine „Kameradschaft Walter Spangenberg Köln“ auch in szenetypischem schwarz-rot vertreibt.

  2. 2 *-_-* 16. September 2010 um 20:58 Uhr

    Ich erinnere mich an ein Transparent einer „autonom“-nationalistischen Gruppe mit der Aufschrift „Volksgemeinschaft statt Klassenkampf“.
    Und genau das beschreibt das Programm der Neonazis sehr gut. Klassen sind uninteressant. Der deutsche Boss ist gut, die türkische Kollegin schlecht.
    Wenn Neonazis gegen Kapitalismus wettern, verseckt sich dahinter meist plumber Antisemitismus. Da gabs doch mal hier im Blog eine Diskussion mit einem KAL-Mitglied dazu… will ich jetzt aber nicht raussuchen. Nur wird der Antisemitismus eben nicht in der Schlagzeile abgedruckt. Ausser bei so Spinnern wie Falko W. …

    Ergo: Die Neonazis haben die derzeitige Kampagne initiiert. Und spalten damit die Bevölkerung an religiösen und – nach der Vorstellung der Neonazis (Moscheen seien „Überfremdungszentren“; Nichtdeutsche wären so viel potenter als Deutsche etc…) – vor allem ethnischen Linien.
    Und genau wie Sarrazin helfen sie damit, tatsächliche Probleme wie Armut (was durchaus ein Grund für Gewalt in „Ghettos“ ist…) unter den Tisch zu kehren – und versuchen sogar noch, die Opfer zu TäterInnen zu stilisieren. Ekelhaft.

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