Rechts: Ab 22 Uhr wird zurückgewettert – Dürener NPD bald kopflos?

Bochum/Düren. Ohne den Kreisverband beim Namen zu nennen strebt der nordrhein-westfälische NPD-Landesvorstand offenbar an, gegenüber der NPD in Düren „einen organisatorischen Notstand“ zu verhängen. Bei seiner Sitzung am Mittwoch in Bochum will der neu gewählte Landesvorstand der NPD-NRW zudem drei Ausschlussverfahren eingeleitet haben. Namen der betroffenen Personen nennt die Partei in einer Veröffentlichung zwar ebenso nicht, jedoch könnten davon der bisherige Kreischef Ingo Haller und dessen Stellvertreter René Rothhanns sowie René Laube betroffen sein.

NPD-Landespressesprecher Markus Pohl stellte in besagter, gegen 22 Uhr am gestrigen Abend publizierten Mitteilung fest, Anlass für jene Maßnahmen seien „die öffentlichen Ausfälle eines Kreisverbandes der NPD-NRW“ respektive „führender Personen dieses Verbandes“ gewesen. Die NPD-Düren hatte massive Vorwürfe gegen den Landesvorstand publiziert und „dieser Bande“ sogar „SED Methoden“ vorgeworfen [1]. Entsprechende Veröffentlichungen im Internet wurden den drei genannten Führungskadern des NPD-Kreisverbandes Düren direkt oder indirekt zugeschrieben, nachdem Haller schon zuvor Differenzen mit dem Landesverband ausgetragen hatte [2].

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Ostern 2010 war noch alles in Ordnung – Haller und NPD-Landeschef Cremer witzelnd und grinsend bei einem „Trauermarsch“ in Stolberg…

Laut Pohl sei der Landesvorstand „zu dem einstimmigen Ergebnis [gekommen], daß solchen parteischädigenden Hetztiraden, welche zum größten Teil auch noch Halb- und Unwahrheiten beinhalten, entschieden entgegengetreten werden muß. Dies wird so auch von etlichen Gliederungen der Partei erwartet, die sich in den letzten Wochen in der Geschäftsstelle meldeten und ihr Unverständnis über die Art und Weise zum Ausdruck brachten. Aus diesen Gründen heraus hat der Vorstand drei Ausschlußverfahren, sowie einen organisatorischen Notstand auf den Weg gebracht.“

Sollten tatsächlich von der Maßnahme Haller, Rothhanns und Laube betroffen sein, dürfte das für die NPD in NRW ein Debakel sein – und sich weit über den Kreis Düren hinaus auswirken. Haller gehört für die NPD dem Kreistag in Düren an, Rothhanns sitzt für die neonazistische Partei im Stadtrat von Düren. Beide Mandate dürften der NPD bei einem Parteiausschluss verloren gehen. Überdies leitet(e) der NPD-Kreisverband Düren kommissarisch auch zwei benachbarte Ortsgruppen der Partei.

Bisheriger Chef der Ortsgruppe Rhein-Erft-Kreis soll Laube (gewesen) sein – der ebenso als „Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Schlägerbande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) fungiert und Pressesprecher des NPD-Kreisverbandes Düren war. Rothhanns soll bisher gemeinsam mit den Neonazis der „Freien Nationalisten Euskirchen“ (FNE) die NPD-Ortsgruppe in Euskirchen restrukturiert und deren Vorsitz übernommen haben. Auch diese beiden Ortsgruppen stünden also ohne Führungskader dar. [© Klarmann]

[1] NPD-Düren kotzt sich richtig lecker aus – auch weil Anführer Haller nicht mehr mitspielen darf
[2] Ingo Haller nicht mehr im NPD-Landesvorstand…?


2 Antworten auf “Rechts: Ab 22 Uhr wird zurückgewettert – Dürener NPD bald kopflos?”


  1. 1 ein Dürener 01. Oktober 2010 um 11:55 Uhr

    Wunderbar, wie die sich selbst zerfleischen!

    @ Mik: Du hast natürlich recht, dass es sich bei diesen Herren um Ausschuss handelt :-) , aber meintest du nicht eventuell „Ausschlussverfahren“? ;-)
    Ist aber ein wunderbarer Vertipper!

    besser mal korrigiert, nachher klagt wieder einer, weil er sich in seiner ähre verletzt wühlt… mik

  2. 2 Klar, Mann? 01. Oktober 2010 um 16:22 Uhr
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