Düren. Szenekreisen zufolge düpiert der nordrhein-westfälische NPD-Landesvorstand die – teils ehemaligen – aufsässigen Vertreter des NPD-Kreisverbandes Düren derzeit. Nachdem man den „organisatorischen Notstand“ über den Kreisverband und wahrscheinlich den quasi angegliederten Ortsgruppen Rhein-Erft-Kreis und Euskirchen verhängt haben will [1], soll ausgerechnet der Chef des NPD-Kreisverbandes Aachen, Willibert Kunkel, zum kommissarischen Boss der NPD-Mitglieder im Raum Düren ernannt worden sein.
Ein „organisatorischer Notstand“ sieht vor, dass der bisherige Vorstand seines Amtes enthoben wird. Parteiausschlussverfahren wurden zudem gegen den ehemaligen NPD-Kreischef und das Mitglied des Kreistages Düren, Ingo Haller, sowie dessen Stellvertreter und Dürener Ratsmann, René Rothhanns, eingeleitet. Zudem soll ein Ausschlussverfahren gegen den ehemaligen zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Düren, René Laube, laufen. Laube ist „Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL).
Die KAL hatte kürzlich massiv gegen Kunkel gewettert [2] und mitgeteilt: „Mit seinem Verrat an seinen Kameraden hat er auch jeden Anspruch darauf verwirkt, selbst kameradschaftlich behandelt zu werden.“ Ausschlaggebend dafür war laut KAL, dass Kunkel, dessen eigener Kreisverband sich nur durch Hilfe des NPD-Kreisverbandes Düren und der KAL über Wasser halten konnte, als Mitglied des neuen Landesvorstandes für die Einleitung der Ausschlussverfahren und für den „organisatorischen Notstand“ votiert habe.
Dem Landesvorstand der NPD hatte die KAL zudem sinnbildlich den Krieg erklärt [3]. Ungeachtet dessen sollen Szenekreisen zufolge dennoch besagte Beschlüsse des Landesvorstandes angefochten werden. Internen Informationen zufolge soll der Kreischef der NPD in Siegen-Wittgenstein, Stephan Flug, den Beschluss zur Absetzung des Kreisvorstandes im Raum Düren anfechten. Der NPD-Chef in Unna, Hans Jochen Voß, soll besagten, bisher unbestätigten Informationen zufolge wiederum gegen die Parteiausschlussverfahren vorgehen.
Ob die derzeit quasi kopflosen NPD-Mitglieder im Raum Düren, Eftkreis und Euskirchen alsbald auf einer Versammlung über die weiteren Belange des derzeit fremdgeleiteten Kreisverbandes unterrichtet werden, ist unklar. Haller jedenfalls will laut Szenekreisen nicht kampflos aufgeben. Er soll planen, am letzten Freitag im Monat – üblicherweise Stichtag für den monatlichen Stammtisch der NPD im Raum Düren – ein Treffen abzuhalten, um dann gemeinsam mit den „Kameraden“ zu beraten, wie die Zukunft aussehen könnte.
Stattfinden soll das Treffen Ende Oktober in einer Gaststätte, in der die NPD seit Monaten schon ihre Stammtische abgehalten haben will. [© Klarmann]
[1] Ab 22 Uhr wird zurückgewettert – Dürener NPD bald kopflos?
[2] Hotel Kunkelbert ein rein kaufmännischer Deal
[3] KAL erklärt NPD-NRW den totalen und radikalen Krieg
Noch aber schweigt Herr Flug…
http://nrwrex.wordpress.com/2010/10/11/sik-npd-flug-macht-„schopferische-pause“/
Ich versteh die Rechten nicht. Da ruft der starke Mann von oben (wie immer herbeigesehnt) und dann wird nicht gebuckelt. A.H. würde sich aufgrund soviel Disziplinlosigkeit im Grab rumdrehen. (Nazi-)Deutschland schafft sich ab.
Flug will nicht nur den „organisatorischen Notstand“ anfechten, sondern gleich den ganzen Parteitag…
http://nrwrex.wordpress.com/2010/10/20/sik-npd-flug-will-sich-mit-landesparteitag-nicht-abfinden-–-„jeder-tag-mit-cremer-ist-ein-verlorener-tag“/