Hausmitteilung: Preiswürdig…und bedankt…

Aachen. Laut WDR-Lokalzeit verleiht die StädteRegion Aachen am Montag zum ersten Mal einen Bürgerpreis für Zivilcourage. Sieben Vorschläge waren demnach eingegangen, drei Personen werden geehrt. Ein zehn Jahre alter Junge werde ausgezeichnet, weil er einem hilflosen Mann auf der Straße in Baesweiler geholfen habe. Die zweite Preisträgerin habe in Aachen einen Überfall auf einen Drogeriemarkt vereitelt. Zudem werde der Journalist Michael Klarmann für sein jahreslanges Engagement gegen Rechtsextremismus geehrt. Der Bürgerpreis soll mit jeweils 500 Euro verbunden sein…

[Bedankt] Liebe Leserinnen und Leser, liebe Verleiher, liebe Menschen, die Ihr mich vorgeschlagen habt als Preisträger,

ich möchte mich für das Lob, die Anerkennung und Würdigung meiner Arbeit, diese Art der Solidarität und auch die hier eintreffenden Glückwünsche bedanken.

Wie ich es nach der Preisverleihung Kolleginnen und Kollegen auch in Interviews erklärte, habe ich mir Bedenkzeit erbeten, als man mir den Preis vor Wochen antrug. Anders als die beiden anderen Gewürdigten, die ehrenamtlich als Privatperson und Bürger Courage zeigten, wurde ich überwiegend für meine berufliche Tätigkeit ausgezeichnet, für die ich als Journalist schon Honorare erhalten habe. Aber sollte man als „belohnter“ Berufstätiger zugleich und darüber hinausgehend auch einen Bürgerpreis annehmen?

In der Laudatio skizzierte Manfred Reinders, Vorsitzender des Beirates für Vereine, Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement der Stadt Aachen, möglicherweise, ohne es zu wissen, meine damaligen Gedanken. Reinders sagte, durch meinen beruflichen Einsatz und mein Engagement stehe ich auch als Bürger im Privatleben „in der Schusslinie der Rechten“. Doch trotz persönlicher „Anfeindungen und Bedrohungen aus der rechten Szene“ würde ich „nicht nachlassen, Strukturen und Zusammenhänge aufzudecken.“ Ich, lobte Reinders, erfülle trotz aller Einschränkungen im Privatleben meinen Beruf weiter „in vorbildlicher Weise“.

Auch wenn mir persönlich der Preis verliehen wurde – ich möchte dennoch daran erinnern, dass meine Arbeit als Journalist, Referent und Blogger alleine kaum noch zu bewerkstelligen ist. Auch wenn ich – natürlich ich, wer sonst!? – den Großteil dieser Arbeit bewerkstellige und dafür auch die Verantwortung trage, muss dennoch festgestellt werden: Ohne die kleinen oder großen Helfer und Förderer, die mich unterstützen oder sich um meine Sicherheit bemühen, wäre meine Arbeit weder so intensiv, noch über einen so langen Zeitraum zu leisten. Ein kleines, symbolisches Stück des Preises gehört daher auch vielen, vielen anderen Menschen, denen ich hier ebenso danken möchte.

Der Mik

[Ergänzung (16.11.2010)] „[…] Die Einsatzbereitschaft Klarmanns stellte auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp heraus. ‚Er akzeptiert, dass es in seinem Leben dauerhaft eine Bedrohung gibt. Damit nimmt er uns alle in die Pflicht, bei Demonstrationen [gegen Rechtsextremismus] auch unser Gesicht zu zeigen.‘“ Zitat aus der Lokalpresse

[Ergänzung (17.11.2010)] „[…] und der Journalist Michael Klarmann, der schon seit Jahren in seinen Beiträgen unerschrocken und selbstlos deutliche Worte gegen Rechtsextremismus formuliert.“ Zitat aus der Pressemitteilung der StädteRegion


13 Antworten auf “Hausmitteilung: Preiswürdig…und bedankt…”


  1. 1 Uiuiui 15. November 2010 um 13:05 Uhr

    Glückwunsch

  2. 2 Beobachter 15. November 2010 um 13:12 Uhr

    Gönnen würde ich es diesem „Herren Klarmann“! Daumen hoch!

  3. 3 1910 15. November 2010 um 18:39 Uhr

    Endlich mal ne erfreuliche Nachricht aus dem Aachener Raum. Weiter so

  4. 4 Klar, Mann? 15. November 2010 um 21:32 Uhr

    Bis hierhin schon mal danks an alle Gratulanten. Mehr Dank u.ä. wohl morgen im Blog…

    Mik

    PS. Auch wenn der Sprechtext nicht ganz zum Bild passt, schon mal ein Link:

    http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2010/11/15/lokalzeit_aachen.xml?noscript=true&offset=1011&autoPlay=true&#flashPlayer

  5. 5 Hubert_K 16. November 2010 um 6:15 Uhr

    Glückwunsch!

  6. 6 EL 16. November 2010 um 8:18 Uhr

    Schöne Würdigung deiner Arbeit! Meinen Glückwunsch und weiter so

    Ob die Nasen jetzt wieder aufschreien „ooh ein Linksextremist hat Zuschüsse erhalten um gegen ‚nationale Deutsche‘ vorzugehen“ :D

    juckt es eine wildsau, wenn sich eine deutsche eiche an ihr reibt? mik ps. für die, die es nötig haben: ;-)

  7. 7 MeinFreundistAusländer 16. November 2010 um 10:35 Uhr

    Super…Herzlichen Glückwunsch… und weiter so…. wir brauchen Dich……

  8. 8 Alfred Paduschek 16. November 2010 um 10:35 Uhr

    Hallo Mik,
    möchte mich ebenfalls in die Reihe der Gratulanten begeben und Dir zu dieser schönen Ehrung gratulieren. Weiter so.
    Alfred

  9. 9 Rente 16. November 2010 um 10:59 Uhr

    Glückwunsch Mick!

  10. 10 DEMOkrat 16. November 2010 um 13:42 Uhr

    Und alle so YEAH!

    p.s. keine falsche Bescheidenheit, spricht doch nix dagegen den Preis an zu nehmen; so viel kannst du gar nicht belohnt werden, wie du verdienst.

    bescheidenheit ist eine gier… mik

  11. 11 anybody 16. November 2010 um 14:01 Uhr

    Ich find es generell erstmal gut, dass es so einen Preis gibt. Vielleicht wirkt der zumindest ein bisschen gegen das Scheuklappendenken der meisten Menschen.

    Mit deiner Arbeit tust du imho weit mehr, als ein normaler Journalist, denn du riskierst auch ein privates Wohl um uns besser zu informieren. Den Preis hast du dir redlich verdient.

  12. 12 Mkay 16. November 2010 um 16:29 Uhr

    EIGENTLICH sollte die private und bürgerliche Courage ja selbstverständlich sein *Utopie/Traumwelt/you name it*, deshalb kann man gerade dann, wenn man auch beruflich in dieser Hinsicht engagiert ist, einen Preis für Zivilcourage erhalten und, ähem, annehmen. Das schließt sich – meiner Meinung nach – nicht aus. LangeRedeGarKeinSinn:Glückwunsch.

  13. 13 Volker 18. November 2010 um 10:24 Uhr

    Wer so aufrecht und unerschrocken gegen die Feinde unserer Demokratie kämpft und auch mutig genug ist, seine Identität dabei preis zu geben, der muß auch durch einen solchen Preis geehrt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieses mutige Verhalten mit dem Beruf in Verbindung steht. Wie viele Kollegen von Ihnen sehen weg und schreiben lieber über etwas anderes, als über Extremisten, weil es nun mal nicht ohne folgen bleibt? Es ist die überwiegende Zahl, daher sind Sie in Ihrer Branche eine Ausnahmeerscheinung und ich wünschte mir, daß noch mehr aus Ihrem Holz geschnitzt wären. Denn es gibt noch eine Menge Gruppen, die auch aus ganz anderen Richtungen unsere Demokratie gefärden und die eine ähnliche Aufmerksamkeit verdienen. Aber dafür brauchen wir noch eine Menge Klarmanns.

    Herzlichen Glückwunsch!

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