Geschichte: Wie die NS-Propaganda Kadetten heroisierte…

Schleiden. Mit Heldentum haben Kriegseinsätze schon lange nichts mehr zu tun – das thematisieren auch neueste Filme über Afghanistan. Der Film „Kadetten“ von 1939 unter der Regie von Karl Ritter zeigt, wie die NS-Propaganda seine Soldaten im Kriegseinsatz darstellen wollte: Als jugendliche Helden im preußischen Uniformrock.

Im zweiten Teil des „Film-Winters“ auf der ehemaligen NS-„Ordenbsurg“ Vogelsang führt Historiker Klaus Ring auch diesmal historisch und filmästhetisch in einen selten zu sehenden Spielfilm ein. Es handelt sich um einen indizierten „Vorbehaltsfilm“, der nur im Rahmen der politischen Bildung kommentiert eingesetzt werden darf. Die Reihe findet in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Wiesbaden statt.

„Kadetten“ wurde speziell für „Jugendfilmstunden“ der Hitlerjugend inszeniert. „Der heldenhafte Kampf der aus Geiselhaft entflohenen preußischen Nachwuchssoldaten gegen russische Kosaken während des Siebenjährigen Krieges soll die preußischen Soldatentugenden Gehorsam, Ehre und Opferbereitschaft als Erziehungsideale zum Vorbild auch für die NS-Jugend erscheinen lassen,“ beschreibt Klaus Ring die Intention des Films. Rassistische Vorstellungen von den russischen „Untermenschen“ werden ebenso bedient wie die Verklärung der militärischen Ideale in Preußen.

Die Veranstaltung findet im Forum Vogelsang, Großer Saal, statt und dauert inklusive Einführung zirka 2 Stunden. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für ausreichend Parkplätze ist am Forum Vogelsang gesorgt. Gegen Vorlage des Vogelsang-Parktickets erhalten die Gäste an der Information vor der Filmvorführung ein kostenloses Auslassticket. [Textquelle: redigierte Pressemitteilung]