Rechts: Ehemaliger DVU-Ratsmann spielt mal wieder Internet-SA

Stolberg. Bis zu den Kommunalwahlen 2009 saß Rudolf Motter für die rechtsextreme, fremdenfeindliche Partei DVU im Stolberger Stadtrat. Bei der Fusion von DVU und NPD steht Motters DVU-Kreisverband Aachen/Heinsberg auf der Seite der Fusionsgegner – zumindest legen das Veröffentlichungen nahe, die auf der Website seines DVU-Verbandes erschienen sind. Gelten die Fusionsgegner indes überwiegend als solche, die den radikalen und offen neo-nationalsozialistischen Kurs der NPD und der „Kameradschaften“ eher ablehnen und sich bürgerlich präsentieren wollen, bleibt Motter seiner früheren Linie treu – und pöbelt via Internet gegen Andersdenkende.

Anlässlich eines „Blockade-Trainings“, das Gegner der von Neonazis organisierten fremdenfeindlichen Aufmärsche in Stolberg abhalten wollen [1], hat „R.M.“ (Rudolf Motter?) nun wieder seine Wut ungezügelt in die Tasten seines Computers gehämmert. Das Blockade-Bündnis, das ebenso Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram (SPD), der DGB und verschiedene Organisationen unterstützen wollen, sei ein „Bündnis von bekifften Antifaschisten, Linksextremisten und selbsternannter linker Gutmenschen“ poltert „R.M.“ via Internet. „Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Schulen sind schon dabei ihre abhängigen Sklaven zu rekrutieren und rufen ohne Scham zum Gesetzesbruch auf.“

Fast-Einzelkämpfer Motter hat übrigens wahrscheinlich noch nie selbst an den besagten Aufmärschen in Stolberg teilgenommen – und dürfte im rechtsextremen Lager kaum noch regionale Mitstreiter haben. „R.M.“ indes grölt in die virtuellen Weiten wie ein sich führungsstark gerierender Boss: „Kameraden!“ Und weiter: „Wir sollten uns dieses Schauspiel [das „Blockade-Training“; mik] nicht entgehen lassen und […] anwesend sein. […] Aber Vorsicht – wie sagt schon der Volksmund: Linke stinken, vom Antifaschisten ganz zu schweigen.“

Ähnlich wie schon die Nationalsozialisten politische Gegner mit Tier- und Ungeziefervergleichen diskreditiert haben, bevor sie dazu über gingen, diese zu ermorden, flüchtet sich auch „R.M.“ in jene Sprachbilder: „Manch einer dieser linken Stinkstiefel hält es schon für einen gelungenen Protest, wenn er Wochen lang auf Wasser und Seife verzichtet um so besser gegen rechts anzustinken. […] Vor allen Dingen meidet unter allen Umständen Körperkontakt. Viele dieser Genossen tragen massenhaft ihre Haustiere, als da währen Flöhe, Wanzen, Sackratten etc. mit sich und verteilen diese gerne großzügig.“ [© Klarmann]

[1] Blockieren geht über Probieren…