Rechts: Nichts wissen, wenig sagen – und eine Enttäuschung

Aachen/Berlin. In dem Prozess gegen zwei Männer aus der rechtsextremen Szene wegen des Vorwurfes der Vorbereitung von Sprengstofftaten in Berlin [1] haben heute eine Reihe Neonazis als Zeugen aussagen müssen. Sie waren am 1. Mai gemeinsam mit den Angeklagten nach Berlin gefahren.

Nahezu alle Zeugen wollten aber im Bus weder die selbst gebastelten Splitterbomben gesehen, noch von ihnen in Gesprächen gehört haben. Lediglich ein 45-Jähriger sagte aus, er habe zwar während der Fahrt geschlafen, sei jedoch kurz vor Berlin aufgewacht und habe dann davon gehört, dass einer der Angeklagten anderen Mitreisenden von den präparierten Böllern erzählt habe.

Zudem sagte ein Mitarbeiter eines Aussteigerprogramms des Innenministeriums NRW aus, der einen der Angeklagten im August 2010 getroffen hatte. Der Beamte sagte, er habe dem heute 20-Jährigen zuerst geglaubt, dass er aus der Neonazi-Szene aussteigen wollte. Als er indes von den gegen den Heranwachsenden laufenden Ermittlungen erfahren habe, seien ihm große Zweifel gekommen.

Neonazis nutzten den Prozesstag dazu, von einer der Emporen zahlreiche Flyer und Schnipsel in das Foyer des Justizzentrums zu werfen. Auf ihnen wurde für die fremdenfeindlichen Aufmärsche in Stolberg im April geworben. [© Klarmann]

[1] Sprengsätze gebastelt


1 Antwort auf “Rechts: Nichts wissen, wenig sagen – und eine Enttäuschung”


  1. 1 Klar, Mann? 17. Februar 2011 um 21:45 Uhr
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