Rechts: (Auch) Passivkader aus dem Rheinland in Dresden

Dresden/Region. An dem Angriff von Neonazis auf ein linkes Wohn- und Kulturprojekt in Dresden („Praxis“) war nicht nur ein Neonazi aus Erftstadt [1] beteiligt, der schon Ordnerdienste bei Aufmärschen und Wahlkampfhilfe für die NPD [2] absolvierte. Auch Paul Breuer, Führungskader der „Freien Kräfte Köln“ bzw. des „Freien Netz Köln“ respektive der „Kameradschaft Köln“, soll an dem Angriff beteiligt gewesen sein und einen Stein auf das Haus geworfen haben [3]. Breuer war mehrfach Teilnehmer von rechten Aufmärschen im Raum Aachen, teilweise ebenso als Redner.

Nach Recherchen von „Klarmanns Welt“ waren an dem Angriff indes weitere Neonazis aus dem Rheinland aktiv beteiligt. So sind in einem Video von dem Angriff, das auf „You Tube“ eingestellt wurde [4], zwei Personen aus dem Großraum Aachen zu erkennen, die Steine oder Flaschen werfen. Zu erkennen sind auf besagtem Video in der Gruppe der Angreifer indes ebenso der „Kameradschaftsführer“ der Neonazi-Bande „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL), René Laube, sowie der frühere NPD-Kreisvorsitzende in Düren, Ingo Haller. Gegen beide läuft ein Parteiausschlussverfahren.

Anders als viele andere Personen verhalten sich die beiden Führungskader der Neonaziszene aus der Region jedoch passiv und sind nicht an dem Angriff, Stein- oder Flaschenwürfen beteiligt. Der Angriff selbst war aus einem „Spontanaufmarsch“ der Neonazi-Szene erfolgt. So hatten mehrere Reisebusse mit Neonazis, darunter auch die aus der Region Aachen, den Dresdner Vorort Freital angesteuert. Von dort aus war dann der rechte „Spontanaufmarsch“ nach Dresden losgezogen.

Der reguläre Neonazi-Aufmarsch hatte indes wegen Blockaden von Nazigegnern nicht stattgefunden. Am Abend hatten sich die Neonazis dann wieder nach Freital bewegt und wollten mit ihren Bussen die Heimreise antreten. Zumindest der Bus, mit dem Neonazis aus Aachen und Düren gemeinsam anreisten, wurde dabei im Rahmen der Abfahrt noch von der Polizei kontrolliert. Über diese Aktion schrieben Neonazis in einem unterdessen abgeänderten Bericht auf ihrer Homepage:

„Die Busse ‚Bonn’ und ‚Wuppertal’ setzten sich direkt in Bewegung, Bus ‚Aachen’ wurde nach unserer Abfahrt jedoch noch von den Herren in grün genau inspiziert, woraufhin die ersten Busse an Raststätten warteten. Laut eines Kameraden aus Düren, verhielten sich die Beamten in den Bussen jedoch recht kooperativ und ruhig. Auf einem thüringerischen Rastplatz sammelten sich alle Mitstreiter vor den Bussen und Sven S. sprach einige Worte zum vergangenen Tag. Er lobte die Einsatzbereitschaft und den starken Zusammenhalt der Rheinländer / Siegener Kameraden und dankte für einen sehr gelungenen Einsatz.“ [©Klarmann]

[1] (Auch) Neonazis (aus der Region) attackieren linkes Projekt
[2] Vgl. NRW rechtsaußen
[3] Vgl. NRW rechtsaußen
[4] Direktlink


3 Antworten auf “Rechts: (Auch) Passivkader aus dem Rheinland in Dresden”


  1. 1 Rainer 23. Februar 2011 um 19:02 Uhr

    Wenn Haller der Mensch in kackbraun ist, nimmt Breuer ja vor seinem Steinewurf Kontakt mit ihm auf. Ansonsten stehen Haller und Breuer schön vereint im Impressum der „Trauermarsch Stolberg“ Webseite.

  2. 2 Klar, Mann? 25. Februar 2011 um 13:21 Uhr
  3. 3 Hinweis 28. Februar 2011 um 16:23 Uhr

    Danke für den Rechercheartikel!
    […]
    Solidarische Grüße!

    verlinke keine outing-pages ;-) mik

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