Geschichte: NS-Ordensburgen – Vogelsang, Sonthofen, Krössinsee

Schleiden. Zwei Dutzend junge Männer posieren für ein Gruppenbild, das Hakenkreuz prangt auf den Armbinden. Den Hintergrund bildet die Kulisse der NS-Ordensburg Vogelsang am aufsteigenden Hang. Der Journalist des Kölner Stadt-Anzeigers, Franz Albert Heinen (57), Schleiden, hat dieses historische Bild für das Cover seines neuen, 216 Seiten umfassenden großformatigen Text-Bild-Bandes „NS-Ordensburgen. Vogelsang, Sonthofen, Krössinsee“ ausgewählt. Am Donnerstag, 14. April, stellt er das Buch im Forum Vogelsang ab 19 Uhr erstmalig persönlich der Öffentlichkeit vor.

Das Foto zeigt Teilnehmer des zweiten Lehrgangs für hauptamtliche Parteifunktionäre der NSDAP. Für seinen einführenden Vortrag hat Heinen eine reichhaltige Fotostrecke mit überwiegend neuen Bildern aus dem Buch eingeplant. Er wird aufzeigen, wie NS-Ordensburgen, „Adolf-Hitler-Schulen“ und „Hohe Schule der NSDAP“ künftige „braune Eliten“ bilden sollten, welchen Stellenwert insbesondere Vogelsang als Tagungsort der Nazi-Partei hatte, und was es mit der Idee eines „Ordens der NSDAP“ auf sich hatte.

Neugier auf die Geschichte Vogelsangs weckte bei dem Journalist in den 1980er Jahren die Berichterstattung über das „Camp Vogelsang“. Die Belgier nutzten das Gelände bis 2005 als Zentrum eines Truppenübungsplatzes. Aus der Feder Heinens stammen bereits Bücher zur Geschichte des Truppenübungsplatzes, ein Besucherbegleitheft und eine Darstellung zu den politischen Einsätzen der „Ordensjunker“ im Rahmen der Besatzungsverwaltung in Osteuropa.

Für den renommierten Münsteraner Professor und Kurator der Berliner Ausstellung „Hitler und die Deutschen“, Hans-Ulrich Thamer, war der neue Band Anlass, ein Geleitwort zu verfassen: „Diese materialreiche und gut belegte Darstellung ist ein wichtiger Fortschritt in der Erforschung von Vogelsang.“ Sie schaffe Grundlage für weitere Forschungen, nicht zuletzt für die Arbeit im Erinnerungsort bis hin zur geplanten Dauerausstellung.

Der Band ist im Ch. Links Verlag, Berlin, in der Reihe „Geschichte in Bild und Text“ erschienen. Die Reihe stellt vor allem Orte vor, die im 20. Jahrhundert, speziell in der Zeit des Nationalsozialismus, von besonderer Bedeutung waren. Christoph Links: „Für das Thema Ordensburgen war ich viele Jahre auf der Suche nach einem Autor, der es über die Lokalhistorie hinausheben kann.“

Stephan Lahrem, Lektor der Reihe, wird die Buchvorstellung moderieren, Vogelsang-Historiker Klaus Ring begrüßt die Besucher. Die Publikation liegt zum Verkauf bereit. Der Eintritt ist frei. Parken kostet 3 Euro. Die Veranstalter, vogelsang ip gemeinnützige GmbH und Ch. Links Verlag, bitten darum, auf die Ausschilderung vor Ort zu achten. [Textquelle: redigierte Pressemitteilung]

Die NS-Ordensburgen. Vogelsang, Sonthofen, Krössinsee. 216 Seiten, 240 Abbildungen, ISBN: 978-3-86153-618-5, Preis: 34,90 Euro