Rechts: Rotte Charlotte auf NPD-Pressefest

Mönchengladbach. Die Neonazi-Band „Rotte Charlotte“, deren Namen auf das „Verrotten“ der früheren Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, anspielt, wird am ersten Juli-Wochenende auf dem „Pressefest“ des NPD-Zentralorgans „Deutsche Stimme“ (DS) auftreten. Dies geht sowohl aus DS-Ankündigungen, als auch aus Forenbeiträgen und Rundmails hervor. Besagtes Treffen gilt als eine der größten rechtsextremen Versammlungen in Deutschland. Es treten bekannte Neonazi-Bands und Parteiredner auf, zudem soll mittels Hüpfburg, Verkaufsständen und anderen Angeboten eine Art Volksfest-Charakter geschaffen werden. In der Vergangenheit besuchten mehrere tausend Neonazis und Rechtsextremisten das an wechselnden Orten stattfindende „Pressefest“.

Die Musiker von „Rotte Charlotte“ kommen aus Mönchengladbach und vom Niederrhein, bekanntestes Mitglied ist „Andi von Division Germania“ (Wolfszeit-Shop) [1]. Die Band hat schon auf größeren Neonazi-Konzerten gespielt, unter anderem war sie in Osteuropa angekündigt auf einem Konzert der „NS-Front“ [2]. Vor rund zwei Jahren hatte die Band zugegeben, dass ihr Namen zynisch und höhnisch mit dem der damaligen Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zu tun hat. In einem Interview hieß es dazu: „Es zog mal wieder eine gewisse moralische Instanz durch alle Kanäle, welche heulte, jammerte und klagte über dies, das & jenes – also wie man es kennt. Naja, und der erste Gedanke war halt ‚fall um und verro…’. Und nun haben wir einen schönen doppeldeutigen, punkig klingenden und exorbitanten Namen[.]“ [© Klarmann]

[1] Oi-Nazipunk-Pervers aus der niederrheinischen Tiefebene
[2] Rotte Charlotte musiziert tatsächlich an der Nahostfront