Rechts: Rechtes Treffen wanderte offenbar ins Ahrtal ab

Euskirchen/Rech. Ein „Kongress“ von Rechtsextremisten und Holocaust-Leugnern, der am 30. April in Euskirchen stattfinden sollte aber von dem Wirt einer Gaststätte abgesagt worden war [1], soll im nördlichen Rheinland-Pfalz stattgefunden haben. Örtliche Antifaschisten teilte diesbezüglich mit, dass die Versammlung in einem Gasthof in Rech im Ahrtal stattgefunden habe. Einen Sicherheitsdienst hätten vor Ort Neonazis organisiert, noch zum Lokal in Euskirchen angereiste Besucher seien später mit einem Reisebus eines Busunternehmens aus Rheinland-Pfalz zur neuen Lokalität chauffiert worden, so die Antifaschisten.

Organisiert hatte das Treffen Werner Keweloh aus Rheinbach, Bundessprecher eines sich „Akademiekreis“ nennenden rechtsextremen Denkzirkels. Die Veranstaltung des „Akademiekreis-Forums“ stand unter dem Motto „Die europäischen Völker und ihre abendländische Kultur“ [2]. Schon im Februar 2010 hatte ein ähnliches Treffen jener Kreise in einer von ihnen in einem eigenen Bericht nicht näher bezeichneten Gaststätte im Ahrtal stattgefunden [3]. Besagtes Treffen war seinerzeit schon von Keweloh geleitet worden.

Der „Akademiekreis“ hatte zudem schon Ende 2010 in einem Euskirchener Lokal ein Treffen von Rechtsextremisten und Holocaust-Leugnern abgehalten. An den Treffen nahmen wiederholt auch NPD-nahe, rechtsextreme und antisemitische Russlanddeutsche rund um Johann Thießen aus Hürtgenwald teil. Thießen und weitere Russlanddeutsche wollten am Samstag auch am „Akademiekreis-Forum“ teilnehmen. Thießen sollte laut Einladungsflyer dabei auch ein Grußwort im Namen der „Deutschen aus Rußland“ halten. Eine Sängerin und ein Musiker aus dem Umfeld dem NPD-nahen, rechtsextremen und antisemitischen Russlanddeutschen sollten das Treffen mit „Weisen“ und „Liedern“ beglücken. [© Klarmann]

[1] Wahrscheinlich kein rechtes Treffen in Euskirchen
[2] Europäischer Kulturpatriotismus
[3] Thießen führt rechtsextreme Russlanddeutschen weiter