Frieden: Friedenspreis an Menschen, die sich gegen Waffenexport und Militarisierung engagieren

Aachen. Der Aachener Friedenspreis wird in diesem Jahr an Menschen verliehen, die sich gegen den Export von Waffen und einer wachsenden Militarisierung engagieren. Ausgezeichnet werden Jürgen Grässlin (Freiburg) sowie die Informationsstelle Militarisierung (Tübingen). Das teilte der Verein Aachener Friedenspreis am Freitag mit.

„Deutschlands bekanntester Rüstungsgegner“ Jürgen Grässlin arbeite seit den 1980er Jahren unermüdlich und mit beeindruckender Energie für Abrüstung, begründete der Vereinsvorsitzende Karl Heinz Otten die Entscheidung. Gelobt wurde, dass Grässlin sich vor allem gegen den deutschen Export von Kleinwaffen in Kriegs- und Krisengebiete einsetze. Durch den Gebrauch von Kleinwaffen wie Gewehren würden etwa mehr Menschen sterben, als durch andere Waffensysteme.

Die Informationsstelle Militarisierung (IMI), lobte der Vereinsvorstand am Freitag, versorge die Friedensbewegung mit wichtigen Materialien und Analysen. Die Stelle sei ein „Scharnier“ zwischen Wissenschaft und Friedensbewegung, sie greife Themen auf, die nicht in der breiten Öffentlichkeit thematisiert würden. Man wolle der als gemeinnütziger Verein eingetragenen IMI durch die Ehrung auch Solidarität zollen, da sie staatlicher „Repressalien“ ausgesetzt sei, sagte Otten.

Die Wahl der Preisträger, betonte Otten, sei ein Zeichen gegen Waffenexporte und „zunehmende Militarisierung“. Deutschland sei mit zehn Prozent aller weltweit exportierten Waffen der drittgrößte Waffenlieferant neben den USA und der UDSSR. Durch die Erhöhung von Bundeswehr-Kontingente im Ausland schreite zudem die Militarisierung voran, so der Vorsitzende Otten weiter.

Mit dem Aachener Friedenspreis werden Menschen ausgezeichnet, die sich „von unten“ für Frieden einsetzen. Die Verleihung findet am 1. September statt, dem Antikriegstag. Normalerweise werden ein nationaler und ein internationaler Preisträger geehrt. Der Verein habe sich in diesem Jahr jedoch zum zweiten Mal in seiner Geschichte für zwei wichtige deutsche Preisträger entschieden, sagte Otten. Beide hätten ihren Wirkungsrahmen „auf die weite Welt“ ausgerichtet und stünden daher auch für internationales Wirken. [(C) Michael Klarmann; für AN (Politik)]