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Mitte: Christlich-jüdische Gesellschaft ein Trümmerhaufen sondergleichen

Aachen/Nideggen. Der Streit in der oder um die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Aachen e.V. (CJZ) eskaliert weiter. Hatte die CJZ unlängst scharf in einer Pressemitteilung die Ausfälle ihres jüdischen Vorsitzenden, Nathan Warszawski, kritisiert – und mitgeteilt, dass dieser sein Amt nicht mehr ausüben werde, kontert dieser nun: er werde sein Amt weiterführen, sei dazu vor geraumer Zeit von der Jüdischen Gemeine Aachen legitimiert worden und innerhalb der CJZ habe es in der Vergangenheit zahlreiche antisemitische Vorfälle gegeben.

Angesichts der Ausstellung „Die Nakba: Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“, die vom 7. bis zum 21. Mai im Haus der Evangelischen Kirche in Aachen im Rahmen der Aachener Friedenstage zu sehen sein wird, hatte Warszawski der Kirche und dem Aachener Friedenspreis Antisemitismus vorgeworfen. Seiner Meinung nach bewegten sich beide, weil sie die Ausstellung zeigen werden, auf einer Ebene mit Neonazis und der NPD.

Da sich Warszawski wiederholt derart polemisch geäußert hatte und derlei Statements, auf die sich selbst die NPD positiv bezogen hat [2], als jüdischer Vorsitzender der CJZ unterschrieb, war immer wieder das Bild aufgekommen, er verbreite offizielle Stellungnahmen der Christlich-jüdische Gesellschaft. Die CJZ hatte dem vehement widersprochen und mitgeteilt, Warszawski werde sein Amt niederlegen [1].

In einer „Presseerklärung und Antwort auf die Presseerklärung des Vorstandes der Gesellschaft für Christlich–Jüdische Zusammenarbeit Aachen“ dementiert der Nideggener dies nun. Der Mann, der wegen seiner Polemiken berüchtigt und gefürchtet ist, wirft nun der überwiegend sachlich verfassten Stellungnahme des CJZ vor, dies seien „polemische Ausfälle des übrigen Vorstandes der Gesellschaft für Christlich–Jüdische Zusammenarbeit Aachen“.

Warszawski, der mit seinen polemischen Ausfällen diesen und vor Jahren auch schon andere Streitereien in Gang setzte, behauptet in dem Text sogar: „Ich betrachte die Angriffe als nicht primär gegen meine Person, sondern gegen die Aachener Juden gerichtet, die ich in der Gesellschaft vertrete.“ Trotz der geäußerten Kritik der CJZ an der Nakba-Ausstellung wirft Warszawski der „Gesellschaft der Heiligen“ vor, diese weiterhin zu befürworten. (mehr…)