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Gedenken: Gedenkveranstaltung für Joseph Cornelius Rossaint

Stolberg. In Stolberg findet am Freitag (15.4., 18 Uhr, Friedhof Bergstraße) eine Gedenkveranstaltung zu ehren von Dr. Joseph Cornelius Rossaint statt: Am 16. April 1991 starb Kaplan Dr. Joseph Cornelius Rossaint. Er gehört zu den Persönlichkeiten, die durch ihren Widerstand gegen den Faschismus das 20. Jahrhundert mitgestaltet haben. Rossaint wurde 1902 in Herbesthal im Kreis Eupen geboren. In Eupen besuchte er das Gymnasium. Seit 1920 lebte die Familie in Stolberg. Nach Studium der Philosophie und Theologie in Bonn und Freiburg wurde Rossaint Kaplan, ab 1927 in Oberhausen, danach in Düsseldorf.

Von Anfang an widersetzte er sich dem Naziregime, wandte sich gegen die Militarisierung der Gesellschaft und unterstützte bedrängte Antifaschisten. 1936 wurde Rossaint festgenommen und in einem spektakulären Prozess zu 11 Jahren Zuchthaus verurteilt. In den Reihen der katholischen Kirche wurde Rossaint bis zum Sterbebett als Außenseiter behandelt. Er blieb auch nach 1945 konsequent. Er schloss sich der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) an und wurde später während drei Jahrzehnte deren Präsident. Statt von der Gestapo wurde er nun vom Verfassungsschutz ausspioniert.

Für seine aufrechte Haltung erhielt Rossaint 1989 den Aachener Friedenspreis. Es ist eine Schande, dass in der Region so wenig an einen Aufrechten wie Rossaint erinnert. Selbst in Stolberg, wo die Familie lebte und sein Grab liegt, weiß kaum jemand, dass es auch Bürger in Stolberg gab, die sich dem Faschismus widersetzten. Um an den aufrechten Kirchenmann und Antifaschisten zu erinnern, wollen die VVN-BdA und die Gruppe Z-Stolberg anlässlich des 20. Jahrestags seines Todes am Grab von Joseph Rossaint eine Gedenkfeier abhalten. [Textquelle: redigierter Einladungstext]